Pädagogischer Trend : Kinder sollen an Schulen keine "besten Freunde" mehr haben

Einige Schulen wollen Kindern die 'besten Freunde' verbieten. Was steckt dahinter?
Einige Schulen wollen Kindern die "besten Freunde" verbieten. Was steckt dahinter?

Es gibt immer mehr Schulen, die Kindern beste Freunde verbieten. Vorreiter ist offenbar die Schule von Prinz George.

prignitzer.de von
15. April 2019, 10:34 Uhr

New York/Battersea | Es scheint sich ein neuer pädagogischer Trend anzubahnen, der nicht jedem gefallen dürfte: Immer mehr Schulen weltweit verbieten Jungen und Mädchen, andere Kinder zu ihren besten Freunden zu erklären.

Vorreiter für diese Idee scheint die Thomas's Schule in Battersea (London) zu sein – auf diese geht der Sohn von Prinz William und Herzogin Kate: Prinz George. Offenbar gibt es an der Schule die Regel, dass kein Kind ein anderes zu seinem besten Freund ernennen darf. Diese gelte demnach für alle Kinder, nicht nur für Prinz George.

Was ist der Hintergrund dieser Idee?

Dass Kinder keine besten Freunde mehr haben sollen, hat einen einfachen Hintergrund: Alle Kinder sollen gleichgestellt sein und niemand soll sich bevorzugt oder benachteiligt fühlen. Dazu gehöre auch, dass zu Geburtstagsfeiern grundsätzlich alle Schüler einer Klasse eingeladen werden müssen. So soll die Ausgrenzung eines Einzelnen erst gar nicht möglich sein.

Der Trend, so komisch er für Manche auch klingen muss, ist längst über den Atlantik geschwappt. "Es gibt eine Bewegung in einigen amerikanischen und europäischen Schulen, den Ausdruck 'bester Freund' zu verbieten", zitiert die Nachrichtenseite "CBS" die Psychologin Barbara Greenberg. Die Amerikanerin nennt den Trend ein "sehr faszinierendes soziales Experiment".

Mehr als einen einzigen Freund

Greenberg sagt ferner, sie erlebe immer wieder, dass Kinder sich ausgeschlossen fühlen, weil sie niemand zum "besten Freund" haben wolle. Laut ihrer Aussage unterstützen Pädagogen den Trend daher: Die vermeintlich strenge Maßnahme soll Freundschaften demnach nicht verhindern, sondern fördern. Es gehe darum Kindern beizubringen, schon in frühem Alter inklusiv zu denken, statt exklusiv. Denn eines ist auch klar: "Du kannst niemandem verbieten, eine enge Beziehung zu jemandem zu haben", sagt die Psychologin. Wohl aber könnten Schulen versuchen, "die Idee zu fördern, dass Kinder mehr als einen einzigen Freund haben."

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