Güstrow : Die Bewerbung gleich mitgebracht

Steven Reiß (l.) und sein Vater Roland Reiß informierten sich über die Ausbildungsberufe Sozialassistent und Heilerziehungspfleger. Nathalie Seier, Karen Silberstein, Andrea Borgwardt und Marius Jacobi (v.l.) beantworteten alle Fragen.
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Steven Reiß (l.) und sein Vater Roland Reiß informierten sich über die Ausbildungsberufe Sozialassistent und Heilerziehungspfleger. Nathalie Seier, Karen Silberstein, Andrea Borgwardt und Marius Jacobi (v.l.) beantworteten alle Fragen.

Viel Nachfrage am Tag der offenen Tür im Regionalen Beruflichen Bildungszentrum des Landkreises in Güstrow-Bockhorst.

prignitzer.de von
22. Januar 2018, 05:00 Uhr

Zum Tag der offenen Tür im Regionalen Beruflichen Bildungszentrum hatte Steven Reiß seine Bewerbungsunterlagen gleich mitgebracht. Der 21-Jährige weiß genau, was er will. Nämlich sich zunächst zum Sozialassistenten ausbilden lassen und danach den Beruf eines Heilerziehungspflegers zu erlernen. Nach insgesamt vier Jahren wird der Güstrower seinen Abschluss in der Tasche haben.

Dabei hat sich Steven Reiß zielgerichtet auf seine Ausbildung vorbereitet. Nach einem Jahr Bundesfreiwilligendienst beim DRK hatte er einen internationalen Freiwilligendienst in Ghana angeschlossen und dort die Kinderbetreuung in einem Waisenhaus übernommen. Zurzeit arbeitet er als Schulbegleiter am Güstrower Landesförderzentrum Hören. Am Sonnabend informierte er sich in Bockhorst über Details seiner Ausbildung. „Ich wollte vor allem wissen, wie der praktische Teil aussieht. Nun hoffe ich, dass es im September losgehen kann“, sagte er.

Immer im Januar lädt die berufliche Schule zu einem Tag der offenen Tür ein, um das neue Ausbildungsjahr vorzubereiten. Während Schulleiterin Regina Hemesath die umfangreichen Ausbildungsmöglichkeiten vorstellte, konnten sich Interessenten in Gesprächen konkret über Voraussetzungen, Dauer und Ablauf der von ihren gewählten Ausbildungs informieren. Dabei gab es in diesem Jahr sogar einen Informationsstand mehr. Seit September läuft an der Schule das erste Lehrjahr für die dreijährige Ausbildung zum „Staatlich anerkannten Erzieher für 0- bis 10-Jährige“. Dieses Berufsbild der Höheren Berufsfachschule hatte die Landesregierung ins Leben gerufen, um dem chronischen Fachkräftemangel in Kindertagesstätten und Horten entgegen zu wirken. Der Vorteil der an einen Träger gebundenen Ausbildung: Die Schüler bekommen eine Ausbildungsvergütung. Der Nachteil: Der Berufsabschluss ist nur in MV anerkannt. „Aber es besteht die Möglichkeit, einen Aufsatzmodul zum ‚Staatlich anerkannten Erzieher‘ anzuschließen“, erläutert Lehrerin Sylvia Moldenhauer. Im ersten Jahrgang erlernen 13 Frauen und ein Mann diesen Beruf. Das Alter der Schüler liegt zwischen 17 und 41 Jahren. „Es ist also auch sehr gut geeignet für Quereinsteiger“, bestätigt Klassensprecherin Pauline Wiechmann. Die 23-Jährige aus Dummerstorf hat bereits einen beruflichen Abschluss als Gestalterin für visuelles Marketing in der Tasche. In der Arbeit merkte sie aber, dass sie viel lieber mit Kindern arbeiten würde. Die ersten Monate in Bockhorst und an ihrer Praxisstätte, der ASB-Kita „Grashüpfer“ in Hanstorf, haben ihre Erwartungen erfüllt. „Ich bin glücklich“, strahlt Pauline Wiechmann.

Auch Regina Hemesath zieht eine gute Bilanz. Zurzeit lernen im Regionalen Beruflichen Bildungszentrum 2313 Schüler, über 100 mehr als im vergangenen Schuljahr. Anstiege verzeichnet die Schulleiterin in den Berufen Landwirt, Mechatroniker, Justizfachangestellter oder Forstwirt. Etwas rückläufig seien die Zahlen in einigen wirtschaftlichen Berufen. Auch in den gastronomischen Berufen halte der seit Jahren zu beobachtende Abwärtstrend an. „Die Wirtschaftslage entscheidet heute, welchen Beruf die jungen Leute ergreifen wollen“, weiß Regina Hemesath.

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