Lalendorf : Poggeschule pocht auf Groß Wokern

Überzeugt vom derzeitigen Konzept des Lalendorfer Schulstandortes: Schulleiter Ortwin Ackermann
Überzeugt vom derzeitigen Konzept des Lalendorfer Schulstandortes: Schulleiter Ortwin Ackermann

Bildungsministerium stellt Grundschul-Außenstandort in Frage.

von
04. Februar 2019, 20:00 Uhr

Schreckmoment für die Gemeinde und ihre Schule in Lalendorf: Das Bildungsministerium bat zum Gespräch. Die Frage: Wozu braucht die Johann-Pogge-Schule den Grundschul-Außenstandort in Groß Wokern? Geargwöhnt wird: Die vom Landkreis geführten Schülerzahlen würden den Bedarf nicht belegen. Doch diese Zahlen würden nicht die Realität spiegeln, behaupten Bürgermeister und Schulleiter unisono.

Warum aber gab es nach Schließung der Schule Groß Wokern 2010 zwar eine Ausnahmegenehmigung als Außenstandort für Lalendorf für zwei Jahre, die jedoch nicht verlängert wurde? Geschlossen wurde er aber auch nicht, offensichtlich hat es niemand gekümmert. Hintergrund sind wohl personelle Probleme im Schulverwaltungsamt des Landkreises. Deshalb auch sei der ganze Schulentwicklungsplan 2015-2020 (erst 2017 beschlossen) noch gar nicht genehmigt, habe sich in Schwerin herausgestellt. So sei es Ziel des Gesprächs gewesen, den Zustand in Lalendorf auf rechtlich fundierte Füße zu stellen.

Denn die Crux dabei ist: Die Schüler aus Groß Wokern stabilisierten wesentlich die regionale Lalendorfer Schule, um die gesetzlich geforderte Schülerzahl beim Eingang in die 5. Klassenstufe zu erreichen. Denn klar erscheint den Lalendorfern: Ohne die Grundschule in Groß Wokern würden die dort eingeschulten Kinder nach Teterow gehen und wären für Lalendorf verloren.

Bleibt die Frage, ob die Kinder aus der Außenstelle nicht einfach in Lalendorf beschult werden könnten, wie es sich das Ministerium vorstellen möchte. Das gehe definitiv nicht, sagt Schulleiter Ortwin Ackermann. Vier Klassen gebe es in Groß Wokern, 15 in Lalendorf. Die Kapazität der Schule mit Groß Wokern: 390 Schüler. Gegenwärtig besuchen 367 Mädchen und Jungen die Schule. Tendenz steigend: Waren es 2017 noch 357 Schüler, so stehe die Prognose für 2020 auf 375 Schüler. Ortwin Ackermann rechnet vor: „Wir haben in Lalendorf 15 Klassenräume. Dazu kommen Fachräume, die aber teilweise schon doppelt belegt sind. Für Grundschüler kann ich sowieso keinen Fachraum nehmen.“ Wenn 26 Schüler in einen Klassenraum passen, sei schon alles nahezu ausgereizt – für die vier Wokerner Klassen kein Platz mehr im Hause Lalendorf. Und wenn im nächsten Jahr die sogenannte flexible Schuleinführung Inklusion beginne, dann brauche auch das weiteren Platz. Auch lasse sich für den Hort im Haus, von Schwerin ebenfalls ins Gespräch gebracht, keine andere geeignete Immobilie in Lalendorf finden, so Schulleiter Ortwin Ackermann. Gleiches gelte für die Bibliothek, die zudem in der Schule am sinnvollsten aufgehoben sei. „Wir bieten ein Komplettpaket für die Eltern“, ist sich der Schulleiter sicher und verweist noch auf die Wohngruppen Friedrichshagen und Lalendorf, deren Bewohner ebenfalls ihre Schule in Lalendorf haben.

Bürgermeisterstellvertreter Thomas Ackermann wirft zudem eine positive Entwicklung der Gemeinde ins Feld: Es gebe Zuzug im Umfeld. So sei der Wohnungsleerstand deutlich gesunken. „Wir haben nur noch vier leere Wohnungen.“ Und in Groß Wokern müsse man schon neue Baugebiete ausweisen. Es werde also weiteren Schüler-Aufwuchs geben, prognostiziert der amtierende Bürgermeister.

Bis Ende März wolle sich das Bildungsministerium äußern. Aus beider Ackermanns Sicht spreche alles für Lalendorf – mit Groß Wokern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen