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Vereine in der Region : Aufbruch von Tellow aus in die Welt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die Thünengesellschaft Tellow e.V. betreibt die wissenschaftliche Erschließung des Werks des Agrar-Wissenschaftlers Johann Heinrich von Thünen.

prignitzer.de von
erstellt am 19.Jun.2017 | 12:00 Uhr

Gleich nach der Wende nutzte Rolf-Peter Bartz die Euphorie des Aufbruchs, um mit der Gründung der Thünengesellschaft Tellow zu neuen Ufern bei der Erschließung des Gedankengutes des Agrar- und Wirtschaftswissenschaftlers und Musterlandwirts Johann Heinrich von Thünen (1783-1850) aufzubrechen. So gründete sich zunächst Ende Juli 1990 die Thünengesellschaft Tellow als regional wirkender Verein. Nur zwei Monate später, auf der Festveranstaltung zum 140. Todestag von Thünens am 22. September 1990, weitete die Gesellschaft ihr Wirkungsfeld auf ganz Deutschland, Europa und auf Übersee aus.

Auf der Liste der Gründungsmitglieder stehen unter anderem Rolf-Peter Bartz, der das Amt des Geschäftsführers von Anfang an übernahm, Gerhard Jannermann als erster Vorsitzender des Vereins, Teterows Bürgermeister Reinhard Dettmann sowie je ein Professor aus den USA und aus Japan. „So international aufgestellt widmete sich die Gesellschaft der Erschließung des umfangreichen Thünenschen Gedankengutes für unsere Zeit“, resümiert Bartz die Anfänge. Und er erinnert sich an zahlreiche Höhepunkte der ersten Jahre. Etwa, als ein Professor aus Tokio die japanische Ausgabe von Thünens Hauptwerk „Der isolierte Staat“ mit nach Tellow brachte. Oder an das Jahr 1992, als sich in Asheville im US-Staat North Carolina eine Nordamerikanische Abteilung der Thünengesellschaft gründete.

Von Anfang an entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit dem Thünen-Museum-Tellow, die im November 1991 vertraglich vereinbart wurde. Acht Jahre später fasste die Mitgliederversammlung den Beschluss, die Verantwortung für den wissenschaftlich-musealen Bereich des Museums zu übernehmen. Diese Maßnahme war Beitrag des Vereins, den Weiterbestand von Thünengut und Museum nach der Auflösung der Kulturstiftung „Teterower Kreis“ zu sichern. Verdient machte und macht sich die Gesellschaft als Herausgeber zahlreicher Publikationen. Wenn auch die im ersten Überschwang geplante Herausgabe von Thünens Gesamtwerk scheiterte, so erblickten doch in der Folgezeit zahlreiche Schriften das Licht der Öffentlichkeit. Höhepunkte dabei waren zehn Bände eines Thünen-Jahrbuchs sowie die Herausgabe der zirka 1200 Seiten umfassenden Sammlung von Briefen Johann Heinrich von Thünens.

Wie ein roter Faden ziehen sich Konferenzen, Kolloquien oder Symposien durch die jetzt knapp 27 Jahre des Wirkens der Thünengesellschaft. Letzter großer Höhepunkt war das als „Treffen der Generationen“ ausgewiesene Poggesymposium in Roggow und Lalendorf vor einem Jahr. „Anliegen der Gesellschaft ist es, Möglichkeiten der Begegnungen und des Gedankenaustauschs zu schaffen. Das auch vor dem Hintergrund, dass wir junge Akademiker und Landwirte für die Arbeit des Vereins begeistern wollen“, sagt Fritz Tack. Der ehemalige Professor an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock steht seit 1994 an der Spitze der Thünengesellschaft Tellow. Er nutzt seine umfangreichen Kontakte aus seiner zehnjährigen Mitgliedschaft im Landtag sowie im Kreistag, um sich immer wieder für den Fortbestand des Tellower Gutes und des Museums einzusetzen. Er weiß, dass die wirtschaftliche Situation der Thünengut Tellow gGmbH als Betreiber des Thünen-Museums nach wie vor schwierig ist. „In jeder Vorstandssitzung der Thünengesellschaft ist die Lage am Standort Tellow mittlerweile ein fester Tagesordnungspunkt“, sagt der Vorsitzende.





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