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Valluhn : Fleischwerk platzt aus den Nähten

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Werk arbeitet an der Kapazitätsgrenze: Edeka will neue Logistikzentrale für mehr als 30 Millionen Euro bis 2019 errichten.

Das Edeka-Fleischwerk in Valluhn steht unmittelbar vor seiner nächsten Ausbaustufe. Wie Geschäftsführer Stephan Weber im Gespräch mit der Schweriner Volkszeitung bestätigte, laufe derzeit die Feinplanung für ein neues Logistikzentrum, das direkt neben dem jetzigen Werk gebaut werden soll. Weber sprach von einer geplanten Investition im Bereich zwischen 35 bis 40 Millionen Euro, die in Verantwortung der Edeka Nord liege. Hintergrund für die Investition sind zunehmende Kapazitätsprobleme in dem Riesenwerk, das seine Produktionsmöglichkeiten bereits voll ausreizt. Nach Auskunft des Unternehmens wurden im vergangenen Jahr im Standort Valluhn 72 000 Tonnen Wurst- und Fleischwaren produziert und an die Händler im gesamten Norden der Bundesrepublik ausgeliefert. Das Problem besteht dabei nicht nur in der schieren Menge der Produktion sondern vor allem in der Vielfalt der Produkte und dem veränderten Bestellverhalten der Händler. Das Fleischwerk hält insgesamt 2500 Produkte vor, die jeder Edeka-Händler im Norden tagaktuell bestellen kann. Diese einzelnen Lieferungen müssen kommissioniert und auf die Lkw gebracht werden. Und das findet derzeit im Werk selbst statt. Um Platz für weitere Produktionsräume zu finden, soll alles, was mit der Logistik zu  tun hat, auf einem 8000 Quadratmeter großen Komplex neben dem Werk ausgelagert werden.

Derzeit  wird die Produktion  auch durch ein komplexes  Kistensystem gesteuert, mit dem jedes Produkt transportiert und bei Bedarf kurz eingelagert wird. Aktuell sind im Valluhner Werk 60 000 dieser roten Kisten, auch Satten genannt, im Umlauf.  Vom Werk in Mecklenburg-Vorpommern aus werden aktuell 550 Händler im gesamten Norden bis in den Brandenburger Bereich beliefert. In den vergangenen Jahren so Weber, hätten die Händler ihr Bestellverhalten geändert: Im Sinne der Kunden werde mehr und aktueller bestellt. Dem müsse sich das Werk als Dienstleister anpassen.

Das Werk hält tausende Produkte für Hunderte Händler im ganzen Norden vor, die im Einzelfall per Hand kommissioniert werden.

Das Werk hält tausende Produkte für Hunderte Händler im ganzen Norden vor, die im Einzelfall per Hand kommissioniert werden.

Foto: Pohle
 

Weber schloss nicht aus, dass sich im Zuge der Investitionen auch die Zahl der Arbeitsplätze in Valluhn noch einmal erhöhen werde. Aktuell gehören 420 Mitarbeiter zur Stammbelegschaft, unter ihnen sind auch viele Polen oder Litauer, die zum Teil schon in der Region wohnen. Dazu kommen noch einmal 200 Mitarbeiter, die über Werk- oder Zeitverträge oder als Mitarbeiter anderer Firmen im Werk tätig sind. Dazu gehören beispielsweise die Zerleger, die von einem anderen Unternehmen kommen. Pro Woche werden im Fleischwerk 16 000 bis 18 000 Schweinehälften zerlegt, geschlachtet wird in Valluhn nicht Angesichts der Marktlage will Edeka den Neubau schnell durchziehen und Mitte 2019 das neue Logistikzentrum in Betrieb nehmen. Nach den guten Erfahrungen mit den hiesigen Behörden des Kreises und des Landes setze man auf zügige Genehmigungen.

Das Fleischwerk ist erst im 11. Jahr seines Bestehens und war damals sehr großzügig bemessen worden. Doch schon zur Eröffnung hatte die damalige Geschäftsführung darauf hingewiesen, dass man mit dem Neubau auch Erweiterungsflächen gekauft habe, um für weitere Expansionen gerüstet zu sein. Diese Option wird nun gezogen.

Vor dem eigentlichen Bau des Logistikcenters werden am Fleischwerk zunächst  zahlreiche neue Parkplätze entstehen, die jetzigen reichen schon lange nicht mehr aus.

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erstellt am 20.Apr.2017 | 20:45 Uhr

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