WHO-Studie zu Sehstörungen : Computer und Smartphone: Warum unsere Augen immer schlechter werden

Viele Sehstörungen können vermieden werden.
Viele Sehstörungen können vermieden werden.

In Zukunft werden immer mehr Menschen Probleme mit Sehstörungen bekommen, das geht aus einem WHO-Bericht hervor.

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09. Oktober 2019, 16:45 Uhr

München | Weltweit leben 2,2 Milliarden Menschen mit Sehbehinderungen oder Blindheit. Eine Milliarde dieser Fälle wäre jedoch vermeidbar oder behandelbar, wie aus dem am Dienstag zum ersten Mal veröffentlichten Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Augengesundheit hervorgeht.

Die häufigsten Ursachen für Augenprobleme seien Kurz- und Weitsichtigkeit sowie Grauer und Grüner Star. Die in München ansässige Hilfsorganisation "Licht für die Welt", deren Experten an der Studie beteiligt waren, begrüßte den Bericht. Sie sprach von einem Meilenstein im Kampf um die Verbesserung der Augengesundheit und Verhütung von Blindheit.

Ärmere Regionen stark betroffen

Dem WHO-Bericht zufolge sind besonders Menschen in den ärmeren Regionen der Welt von Augenleiden oder Blindheit betroffen. Die meisten Menschen dort hätten keinen Zugang zu einer einfachen Operation, einer Brille oder Rehabilitation. Dies habe zur Folge, dass Millionen Kinder und Jugendliche nicht die Schule besuchen sowie Frauen und Männer nicht für sich und ihre Familien sorgen könnten, sagte Rupert Roniger, internationaler Geschäftsführer von "Licht für die Welt".

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Um Kurz- und Weitsichtigkeit und Grauen Star zu behandeln, bräuchte es weltweit 13 Milliarden Euro, errechnete die WHO. "Licht für die Welt" ruft deshalb Regierungen, Unternehmen, Stiftungen und zivilgesellschaftliche Organisationen auf, mitzuhelfen, dass die Menschen Zugang zu medizinischer Versorgung erhielten. Besonders häufig seien Personen in ländlichen Regionen, solche mit niedrigem Einkommen, Frauen, Menschen mit Behinderungen sowie ethnische Minderheiten und indigene Bevölkerungsgruppen betroffen, so der Bericht. Besonders schlimm sei die Situation in den Ländern südlich der Sahara und in Südasien.

Arbeit am Computer und das Smartphone sind großer Faktor

Die Augengesundheit werde in den nächsten Jahrzehnten eine große Herausforderung für die Gesundheitssysteme darstellen, so die WHO. Denn die Zahl der von Blindheit und Sehstörungen betroffenen Menschen werde noch zunehmen. Die Gründe seien vor allem die wachsende und älter werdende Weltbevölkerung und die veränderten Lebensgewohnheiten. Die Kurzsichtigkeitsrate steige an, weil sich Menschen viel mehr in geschlossenen Räumen aufhielten sowie aufgrund der Arbeit an Computern und Smartphones. Mehr Zeit im Freien könnte dem entgegenwirken, so der Bericht. Eine weitere Ursache sei die Zunahme von Diabetes. Fast alle Diabetiker entwickelten eine Erkrankung der Netzhaut.

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