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Schwerin : Einblicke in die Berufswelt

Praktika während der Schulzeit können Schülern bei der späteren Berufswahl helfen.
Praktika während der Schulzeit können Schülern bei der späteren Berufswahl helfen.

Neuntklässler des Mecklenburgischen Förderzentrums Schwerin absolvieren dreiwöchiges Praktikum

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25. Juni 2019, 15:30 Uhr

Im Kaufhaus, beim Frauenarzt und in einer Möbelmanufaktur – Schüler des Mecklenburgischen Förderzentrums für Körperbehinderte (MFZK) in Schwerin haben ein Praktikum absolviert und berichten von ihren Erlebnissen.

Im Kaufhaus: Jeans sortieren und Regale säubern

Zwei Berufszweige konnte ich im Praktikum bei der Firma Kressmann kennenlernen. Am ersten Tag wurde mir die Firma gezeigt und einige Mitarbeiter vorgestellt. Danach durfte ich gleich Brax-Jeans nach Größen sortieren. Im weiteren Verlauf der ersten Woche habe ich Ware im Verkaufsraum ausgepackt und Hemden ins Regal sortiert. Bei dieser Tätigkeit hatte ich die Gelegenheit, mit Kunden in Kontakt zu treten.

Jeden Morgen habe ich Regale gesäubert. Ich habe nicht gedacht, dass es jeden Tag nötig ist. Auch habe ich gelernt, wie man Jacken umbügelt. Darüber hinaus habe ich die Aufsicht im Verkaufsraum übernommen und ganz nebenbei für Ordnung gesorgt.

In der zweiten Woche haben sich die Arbeiten wiederholt. Aber ich hatte die Möglichkeit, auch in die Damenabteilung Ware zu bringen. In der dritten Woche lernte ich den Beruf des Lageristen kennen. Er arbeitet für den Verkauf vor. Im Lager habe ich mit den Kollegen gemeinsam Ware ausgepackt, für den Verkauf vorbereitet und in die Verkaufsräume geliefert. Dabei war ich viel unterwegs.

Ich habe mich während der Praktikumszeit sehr wohlgefühlt. Die Kollegen und der Chef waren sehr höflich und haben alle meine Fragen beantwortet. Hannes Niemann

Am Ende des Praktikums konnte ich eine Entscheidung treffen: Der Beruf des Lageristen hat mir am besten gefallen. Es war dort sehr entspannt und die Arbeiten wiederholten sich. Damit kann ich gut umgehen. Ich kann mir gut vorstellen, diesen Beruf zu erlernen.

Beim Frauenarzt: Patientenakten sortiert und Blutdruck messen

Ich habe mein Praktikum drei Wochen lang bei einer Frauenärztin in der Praxis absolviert. Es ist mal etwas anderes als Unterricht, denn ein Berufsleben bringt nochmal ganz andere Erfahrungen als ein Schulalltag. Ich fing jeden Morgen um Punkt 7 Uhr an.

Meine Aufgaben waren die Patientenakten zu sortieren, sie zu pflegen und zu verwalten. Natürlich habe ich die Patienten auch aufgerufen und bei ihnen Blutdruck gemessen, ihren Urin untersucht und sie gewogen. Abschließend habe ich sie wieder in den Warteraum gebeten.

Die Angestellten waren alle sehr höflich, haben alle meine Fragen beantwortet und mich mit meiner Krankheit akzeptiert. Am Anfang habe ich mir Gedanken gemacht, dass ich mit meiner Krankheit Probleme haben könnte, doch ich habe alles sehr gut meistern können.

Ich konnte auch einen sehr guten Einblick in diesen Beruf gewinnen. Deswegen könnte ich mir diesen Beruf für mein späteres Leben vorstellen. Mandy Schwonbeck
 

In der Möbelmanufaktur: Holzlatten streichen und Holzprodukte ölen

Mein Praktikum habe ich bei der Möbelmanufaktur Görtz in Wismar absolviert. Am ersten Tag wurde ich vom Ausbilder des Betriebes sehr freundlich empfangen. Er führte mich zuerst durch die Werkstatt, erklärte mir die Maschinen und stellte mir die Kollegen vor, mit denen ich in den nächsten drei Wochen zusammenarbeiten sollte. Er stellte mir auch die beiden Azubis vor, der eine absolvierte sein erstes Ausbildungsjahr und der zweite schon sein zweites Ausbildungsjahr. Insgesamt dauert die Ausbildung drei Jahre.

Als es an die Arbeit ging, durfte ich den Azubis beim Streichen von Holzlatten helfen, die ich am Ende der ersten Woche mit den Auszubildenden für eine Terrasse brauchte, damit ein Restaurant am Hafen wieder öffnen konnte. In der zweiten Woche konnte ich leider nicht arbeiten, weil ich über das Wochenende erkrankt war.

In der dritten Woche ging es zum Glück weiter. Ab da habe ich zum größten Teil allein gearbeitet, zwischendurch auch kurz mit dem anderen Praktikanten, der in der zweiten Woche dazu kam. Meine Hauptaufgaben waren Schleifen, Branden – hier wird das Logo der Firma oder etwas anderes in das Holz gebrannt –, Ölen von Holzprodukten für den anliegenden Laden, Ausfegen der Werkstatt und die Kollegen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Am Ende habe ich die Anstrengungen und die körperliche Arbeit, die in der Schule sehr gering bis gar nicht vorhanden ist, sehr stark gemerkt. Das Heben und Transportieren schwerer Materialien waren nicht das Problem, eher das lange Stehen, was mich an meine Grenzen gebracht hat, besonders an meinem Rücken, den Beinen und Füßen habe ich es gemerkt.

Das Praktikum hat mir Spaß gemacht und war sehr interessant, wodurch ich mir den Tischler als späteren Beruf vorstellen könnte. Moritz Bandelin
 

Durch die körperliche Belastung werde ich den Beruf aber leider nicht ausüben können. Dennoch waren die Erfahrungen, die ich während des Praktikums gesammelt habe, sehr hilfreich, um mir die Entscheidung, wie es nach dem Schulabschluss weitergeht, zu erleichtern.


 

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