Rewe, Lidl, Kaufland und Co. : Corona-Bonus für Mitarbeiter – jetzt auch bei Aldi

Die Bonuszahlungen bei Aldi variieren je nach Tätigkeit zwischen 100 und 250 Euro pro Kopf. (Symbolfoto)
Die Bonuszahlungen bei Aldi variieren je nach Tätigkeit zwischen 100 und 250 Euro pro Kopf. (Symbolfoto)

Union und SPD stellen auch steuerfreie Prämienzahlungen für andere "Vorkämpfer gegen das Coronavirus" in Aussicht.

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27. März 2020, 23:02 Uhr

Köln/Berlin | Auch die Mitarbeiter von Aldi erhalten einen Bonus für ihren anstrengenden Einsatz in der Corona-Krise. Die Schwesterunternehmen Aldi Nord und Aldi Süd kündigten am Freitag an, dafür insgesamt 20 Millionen Euro auszugeben. Zuvor hatten bereits Rewe, Lidl, Kaufland und Real Bonuszahlungen für ihre Mitarbeiter angekündigt. Die Prämien sollen auch bei Aldi aus steuerlichen Gründen in Form von Warengutscheinen ausgeschüttet werden. Die Bonuszahlungen variieren je nach Tätigkeit zwischen 100 und 250 Euro pro Kopf.

Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Rewe will die Beschäftigten bei Rewe, aber auch bei der konzerneigenen Discounttochter Penny für ihren Einsatz in der Coronavirus-Krise mit einem Bonus belohnen. Dafür werde der Konzern über 20 Millionen Euro in die Hand nehmen, sagte ein Rewe-Sprecher auf Nachfrage.

Corona-Bonus bei Rewe: Guthaben auf Mitarbeiterkarten

"Das sind schnelle und unbürokratische erste Sofortmaßnahmen, um unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine klare Botschaft zu geben: Wir sagen nicht nur Danke für ihren unermüdlichen Einsatz in dieser schwierigen Ausnahmesituation, sondern wir honorieren ihr Engagement zugleich in finanziell spürbarer Weise", betonte der Sprecher. Der jeweilige Betrag ist etwa abhängig von der Funktion und davon, ob Vollzeit oder Teilzeit gearbeitet wird.

Die Bonuszahlung werde als Guthaben auf die Mitarbeiterkarten gebucht. Das habe den Vorteil, dass der Betrag den Beschäftigten praktisch als Netto-Zahlung zugutekomme.

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Kaufland und Lidl schenken Angestellten Gutscheine

Die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) belohnt ihre Mitarbeiter in Deutschland für ihren außergewöhnlichen Einsatz in der Coronavirus-Krise. Jeder Mitarbeiter erhält im April eine Sonderzahlung von bis zu 250 Euro – als Warengutschein. Insgesamt kostet die Maßnahme der Schwarz-Gruppe rund 35 Millionen Euro. 140.000 Beschäftigte von Europas größtem Handelsunternehmen bekommen das Geschenk.

"Die Kollegen in Vertrieb, Logistik und Produktion haben in den vergangenen Wochen Außergewöhnliches geleistet, damit die Menschen in Deutschland jeden Tag mit frischen Lebensmitteln versorgt werden. Wir sind nicht nur stolz auf unsere Mitarbeiter, sondern wollen das große Engagement der Filial-Mitarbeiter auch finanziell belohnen", heißt es in einer Mitteilung der Firmenbosse.

Corona-Krise: Steuerfreie Prämienzahlungen an Beschäftigte

Auch Union und SPD im Bundestag wollen, dass Beschäftigte mit besonderen Leistungen in der Corona-Krise finanziell belohnt werden. Sie sprechen sich für steuerfreie Prämienzahlungen an Beschäftigte aus. Unions-Fraktionsvize Andreas Jung (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch: "Wir sollten besondere Leistungen in der Corona-Krise steuerlich unterstützen. Wenn ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern einen Bonus für ihren Einsatz bezahlt, sollte dieser von der Steuer frei gestellt werden." Viele Mitarbeiter leisteten Herausragendes und hielten buchstäblich den Kopf hin. "Die Kosten kann der Staat schultern. Das Finanzministerium sollte das zeitnah umsetzen."

Arbeiten unter Plastikfolie: Höhere Löhne für Beschäftigte in den Supermärkten gefordert.
dpa/Frank Molter
Arbeiten unter Plastikfolie: Höhere Löhne für Beschäftigte in den Supermärkten gefordert.


SPD-Fraktionsvize Achim Post sagte der dpa: "Diejenigen, die unser Gemeinwesen jetzt am Laufen halten, brauchen unsere volle Solidarität. Krankenschwestern, Pfleger, Kassiererinnen, Erzieher, Polizisten und viele mehr vollbringen im Moment eine echte Herkulesaufgabe für unser Land. Diesen außerordentlichen Einsatz anzuerkennen und zusätzlich zu unterstützen, ist ein ganz wichtiges Signal des Zusammenhaltes." Zuvor hatten "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung" von einer entsprechenden Initiative von Politikern der baden-württembergischen CDU-Landesgruppe im Bundestag berichtet, zu der auch Jung zählt.

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"Vorkämpfer" im Kampf gegen Corona

Der Handelsverband Deutschland hatte eine Steuerfreistellung von Sonderzahlungen für Mitarbeiter gefordert. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte am Dienstag bei "Bild live" gesagt, sein Ministerium prüfe, ob die Boni bis zu einer gewissen Höhe steuerfrei gestellt werden könnten. Das könne in einem bestimmten Rahmen voraussichtlich schnell und unbürokratisch über die Finanzämter funktionieren.

Post sagte, es sollten steuerfreie Gehaltszulagen an die "Vorkämpfer" im Kampf gegen Corona ermöglicht werden. "Dafür gibt es meiner Einschätzung nach auch eine breite Unterstützung in den Koalitionsfraktionen. So wichtig es ist, dass wir große Schutzschirme für Unternehmen und Beschäftigte aufspannen. Nicht weniger wichtig sind Gesten des Respekts und Initiativen der Unterstützung gerade für jene Menschen, die jetzt in der Krise besonders gefordert sind."

Heil fordert höhere Löhne für Kassierer und Pfleger

Auch die Grünen hatten sich für steuerfreie Prämienzahlungen ausgesprochen. "Die Menschen im Einzelhandel und im Gesundheitsbereich machen gerade eine für die ganze Gesellschaft wichtigen Job", sagte die Chefin der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, der dpa. "Ihre harte und derzeit auch riskante Arbeit verdient mehr Anerkennung." Die Bundesregierung solle Bonuszahlungen im Einzelhandel und im Gesundheitswesen unterstützen und solche Prämienzahlungen während der Corona-Krise von der Steuer befreien.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil forderte höhere Löhne für Kassierer und Pfleger. "Wir sehen gerade unglaublich viele Heldinnen und Helden des Alltags. Die haben nicht nur warme Worte, sondern langfristig auch bessere Löhne verdient", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch). "Wo das möglich ist, sollten jetzt schon höhere Löhne für Kassiererinnen oder Pfleger gezahlt werden. Aber das kann man nicht staatlich verordnen."

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