"Venice in Oil" : Nächster Banksy-Coup? Streetart-Künstler übt auf Biennale Kritik an Kreuzfahrt

Unter den Gemälden hing ein Schild mit dem Titel 'Venice in Oil' – eine Referenz an die Verschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe in Venedig.
Unter den Gemälden hing ein Schild mit dem Titel "Venice in Oil" – eine Referenz an die Verschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe in Venedig.

Nach dem geschredderten "Girl with Balloon" sorgt Banksy erneut für Aufsehen: Mit einem Straßenstand in Venedig.

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23. Mai 2019, 10:28 Uhr

Venedig | Hat sich einer der berühmtesten zeitgenössischen Künstler heimlich zur Biennale von Venedig geschlichen – und niemand hat es gemerkt? Der britische Streetart-Künstler Banksy hat nach Darstellung auf seinem Instagram-Account in der italienischen Stadt während der Eröffnung der Kunstschau in der Nähe vom Markusplatz einen Straßenstand aufgebaut. Darauf sind mehrere Gemälde zu sehen, die sich zu einem großen Kreuzfahrtschiff zusammenfügen. Daneben steht ein Schild mit dem Titel "Venice in Oil" – eine Referenz an die Verschmutzung durch Kreuzfahrtkolosse in Venedig.

Weiterlesen: Banksy-Kunstwerk zerstört sich nach Auktion von selbst

Auf seinem verifizierten Instagram-Account erklärte Banksy: "Obwohl es die größte und renommierteste Kunstveranstaltung der Welt ist, bin ich aus irgendeinem Grund nie eingeladen worden."

Um Banksy hat sich ein riesiger Hype entwickelt, weil er seine Identität seit Jahren geheim hält. Immer wieder tauchen Werke auf, die ihm zugeordnet werden. Erst vor wenigen Tagen rätselte Venedig, ob ein Wandgemälde an einem Kanal von einem Kind mit einer Rettungsweste von Banksy stammen könnte.

Polizisten geben dem Künstler einen Platzverweis

In dem Video auf der Banksy-Seite sind nicht nur Passanten zu sehen, die den Straßenstand als das schönste Werk der Biennale loben, sondern auch Polizisten, die den mutmaßlichen Straßenverkäufer auffordern, den Platz zu verlassen.

Vor einigen Jahren hatte Banksy bereits mit einer Straßenstand-Aktion für Aufsehen gesorgt. Unscheinbar wurden am Rande des New Yorker Central Parks wurden einige seiner Werke zum Preis von jeweils 60 Dollar an Passanten verkauft. Insgesamt machte er an diesem Tag einen Umsatz von 420 Dollar – wohl eine Kritik am inflationär teuren Kunstmarkt.

Zuletzt hatte Banksy zudem im vergangenen Herbst weltweit Schlagzeilen gemacht, weil sein Werk "Girl with Balloon" während einer Kunstauktion vor aller Augen zur Hälfte geschreddert worden war. Es war kurz vor der Aktion für umgerechnet rund 1,2 Millionen Euro versteigert worden.

Weiterlesen: Banksy-Zerstörung verlief nicht wie geplant

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