Auftritt bei Demo in Stuttgart : Comedian bei „Querdenken“-Demo: „Mein Name ist Schroeder, ich komme aus dem Mainstream“

Kabarettist Florian Schroeder trat bei der 'Querdenken'-Demo in Stuttgart auf
Kabarettist Florian Schroeder trat bei der "Querdenken"-Demo in Stuttgart auf

Der Comedian Florian Schroeder ist bei der "Querdenken"-Demo aufgetreten. Er erntete erst Applaus, dann Buh-Rufe.

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09. August 2020, 17:38 Uhr

Stuttgart | Wieder demonstrieren Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen in Stuttgart. Für Aufruhr sorgt der Auftritt des Kabarettisten Florian Schröder.

Der 40-Jährige kam nach eigenen Angaben am Samstag auf die Bühne, um "die Grenzen ihrer Meinungsfreiheit" auszutesten. Für seine ersten Äußerungen bekam er noch Applaus, wie ein Video zeigt, das Schroeder in seinem eigenen Youtube-Kanal verbreitete: "Mein Name ist Schroeder, ich komme aus dem Mainstream" sagt er, und: "Man hat mir gesagt, hier in Stuttgart ist die Freiheit."


Doch recht schnell nimmt die Begeisterung des Publikums ab. Schroeder fragt, ob wir "in einer Corona-Diktatur" leben. Nach einem vielstimmigen "Ja" aus der Menge argumentiert der Kabarettist dagegen: "Wenn wir irgendeine Form von Diktatur hätten, dann dürftet Ihr euch hier gar nicht versammeln, dann dürftet Ihr hier gar nicht stehen." Auch auf die Frage: "Wollt Ihr die totale Meinungsfreiheit?" ist von den Zuhörern ein lautes "Ja" zu hören. Anschließend sagt Schroeder: "Ich bin der Auffassung, dass Corona eine hochgefährliche, ansteckende Krankheit ist, und ich bin der Überzeugung, dass Maskentragen und Abstand halten das Wichtigste und Beste ist, was wir in diesen Tagen tun können." Dafür erntet er Buhrufe und schiebt hinterher: "Wenn Ihr für Meinungsfreiheit seid, müsst Ihr meine Meinung aushalten."

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Die Teilnehmer der Kundgebung in Stuttgart forderten am Samstag ein Ende der vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen, mit denen die Gefahr einer Übertragung des Coronavirus reduziert werden soll. Die Veranstalter von "Querdenken 711" sprachen von 5000 Teilnehmern, die Polizei zählte mehrere Hundert. Die Veranstalter von "Querdenken 711" kündigten an, am 29. August wieder in Berlin zu demonstrieren.

Proteste in Dortmund ohne Mundschutz

Knapp 2800 Menschen demonstrierten nach Polizeiangaben am Sonntagnachmittag in der Dortmunder Innenstadt gegen die staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen. Die Kundgebung verlief zunächst friedlich. Nach Appellen der Polizei wurden auch die Abstandsregeln eingehalten, wie eine dpa-Reporterin vor Ort berichtete. Die meisten Teilnehmer der Demo trugen keine Mund-Nasen-Schutzmaske. Die Organisation "Querdenken-231" hatte die Veranstaltung angemeldet.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bezeichnete Demonstrationen der Gegner der staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen als legitim. Die Demonstranten müssten sich aber wie alle anderen Bürger an die Corona-Hygieneregeln halten, sagte Laschet am Sonntag nach einem Treffen mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in Naumburg. "Mit Abstand und Mundschutz darf jeder demonstrieren und seine Meinung sagen und die Maßnahmen auch kritisieren", sagte Laschet. "Sonst fällt auch das Land auseinander, wenn man den Eindruck vermittelt, man dürfe seine Meinung nicht sagen."

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