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Zeitung für die Landeshauptstadt

28. April 2017 | 18:02 Uhr

Alzheimer : Großes Kino über Volkskrankheit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Netzwerk Demenz bereitet mit vielen Partnern den Welt-Alzheimertag vor: Zahlreiche Veranstaltungen helfen bei der Aufklärung

Eine der nachhaltigsten Szenen in Til Schweigers Erfolgsfilm „Honig im Kopf“ hat Tilo Prückner. Als Dr. Ehlers erklärt er der elfjährigen Tilda, großartig gespielt von Emma Schweiger, anhand eines Bücherregals wie das mit der Volkskrankheit Demenz und mit Alzheimer ist: Das Gehirn voller Erinnerungen sei wie ein Bücherregal. Wenn der Mensch erkranke, ist das, als fielen einzelne Bücher im Regal um oder verschwänden ganz, so dass Lücken entstehen. Bei fortschreitender Erkrankung würde es immer größere Lücken geben, bis schließlich alle Bücher aus dem Regal fehlten. Zum Weltalzheimertag hat das Schweriner Netzwerk Demenz eine Menge auf die beine gestellt, um die Volkskrankheit Nummer eins erneut ins öffentliche Interesse zu rücken. Und das Team um Ute Greve setzt dabei erneut auf die Kraft bewegter Bilder.

„Still Alice – Mein Leben ohne gestern“ macht am 21. September auf der Kinoleinwand im Filmpalast Capitol den Auftakt. Im Anschluss lädt das Netzwerk – Alterspsychiatrie an den Helios Kliniken, der Helferkreis, der Fachdienst Gesundheit der Stadt und Zentrum Demenz – zum Gespräch ein. Der Eintritt zur Veranstaltung, die um 17 Uhr beginnt, kostet sechs Euro.

Und darum geht es im Film: Bei einem Vortrag fällt Professorin Alice Howland plötzlich ein Wort nicht ein. Wenig später verliert sie beim Joggen die Orientierung, obwohl sie die Strecke fast jeden Tag läuft. Die 50-jährige, die an der Columbia University Linguistik lehrt, ahnt bald, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Aber die Diagnose ist trotzdem ebenso unerwartet wie erschütternd: Alice leidet an einem seltenen Fall von frühem Alzheimer. Und: Diese Krankheit ist vererbbar. Die Professorin hat drei erwachsene Kinder…

Menschen mit Demenz verlieren zwar nach und nach ihr Gedächtnis. Doch sie besitzen weiterhin viele andere Fähigkeiten, mit denen sie am Leben teilnehmen können. „Menschen mit Demenz wollen mit ihrer Krankheit akzeptiert und nicht vergessen werden“, sagt Ute Greve. „Auch für die Angehörigen ist es wichtig, dass Freunde und Bekannte sie nicht vergessen, sondern sich immer wieder Zeit nehmen für einen Anruf, einen Besuch, eine gemeinsame Unternehmung.“ Deshalb steht der Welt-Alzheimertag in Schwerin auch unter dem Motto „Vergiss mich nicht“.

Am 22. September gibt es bei der SVZ ein Lesertelefon-Extra zum Thema. Experten stehen dann von 10 bis 12 Uhr für Fragen zur Verfügung. Die Ansprechpartner und Rufnummern wird SVZ rechtzeitig bekanntgeben.

Am 23. September folgt ein Fachtag „Frieden schließen mit Demenz!?“ in der Aula der Nils-Stensen-Schule, der sich an alle richtet, die mit Betreuung und Pflege von Demenzerkrankten zu tun haben. Am 27. September beginnt um 10 Uhr in der Paulskirche ein Gottesdienst für Demenzbetroffene und deren Angehörige.

Den Abschluss der Aktionstage bildet eine Fachtagung, die sich von 15 bis 17.30 Uhr im Festsaal der Helios-Kliniken an Ärzte und Interessierte richtet. Es geht um das Thema „Fahreignung bei beginnender Demenz“. Eintritt ist frei.

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erstellt am 24.Aug.2015 | 08:00 Uhr

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