Güstrow : Übersetzer überflüssig

Francesco Mucauque (r.), Vorsitzender des Vereins Amandla, überreicht eine vom Verein gesammelte Spende zur Wiederherstellung des Borwinbrunnens an Roman Stieler zur Weiterleitung an den Bürgermeister.
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Francesco Mucauque (r.), Vorsitzender des Vereins Amandla, überreicht eine vom Verein gesammelte Spende zur Wiederherstellung des Borwinbrunnens an Roman Stieler zur Weiterleitung an den Bürgermeister.

Güstrower Verein Amandla lud zum Tag der Kultur in die Villa Kunterbündnis am Güstrower Pferdemarkt ein.

prignitzer.de von
24. Januar 2018, 05:00 Uhr

Babylonisches Stimmengewirr in der Villa „Kunterbündnis“ am Güstrower Pferdemarkt. Der Einladung des in Güstrow ansässigen Vereins Amandla zu einem Tag der Kultur waren zahlreiche Migranten aus Syrien, dem Iran, Eritrea, aus den Balkanstaaten und Mexiko gefolgt. Dabei ging es weniger um die verschiedenen Kulturen dieser Länder, als vielmehr um Hinweise, Informationen, Projekte, Vorhaben und die Frage, wie Integration noch besser gelingen kann.

„Im Landkreis Rostock leben gegenwärtig 7121 Migranten. Sie machen zirka 3,4 Prozent der Gesamtbevölkerung des Kreises aus“, informierte Roman Stieler, Koordinator Integration beim Landkreis Rostock. Davon sind zirka 2400 Flüchtlinge aus Kriegs- oder Krisengebieten, rund 3000 Menschen sind EU-Ausländer und die restliche Zahl sind Migranten aus anderen Teilen der Welt. Stieler informierte über Einrichtungen der Integrationshilfe wie Migrationslotsen oder den Jugendmigrationsdienst. Für Integrationsprojekte stehe ein Budget zur Verfügung, aus dem 2017 etwa 40 Vorhaben gefördert wurden. „Wir suchen Ideen für Projekte, die bei der Integration weiterhelfen, auch wenn es nur kleine Schritte sind“, warb Stieler. Zurzeit erarbeite der Landkreis ein Integrationskonzept, das am 5. März auf einem Integrationsgipfel in Güstrow diskutiert werden soll. Peggy Reimer vom DRK sprach über das Projekt „Menschen stärken Menschen“. Dabei gehe es um Patenschaften zwischen geflüchteten und hier lebenden Menschen. „Wir wollen Menschen zusammenbringen“, sagte sie. Das Netzwerk „Migranet-MV“ stellte Ruben Cardenas vor. 2009 gegründet, vereint es inzwischen über 50 Migrantenorganisationen, zumeist Vereine. Auch Amandla ist Teil des Netzwerkes, allerdings der einzige Vertreter aus dem Landkreis Rostock. „Unser Verein hat sich am 4. April 2014 gegründet. Sein Ziel ist, Brücken zu verschiedenen Kulturen zu bauen“, sagte Dr. Francesco Mucauque. Der Vereinsvorsitzende appellierte nachdrücklich an die Migranten, die deutsche Sprache zu erlernen. „Ohne Sprache öffnen sich keine Türen“, betonte er.

Bei der Veranstaltung sorgte Faris aus Jemen für die Verständigung. Er übersetzte die wichtigsten Passagen ins Arabische. Keine Verständigungsprobleme hatte dagegen die Musikgruppe „Los Talidos“ zu beklagen. Nach deren lateinamerikanischen Rhythmen tanzten bald ausgelassen die Teilnehmer am Tag der Kultur.

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