"Deutsches Reichsbräu" : Bier mit Nazi-Symbolik für 18,88 Euro in Thüringen verkauft: Staatsschutz ermittelt

Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen eines mutmaßlich von Neonazis produzierten und verkauften Bieres.
Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen eines mutmaßlich von Neonazis produzierten und verkauften Bieres.

Ein Getränkehändler hat ein Bier namens "Deutsches Reichsbräu" verkauft, auf dem Nazi-Symbole zu sehen sind.

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24. Januar 2020, 17:34 Uhr

Die Polizei ermittelt wegen verkaufter Bierflaschen mit Nazi-Symbolik aus einem Getränkemarkt im Burgenlandkreis (Thüringen). Der Verdacht laute auf Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Die Polizei sei durch zwei Anzeigen Anfang der Woche auf das Bier aufmerksam geworden. Die Ermittlungen hat der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz übernommen.

"Deutsches Reichsbräu" für 18,88 Euro

Der Fall aus dem Getränkemarkt in Bad Bibra schlug am Freitag auch in den sozialen Netzwerken Wellen. Fotos zeigten mehrere Kästen des "Deutschen Reichsbräus" in dem Getränkemarkt, das zum Preis von 18,88 Euro angeboten wurde. Die Zahl "18" ist ein Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, die Initialen Adolf Hitlers. Die 88 steht in der Szene für "Heil Hitler".

Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (CDU), der extra den Laden aufgesucht hatte, teilte am Freitag ein Bild von den Kästen und dem Bier auf Facebook und empörte sich. Auf einem von ihm geposteten Bild ist der Verkaufsraum des Geschäfts zu sehen, in dem das Bier prominent angepriesen wurde.


Bei Facebook schrieb Ulrich: "Ich schäme mich so sehr: Während gerade in Yad Vashem in Israel der deutsche Bundespräsident zum 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz spricht, findet in meinem Heimatort Bad Bibra der Verkauf von Bier mit dem Namen 'Deutsches Reichsbräu' in einem Getränkemarkt statt. […] Das Schlimmste aber ist: Das Bier fand reißenden Absatz und ist ausverkauft!"

Seinen Angaben zufolge war das Bier am Donnerstag nicht mehr erhältlich. Der vom Thüringer Verfassungsschutz als Rechtsextremist geführte Tommy Frenck hatte den Verkaufsstart des Bieres bereits Anfang Januar auf seiner Internetseite angekündigt.

Zusammenarbeit beendet

Getränke Quelle hat umgehend auf den Vorfall reagiert und die Zusammenarbeit mit dem Händler beendet. Das Geschäft darf sich künftig nicht mehr Getränkequelle nennen. Das sagte Thomas Scharf, Geschäftsführer der Getränke Quelle für den Bereich Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen dem MDR.

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