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Angler aus Bülow : Sellering vermittelt bei Pachtstreit

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Bernhard Kummerow fühlt sich vom Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe ungerecht behandelt. Ministerpräsident sagt Hilfe zu

prignitzer.de von
erstellt am 25.Apr.2017 | 08:00 Uhr

Bernhard Kummerow fühlt sich ungerecht behandelt: „Ich habe am Neuenkirchener See bei Neuhof ein Bootshaus und eine Finnhütte. Der Pachtvertrag mit dem Biosphärenreservatsamt für das Gelände, auf dem das steht, ist bereits 2015 abgelaufen und ich bekomme keine für mich akzeptable Verlängerung“, beklagt sich der Bülower aus der Gemeinde Königsfeld bei der SVZ.

Der Hintergrund: Der ehemalige Hochseefischer hatte kurz nach der Jahrtausendwende einen Pachtvertrag für sein Bootshaus und Finnhütte am Südende des Neuenkirchener Sees mit dem Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe abgeschlossen. Laufzeit zwölf Jahre plus zwei. Das hieß, bis 2015 lief der Grundvertrag, bis 2017 die Maximallaufzeit. „Seit 2015 kämpfe ich nun um die Verlängerung des Vertrages. Aber die Behörde bietet mir nur noch die Möglichkeit einer jährlichen Pacht mit Verlängerungsoption in eben diesem Rhytmus“, schüttelt der 63-Jährige den Kopf. Darüber hinaus sei der Verkauf der Gebäude anders als zuvor nun untersagt. Sprich, wenn Kummerow, zum Beispiel aus Altersgründen Bootshaus und Finnhütte nicht mehr unterhalten kann, bleibt offiziell nur der Abriss. „Ich vermute, dass das Biosphärenreservatsamt sich mittelfristig so dieser Sache und uns Anglern entledigen will“, sagt Kummerow, der im örtlichen Angelverein „Petri Heil Neuenkirchen e.V.“ organisiert ist. Dieser teilt sich die sportfischermäßige Bewirtschaftung des Sees mit dem Hamburger Angelverein „Sportangler-Vereinigung Hamburg e.V.“ (SAV), dem der größte Teil des Gewässers gehört.

Auf Nachfrage der SVZ teilt Amtssprecherin Ulrike Müller mit: „Die zuständigen Sachbearbeiter haben mir mitgeteilt, dass das Biosphärenreservatsamt dafür nicht zuständig ist, da das Gewässer dem SAV gehört. Nur die können einen Pachtvertrag für Herrn Kummerow ausstellen“. Ein Irrtum, wie sich schnell herausstellt, da sowohl auf der Internetseite des SAV, als auch von Gewässerwart Wilfried Abel zu erfahren ist, dass der Neuenkirchener See eben nicht vollständig dem Hamburger Angelverein gehört. Und so heißt es dann schriftlich von der Behörde: „Herr Kummerow hatte einen befristeten Vertrag für das Bootshaus mit der Landgesellschaft (dieser wurde vom Bisphärenreservatsamt übernommen, Anm. d. Red.). Da dieser Vertrag ausgelaufen ist, haben wir mit ihm einen Vertrag geschlossen: Zeitraum 01.01.2016 bis 31.12.2016. Diesen Vertrag hat Herr Kummerow nicht unterschrieben. Warum wissen wir nicht, denn der Vertrag verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr, wenn er nicht mit einer Frist von drei Monaten vor Ablauf des Pachtjahres gekündigt wird.“

In seiner Not hat sich Bernhard Kummerow nun auch an Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gewandt und ihn bei der jüngsten Bürgersprechstunde in Grevesmühlen diesbezüglich konsultiert. Danach sagte Sellering zur SVZ: „Es scheint, als hätte das Biosphärenreservatsamt keine große Erfahrung mit Pachtverträgen. Ich werde mich der Sache annehmen.“

„Es gibt unsererseits keine Bestrebungen, das Bootshaus abzureißen oder sonstige Nutzungseinschränkungen in dem Gebiet vorzunehmen. Herr Kummerow kann sich zur Klärung dieses Missverständnisses gern an uns wenden“, heißt es nun von Behördensprecherin Ulrike Müller.

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