Schwaan : Streiten – aber fair

Engagiert sich in der Kommunalpolitik: Ingelore Fiedler hat in der Stadtvertretung Schwaan vor kurzem mit ihrem Sohn Felix die Fiedler-Fraktion gegründet.
Engagiert sich in der Kommunalpolitik: Ingelore Fiedler hat in der Stadtvertretung Schwaan vor kurzem mit ihrem Sohn Felix die Fiedler-Fraktion gegründet.

Ingelore Fiedler fordert Sacharbeit in der Stadtvertretung.

Avatar_prignitzer von
19. September 2019, 05:00 Uhr

Die neue Stadtvertretung in Schwaan ist gegründet, die Arbeit angelaufen. Die SVZ stellt die Fraktionsvorsitzenden vor. Heute: Ingelore Fiedler, Vorsitzende der Fiedler-Fraktion.

„Am wichtigsten ist mir, dass wieder Ruhe und Frieden einkehrt. Denn erst einmal ist ja die Stadtvertretung gewählt, um für das Wohl der Bürger einzutreten“, sagt Ingelore Fiedler.

Die Kommunalpolitikerin ist zutiefst getroffen, weil das Zerwürfnis mit den Linken nach der Wahl Ende Mai auch das Ende von jahrelangen Freundschaften bedeutet hat. Sie war wie ihr Sohn und ihr Cousin für die Linken angetreten, die sich verjüngen wollten. „Eigentlich liebe ich Streitgespräche.“ Sie sei dann aber angefeindet worden, weil sie sich nicht vorschreiben lassen wollte, wie sie in der Stadtvertretung zu agieren habe. Daraufhin sei sie aus der Partei ausgetreten. Die Vorwürfe der Linken seien persönlich geworden und unter die Gürtellinie gegangen. Zudem seien ihr Betrieb und das von ihr herausgegebene Schwaaner Anzeigenblatt schlecht gemacht worden.

In der Stadtvertretung dreht sich Vieles um den Campus der Generationen. Es sei doch gut, wenn alle unter einem Hut seien und die Kinder wüssten, wo sie essen gehen können, meint Ingelore Fiedler.

Was hält die Schwaanerin von einer zehnten Klasse in ihrer Heimatstadt? Sie fände es schön, wenn Schwaan sogar eine gymnasiale Oberstufe hätte. Ihr Sohn sei früher auch mit dem Bus nach Bad Doberan gefahren, berichtet sie. „Es sind Strapazen für die Kinder.“ Aber ob eine zehnte Klasse umzusetzen ist, bleibe die Frage. Die Kommunalpolitikerin findet es allerdings ungerecht, wenn ein Gymnasiast nach der zehnten Klasse abgehen und den gleichen Abschluss haben könne wie ein anderer Schüler nur nach bestandener Prüfung.

Ingelore Fiedler gefällt nicht, dass die Planung von Campus und Schul-Erweiterung „scheibchenweise“ vorangetrieben werde. Nun müsse erneut neu angefangen werden: „Das ist mir nicht ganz einleuchtend.“ Änderungen kosteten immer mehr Geld. „Die Schule ist sehr sanierungsbedürftig“, sagt die Schwaanerin. Sie habe sich in den Gebäuden umgeschaut, auch das frühere Schwimmbecken kenne sie. Aber hier wieder Kinder Schwimmen zu lehren, würde Ingelore Fiedler zufolge einfach zu viel Geld kosten.

Ein weiterer Punkt, der viel Geld kosten wird: Die Brandschutzbedarfsplanung sieht vor, dass das Feuerwehrhaus an den großen Platz in Schwaans Zentrum müsse. „Aber da würde ich sagen: Eins nach dem anderen“, verweist Ingelore Fiedler auf die Finanzen. Sie habe auch darauf hingewiesen, dass gegenüber vom neuen Standort das Pflegeheim stehe.

Auch weiterer Zuzug in die Warnowstadt wird diskutiert. Schwaan liegt im Speckgürtel Rostocks. Aber die Stadt hat kaum noch Platz. „Bei uns fehlt sozialer Wohnungsbau“, sagt Ingelore Fiedler. Nicht alle jungen Leute, die für eine gewisse Zeit herziehen wollten, wollten sich mit einem Hausbau verschulden. Außerdem bedeute Zuzug weitere Kinderkrippen- und Kindergartenplätze, Hort und Schule. „Ich empfehle, kommunalen Wohnungsbau in die Welt zu setzen und dass die Kommune mal selber Geld in die Hand nimmt.“ Sie hofft auch, dass irgendwann die Mietpreisbremse kommt. Was Ingelore Fiedler auch vorschlägt: Dass der Schulbusverkehr für alle Kinder kostenfrei wird – und zwar den ganzen Tag lang.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen