Bewohner mit Panikattacken : Über 100 Verletzte bei schwerem Erdbeben in Albanien

Mehrere Erdbeben haben Albanien erschüttert. Vor dem Gebäude der Geologie-Fakultät zerschlugen Trümmer ein Auto.
Mehrere Erdbeben haben Albanien erschüttert. Vor dem Gebäude der Geologie-Fakultät zerschlugen Trümmer ein Auto.

Das Verteidigungsministerium spricht vom schwersten Erdbeben seit Jahrzehnten.

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22. September 2019, 08:21 Uhr

Tirana | Mehrere Erdbeben haben am Samstag im Balkanstaat Albanien über 100 Menschen verletzt, Hunderte weitere in Angst und Schrecken versetzt und Sachschäden angerichtet. Die Zahl der Verletzten stieg bis zum späten Samstagabend auf mindestens 108 an, wie die örtlichen Medien unter Berufung auf die Gesundheitsdienste berichteten. Die meisten von ihnen seien mit leichten Verletzungen davongekommen. Ein heftiges Nachbeben kurz nach Mitternacht in der Nacht zum Sonntag sorgte für neue Ängste unter den Menschen.

"Das stärkste Erdbeben seit 20 bis 30 Jahren"

"Es gab keine Toten", hob die Sprecherin des albanischen Verteidigungsministeriums, Albana Qajaj, hervor. Nach Angaben ihres Ministeriums handelte es sich um "das stärkste Erdbeben im Land seit 20 bis 30 Jahren".

Das heftigste Beben hatte nach Angaben des albanischen Verteidigungsministeriums eine Stärke von 5,8. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke mit 5,6 an. Es ereignete sich kurz nach 16 Uhr (MESZ). Zwei weitere Beben mit Stärken von 5,1 und 4,7 folgten. Laut dem Ministerium befand sich das Epizentrum des ersten Bebens unweit vom Kap Rodon nördlich der Hafenstadt Durrës. Das nächtliche Nachbeben wurde mit einer Stärke von 4,8 gemessen. Über die Auswirkungen dieses Erdstoßes lagen zunächst keine Angaben vor.

"Das stärkste Erdbeben seit 20 bis 30 Jahren"

"Es gab keine Toten", hob die Sprecherin des albanischen Verteidigungsministeriums, Albana Qajaj, hervor. Nach Angaben ihres Ministeriums handelte es sich um "das stärkste Erdbeben im Land seit 20 bis 30 Jahren".

Das heftigste Beben hatte nach Angaben des albanischen Verteidigungsministeriums eine Stärke von 5,8. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke mit 5,6 an. Es ereignete sich kurz nach 16 Uhr (MESZ). Zwei weitere Beben mit Stärken von 5,1 und 4,7 folgten. Laut dem Ministerium befand sich das Epizentrum des ersten Bebens unweit vom Kap Rodon nördlich der Hafenstadt Durrës.


Verängstigte Menschen laufen auf die Straße

Medien zufolge lösten die Erdstöße Panik vor allem in Durrës und Tirana aus. Menschen liefen erschrocken in großer Zahl auf die Straße. Die Stadtverwaltung von Tirana bekräftigte, dass Nofall-Teams in der gesamten Stadt zur Verfügung stehen würden, wenn sie benötigt werden sollten. Die Beben waren auch in den Nachbarländern Montenegro und Nordmazedonien zu spüren, wie es in Medienberichten aus den beiden Ländern hieß.


Fotos zeigen starke Gebäudeschäden – etwa an der Geologie-Fakultät in Tirana. Herabgefallene Steine und andere Trümmerteile zerstörten dort Autos. An einem anderen Gebäude in Tirana war ein vertikaler Riss über mehrere Etagen zu erkennen.

Ein Gebäude ist durch einen vertikalen Riss über mehrere Etagen beschädigt. Foto: dpa/Uncredited/AP
Ein Gebäude ist durch einen vertikalen Riss über mehrere Etagen beschädigt. Foto: dpa/Uncredited/AP


Die Gesundheitsministerin Ogerta Manastirliu besuchte die Notaufnahme des Unfallkrankenhauses in Tirana. Fälle von ernsthaften Verletzungen habe sie nicht gesehen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur ATA. Nach Darstellung der Nachrichtenseite "Shqiptarja.com" beläuft sich die Zahl der Verletzten auf über 100, darunter viele Minderjährige mit Kopf- und Gliederverletzungen.

Ministerpräsident Edi Rama sagte wegen der Erdbebenserie seine Teilnahme an der UN-Vollversammlung in New York ab. Er unterbrach seine Reise in Frankfurt, um nach Albanien zurückzukehren, wie ATA unter Berufung auf Regierungsstellen berichtete.

Aktivste Erdbebenregion Europas

Der Mittelmeerraum gehört zu den aktivsten Erdbebenregionen Europas. Dort bewegen sich Afrikanische und Eurasische Kontinentalplatte aufeinander zu, wodurch sich Spannungen aufbauen, die sich durch Erdbeben ruckartig entladen, wie Geophysikerin Monika Bischoff von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) am Samstagabend erklärte. Hinzu kämen sogenannte Mikroplatten wie die Adriatische Platte.

Erdbeben wie die vom Samstag seien dennoch auch im an der Adriaküste gelegenen Albanien "nicht an der Tagesordnung", sagte Bischoff. Zuletzt habe es dort am 1. Juni bei Korçë im Südosten des Landes ähnlich heftige Beben gegeben. Es kam zu einem Beben der Stärke 5,2 mit Nachbeben. Bischoff zufolge gab es auch damals "erhebliche Schäden".

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