Splitter : Landkindergarten setzt voll auf Natur

In der Schönhagener Kita spielt sich vieles im Freien ab.
In der Schönhagener Kita spielt sich vieles im Freien ab.

prignitzer.de von
08. Juni 2016, 09:00 Uhr

Seit zehn Jahren gibt es den Landkindergarten „Gänseblümchen“ in Schönhagen. Simone Nast übernahm 2006 die Initiative, als die Einrichtung durch die Stadt Pritzwalk geschlossen werden sollte, und führt seitdem den Kindergarten in privater Trägerschaft weiter. Drei Erzieher sind hier beschäftigt, eine Einzelfallhelferin, ein Hausmeister und eine Köchin kümmern sich um das Wohl der 20 Kinder.

Eltern aus der nahen Stadt Pritzwalk, aber auch aus Giesensdorf, Kehrberg und Groß-Langerwisch bringen ihre Sprösslinge hierher.. „Ich denke, unser Konzept überzeugt die Eltern, das spiegelt sich auch in der guten Auslastung der Kita wieder“, sagt Simone Nast. Drei freie Plätze gebe es noch, dann sei die Kapazitätsgrenze erreicht. Die Kita verfolgt vor allem den Ansatz, dass die Kinder in der Natur sind, sich draußen im Freien aufhalten und auch wissen, woher ihre Nahrungsmittel kommen. Versammelt unter dem großen Kirschbaum kann man gleich die Früchte vom Baum naschen. Aber auch ein Kartoffelfeld gibt es hinter dem Kindergarten. Hier können die Knirpse sehen, wie die Kartoffeln in die Erde kommen, wie sie wachsen und am Ende in der Küche landen und schließlich auf ihren Tellern. „Wir gehen dann auch mal zu unseren Kartoffeln, um Kartoffelkäfer abzusammeln und machen dabei auch gleich einen Abstecher in unseren Naschgarten“, sagt Simone Nast.

Sie selbst habe ein Montessori-Diplom abgelegt, nennt die Einrichtung aber nicht Montessori-Kita, denn dann müssten alle Erzieher diese Qualifikation nachholen. Dennoch verfolge man den Ansatz, die Kinder zu beschäftigen, ihnen aber auch viel Freiraum zu lassen, um sich selbst auszuprobieren und mit dem zu spielen, was sich auf dem großen Spielplatz findet. Stolz ist man aber auch, dass man noch eine Köchin beschäftigen kann und so das Essen für die Kinder jeden Tag frisch direkt im Haus gekocht wird, zum Teil dann auch mit den eigenen Kartoffeln. Für Kinder mit gewissen Einschränkungen gibt es eine Einzelfallhelferin, die sich dann intensiv um diese Mädchen und Jungen kümmert, aber auch immer versucht, sie in den Kita-Alltag einzubeziehen.

Ruhiges Wohnen in Stadtnähe

Als einen ruhigen Ort in Stadtnähe, in dem jeder jeden kennt, beschreibt Ortsvorsteher Matthias Grätz Schönhagen. Sehenswert sind die restaurierte Kirche mit ihren mittelalterlichen Fresken und auch die wieder instand gesetzte Mühle an der Dömnitz, ein beliebtes Ausflugsziel. Stolz ist man, dass es gelungen sei, die Kita zu erhalten, die gut ausgelastet ist. Ein Dorf mit guter Infrastruktur, in dem es sich leben lässt. Momentan beobachte man argwöhnisch die Pläne für die Umstellung des Busverkehrs. „Vor allem für die älteren Einwohner ist die Busanbindung nach Pritzwalk wichtig. An die Adresse des Landkreises sagen wir, dass wir mit dem, was geplant ist, nicht einverstanden sind, weil das eine Schwächung der Lebensqualität in den Dörfern bedeuten würde“, so Grätz.

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