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Bützower Zeitung

24. Oktober 2017 | 11:38 Uhr

Bützow : Schlösser’sche Handschriften

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Ausstellung „Zwei Sichten“ im Bützower Kunsthaus eröffnet / Werke von Lilo und Karl Schlösser bis Ende Juli ausgestellt

prignitzer.de von
erstellt am 19.Jun.2017 | 21:00 Uhr

„Das Haus ist voller Kunst und voller Kunst-Interessierter“, mit diesen Worten eröffnete Karl-Werner Zießnitz die neue Ausstellung „Zwei Sichten“ im Bützower Kunsthaus. Werke des Künstlerpaares Lilo und Karl Schlösser sind nun für jedermann zu sehen.

Zwei Tage lang wurden die zirka 60 Werke der beiden Demminer Künstler aufgestellt. Laut Zießnitz gar nicht so einfach, galt es dabei doch „zwei Handschriften“ zu berücksichtigen. Vom Ergebnis können sich Interessierte bis Ende Juli überzeugen. Entsprechend der beiden Handschriften wurde auch der Titel der Ausstellung gewählt. Besucher seien laut Lilo Schlösser dazu eingeladen, Vergleiche anzustellen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszufinden und auf Entdeckertour zu gehen.

Dabei dürfen Besucher einiges erwarten, auch schwere Kost. „Der künstlerische Blick ist eine schöpferische Art des Sehens“, erklärte Lilo Schlösser. „Und hier haben Sie nun zwei Schlösser’sche Sichten.“ Insbesondere die von Karl Schlösser hat es in sich. Als Zehnjähriger sah er mit an, wie seine Heimatstadt Demmin einem Flammenmeer zum Opfer fiel und die Stadt großes Leid erfuhr. „Die Bilder haben ihn nie losgelassen“, erklärte seine Frau. In der jüngsten Vergangenheit setzte er sich mit diesem Thema künstlerisch auseinander. In Bützow sind dieser Werke nun erstmals zu sehen.

Dem ernsten Thema Feuer steht Lilo Schlössers Thema Wasser entgegen. Gemeinsam haben beide aber, dass sie keine exakten Abbilder von Gesehenem wiedergeben. „Wir sind keine Pleinairmaler“, erklärt Lilo Schlösser. Von Eindrücken werden zwar teilweise kleine Skizzen angefertigt, im gemeinsamen Atelier – in dem die beiden übrigens nie zeitgleich künstlerisch tätig sind – werden diese dann expressiv abgeändert.

Der Betrachter wird keine Schlösser’sche Landschaft erblicken, die in der Realität genauso aussieht. Auch von Reisen werden Skizzen mitgebracht und später umgesetzt. „Wir sind keine Heimatmaler“, sagt Lilo Schlösser, die auch Mitglied im Pommerschen Künstlerbund ist. „Wir lassen uns von der Natur inspirieren.“ Die eingefangenen Inspirationen werden dann farblich dramatisiert und expressiv ausgedrückt.

„Zwei Sichten“ löste die Ausstellung des Greifswalder Künstlers Manfred Prinz ab. Auch Prinz war Mitglied im Pommerschen Künstlerbund. „Wir haben Blut geleckt“, sagt Lilo Schlösser. Das Kunsthaus hat nämlich Eindruck hinterlassen. „Wir danken für die Möglichkeit, hier ausstellen zu dürfen“, so die Demminerin. Sie schwärmte vom Kunsthaus und dem Engagement von Familie Zießnitz und den Helfern – „was für eine Leistung“.

Und das Kunsthaus hat sich von den beiden Künstlern sogar dazu hinreißen lassen, mal vom Fahrplan abzuweichen. Denn laut Karl-Werner Zießnitz seien Lesungen nicht im Sinne der Räumlichkeiten gewesen. Doch für das Buch von Karl Schlösser, in dem er seine Erinnerungen an die Schreckenszeiten in Demmin verarbeitet hat, soll nun eine Ausnahme gemacht werden. Zießnitz lud das Künstlerpaar bereits für eine Lesung ein. Und die Schlössers sagten gern zu.

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