Gerichtsurteil : Zirkusdirektor atmet auf: Schimpanse Robby darf bleiben

Schimpanse Robby und Zirkusdirektor Klaus Köhler.
Schimpanse Robby und Zirkusdirektor Klaus Köhler.

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat entschieden, dass der Schimpanse nach 47 Jahren im Zirkus bleiben darf.

prignitzer.de von
08. November 2018, 16:07 Uhr

Lüneburg | Diesen Tag hat sich Zirkusdirektor Klaus Köhler lange herbeigesehnt. An diesem Donnerstag entschied das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg, dass Robby nicht – wie von der Tierrechtsorganisation Peta gefordert – in eine Auffangstation in den Niederlanden gebracht wird, sondern auch den Rest seines Lebens bei seinen Bezugspersonen im "Circus Belly" verbringen darf. Eine Revision ließ das Gericht nicht zu.

Es tobte ein jahrelanger Streit

Um Robby – den wohl letzten Menschenaffen in einem Zirkus – tobte ein jahrelanger Streit. Peta warf dem Zirkusdirektor Klaus Köhler Tierquälerei vor und startete 2011 die Kampagne "Rettet Robby". (Weiterlesen: Nach 47 Jahren raus aus dem Zirkus: Muss Robby gerettet werden?) Im Herbst 2015 entschied der für den Zirkus zuständige Landkreis Celle, dass Robby den Zirkus verlassen muss. Klaus Köhler klagte gegen das Urteil, doch auch das Verwaltungsgericht Lüneburg entschied, dass Robby in die niederländische Auffangstation "Animal Advocacy and Protection (AAP)" gebracht und resozialisiert werden soll.

Viele Experten waren gegen die Unterbringung in einer Auffangstation

Nach dem heutigen Berufungsprozess kann auch die Bremer Tierärztin Alexandra Dörnath aufatmen. "Robby ist für mich zu einer Herzensangelegenheit geworden und ich bin froh, dass es endlich vorbei ist", sagte sie nach dem Prozess. Sie hatte den Schimpansen mehr als 100 Tage lang beobachtet und konnte keine Verhaltensstörung bei ihm feststellen. "Robby ist zwar fehlgeprägt und denkt, er sei eine Mensch, aber er leidet nicht", lautete ihr Urteil.

Auch der Wildtierarzt und Direktor des Osnabrücker Zoos Prof. Dr. Michael Böer hatte vor den Risiken gewarnt, ein so altes Tier aus seiner gewohnten Umgebung zu reißen, denn das könne sehr wahrscheinlich sogar tödlich enden. "Das Urteil freut mich – vor allem für den Schimpansen und es zeigt, dass der Stand der Wissenschaft anscheinend doch gewürdigt wird", sagte er der Redaktion.

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