Auktion in Japan : Obst als Luxusgut: Eine Packung Trauben für 10.000 Euro versteigert

Japaner verschenken gerne hochwertiges Obst - und sind bereit, dafür horrende Preise zu bezahlen.

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09. Juli 2019, 14:38 Uhr

In einer Auktion in Tokio wurde für Weintrauben ein neuer Rekordpreis erzielt. Ein japanischer Geschäftsmann zahlte für die erste Rebe der diesjährigen Ernte 1,2 Millionen Yen, also etwa 10.000 Euro. Zum Vergleich: In Deutschland würde man dafür mehr als 3000 Reben Tafeltrauben bekommen. Die japanischen Trauben sind so groß wie Tischtennisbälle und wiegen etwas mehr als 20 Gramm. Die knallig rote Farbe der Früchte erinnert an Rubine. Sie gibt der Sorte ihren Namen: „Ruby Roman“.

 

Es geht noch teurer

Melonen können noch höhere Preise erzielen. Ende Mai gingen für umgerechnet knapp 41.000 Euro (fünf Millionen Yen) bei einer Auktion in Sapporo zwei Yubari-Melonen an ihren neuen Besitzer. Ein Lebensmittelunternehmen aus Hokkaidos Hauptstadt, das unter anderem Softdrinks mit Melonengeschmack anbietet, kaufte die Früchte.

Im Laden wird für eine Honigmelone mit scheinbar perfektem Netzmuster nicht ganz so viel fällig. Dennoch muss der Kunde mit immerhin 200 Euro pro Melone rechnen.

Eine Melone wird im Obstwarengeschäft Sembikiya in Tokio zum Preis von 27.000 Yen (220 Euro) angeboten.
Lars Nicolaysen/dpa

Eine Melone wird im Obstwarengeschäft Sembikiya in Tokio zum Preis von 27.000 Yen (220 Euro) angeboten.

 

Der Grund für den hohen Preis liegt in der Produktion begründet. Es wird ein enormer Aufwand betrieben, um perfekte Früchte zu züchten. So errichten findige Obstproduzenten extra Hallen, die die idealen Bedingungen beispielsweise für die Zucht von tennisballgroßen Erdbeeren gewährleisten. Der Vorteil: Schädlinge haben in den Räumlichkeiten keine Chance, dadurch müssen keine Insektizide oder Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Importkosten fallen keine an, da die Früchte im eigenen Land entwickelt und erzeugt werden. Viele Regionen in Japan haben ihre eigene Marke, die sie pflegen und dadurch den Preis in die Höhe treiben. So stammen die „Ruby Roman“-Trauben aus der Präfektur Ishikawa, etwa 400 Kilometer nordwestlich von Tokio.

Als Geschenk für einen teuren Menschen

Teures Obst liegt in Japan voll im Trend. Im ganzen Land gibt es Läden, die sich auf das Luxusgut spezialisiert haben. Dort können schon mal 250 Euro für eine Packung gleichmäßiger Kirschen fällig werden.

Eine Packung gleichmäßiger Kirschen zum Preis von 30.240 Yen (245 Euro).
Lars Nicolaysen/dpa

Eine Packung gleichmäßiger Kirschen zum Preis von 30.240 Yen (245 Euro).

 

Zielgruppe für die Früchte sind Menschen, die auf der Suche nach einem besonderen Geschenk sind. Als zusätzlicher Kaufanreiz werden die einzelnen Früchte anschaulich in Schachteln oder Holzkisten verpackt. Sie eignen sich ideal als Präsent für Freunde oder Kollegen. Mancher nutzt die süßen Früchte sicherlich auch, um das Herz eines anderen zu erobern. Dafür eignen sich wohl am besten herzförmige Melonen. Ja, auch die können in Japan gekauft werden. Vorausgesetzt das nötige „Kleingeld“ ist vorhanden.

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