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Der Prignitzer

31. Juli 2016 | 03:34 Uhr

Projekt auf der Zielgeraden : Bürgerwindrad: Anteile zu vergeben

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bauarbeiten bei Klein Woltersdorf könnten im Hochsommer beginnen / Prignitzer Einwohner können sich als Investoren einbringen

Ein Windrad, an dem sich viele Einwohner als Investoren beteiligen – ein Bürgerwindrad – die Vision nimmt in der Gemeinde Groß Pankow Gestalt an. Über diese Möglichkeit informierte vor gut einem Jahr Stefan Trummer vom Planungsbüro Voltgrün aus Regensburg in einer Gemeindevertretersitzung. „Wenn alles positiv läuft, können wir bereits im August mit den Bauarbeiten beginnen“, sagte vorgestern Halldor Lugowski, Bauamtsleiter in der Groß Pankower Gemeindeverwaltung, auf Nachfrage des „Prignitzers“. Die entsprechenden Unterlagen befänden sich beim Bundesfinanzministerium, für die Gemeindevertretersitzung am 18. Juni werde es Beschlussvorlagen zum Bebauungsplan und zu einem städtebaulichen Vertrag geben, so Lugowski. Die entsprechenden Beschlüsse und die Erteilung seitens des Immissionsschutzes seien Voraussetzungen dafür, dass die Windkraftanlage bei Klein Woltersdorf errichtet werden könne.

In seiner Heimat Bayern, so Stefan Trummer, sei diese Art Beteiligungsmodell und Geldanlage bereits sehr gefragt. Der Diplomingenieur kennt die Prignitz recht gut, war bereits vor zehn Jahren das erste Mal hier, seinerzeit noch für ein anderes Windkraftunternehmen im Einsatz. Im Unterschied zur herkömmlichen Finanzierung des Windkraftanlagenbaus bleibe bei einem Bürgerwindrad die Wertschöpfung dort, wo die Anlage steht und Strom erzeugt, so Trummer. Erstrebenswert sei, dass sowohl die finanzierende Bank als auch die Bürger, die das Eigenkapital beisteuern, aus der Region kommen. Das sei aber kein Muss. Was das finanzierende Kreditinstitut anbelangt, wird das in diesem Fall die GLS Gemeinschaftsbank sein, eine genossenschaftliche Bank, die ihren Hauptsitz in Bochum, Filialen in ganz Deutschland hat.

Um das Projekt in die Realität umzusetzen, wurde eine Bürgerwindparkgesellschaft gegründet. Die Gemeinde ist darin der erste Gesellschafter, über sie kann auch gesteuert werden, woher die Bürger kommen, die ihr Kapital geben. Sitz der Gesellschaft ist Groß Pankow. Aus der bisherigen Erfahrung, so Stefan Trummer, betrage die Einstiegssumme für Bürger, die sich beteiligen möchten, 3000 Euro. Man gehe dann in 1000er Schritten weiter. Die Gemeinde gehe bezüglich der Planungskosten in Vorleistung, für sie bestehe kein Risiko. Für die zwei geplanten 200 Meter hohen Windkraftanlagen müsse man rund drei Millionen Euro an Investitionskosten veranschlagen. Anlagen mit einer Höhe von über 100 Metern könne man hier, in der Senke des Karthanetals, auf jeden Fall wirtschaftlich betreiben, meint der Experte. Die vom Gesetzgeber garantierten Einspeisevergütungen sind der Erlös bzw. die Gewinnausschüttung für die Bürger, die als Investoren auftreten.

Wie Halldor Lugowski informiert, sind noch jede Menge Anteile zu haben. Er spricht damit nicht nur Einwohner der Gemeinde, sondern der gesamten Region an, die sich bei Interesse jederzeit an die Windparkgesellschaft in der Groß Pankower Gemeindeverwaltung (Tel. 033983/ 7890) wenden können. „Bei Bedarf organisieren wir gern auch noch eine weiteren Info-Abend“, so Lugowski. Ende April wurde in einer öffentlichen Veranstaltung in Klein Woltersdorf ausführlich über das Vorhaben informiert. Die Resonanz, so Lugowski, sei gut gewesen, kam allerdings ausschließlich aus dem Gemeindegebiet.  

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erstellt am 21.Mai.2015 | 12:00 Uhr

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