Warin : „Ich bin ein Naturmensch“

Auch Naturfreaks haben so ihre Präferenzen: „Insekten mag ich eher weniger“, bekennt Tom Zehlius, der neue FÖJ-ler in der Wariner Naturparkverwaltung.
Auch Naturfreaks haben so ihre Präferenzen: „Insekten mag ich eher weniger“, bekennt Tom Zehlius, der neue FÖJ-ler in der Wariner Naturparkverwaltung.

Für Tom Zehlius aus Kobrow klappte es im zweiten Anlauf doch noch mit der Stelle im Freiwilligen Ökologischen Jahr im Naturpark

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25. Februar 2019, 19:37 Uhr

Tom Zehlius sagt über sich: „Ich bin ein Naturmensch“. Der 18-jährige Kobrower ist im zweiten Anlauf der neue FÖJ-ler im Naturpark Sternberger Seenland.

Er hatte sich um ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) in der Naturparkverwaltung in Warin beworben, doch es blieb zunächst nur ein Platz auf der Warteliste. Die Naturparkleute entschieden sich zum vergangenen September für Christopher Wüst aus dem Südharz in Sachsen-Anhalt. Doch dann ergab sich für ihn doch noch im Oktober ein Biologie-Studienplatz an der Uni Rostock. Trotz seiner guten Arbeit rieten ihm die Naturpark-Kollegen, unbedingt diese Chance zu ergreifen. „Wer weiß, was nächstes Jahr ist“, so der stellvertretende Leiter, Jan Lippke.

Die Freiwilligenstelle im Naturpark konnte indes Anfang Dezember neu besetzt werden – mit Tom Zehlius. Die Laufzeit seines FÖJ-Jahres geht noch bis Sommer 2019. „Nach längerer Zeit ist das mal einer wieder aus der Region“, bemerkt Naturparkleiter Volker Brandt. Und auch der Teenager freut sich, dass es geklappt hat.

So überbrückt der Kobrower, der nach der elften Klasse von der KGS Sternberg abgegangen ist, auf nützliche Art die Zeit bis zum Herbst. Zehlius möchte dann eine Ausbildung als Forstwirt beginnen.

„Ich habe mich bereits bei der Landesforst MV und anderen Landesforsten im Bundesgebiet beworben.“ Sollte es mit der Lehre klappen, möchte der Kobrower nach erfolgreichem Abschluss ein Studium der Forstwirtschaft anschließen.

Doch erst einmal ist Naturmensch Tom Zehlius mit Eifer als FÖJ-ler in der Naturparkverwaltung. Mit den Rangern war er bereits unterwegs unter anderem beim in den Wintermonaten anstehenden Monitoring von Biber und Otter. „Ich hätte nie gedacht, dass es so viele Biber gibt im Naturpark“, sagt Zehlius. Insgesamt wurden vergangenes Jahr im Naturpark an die 330 Nager gezählt. Die Zahl blieb damit konstant, die Reviere änderten sich aber. Ein Hotspot habe sich um Warin herum gebildet, einen kleineren gibt es am Radebach und neuerdings auch an der alten Mildenitz vom Rothener See bis zum Trentsee. Zum großen Teil aufgegeben haben die Biber hingegen die Reviere an der Mieckow bei Kuhlen, weil hier das Nahrungsangebot nicht mehr da ist – alles abgefressen. Die Biber-Grenze im Naturpark verläuft derzeit zwischen Glammsee und Großem Wariner See. „Im Neuklostersee ist er auch noch nicht“, weiß Krüger. Die neuesten Zahlen verkündet Mario Krüger, der Leiter der Naturwacht, wieder beim Bibertag in Alt Necheln im April.

Tom Zehlius findet das alles ungemein spannend. „Ich bin früher mit Vati zur Jagd gegangen, war viel in der Forst und beim Jagen unterwegs. Da habe ich einiges kennengelernt und so hat sich das Interesse mit den Jahren ausgeprägt.“ Aktuell arbeitet er an der Ausstellung über die Tiere und Pflanzen des Jahres 2019 im Naturparkzentrum. So ist die Flatterulme der Baum des Jahres, das Schachbrett der Schmetterling des Jahres und die Rostrote Mauerbiene das Insekt des Jahres. Letztere ist übrigens eine echte Frühlingsbotin. Sobald die auffallend pelzige Wildbiene auftritt, ist die Zeit der andauernden Fröste vorüber und Frühjahrsblüher wie Krokusse oder Hyazinthen recken sich der Sonne entgegen. Fakten, die sich auch Tom Zehlius erst anlesen muss. Und die der Kobrower dann kurz und bündig in Text und Bild präsentiert.

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