Heldenserie : Mit Ortskenntnis zum Löscherfolg beim Lübtheener Großbrand

Der Erfolg der Bundeswehrfeuerwehr hing maßgeblich von Jan-Peter Reimers Ortskenntnis auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz ab.
Der Erfolg der Bundeswehrfeuerwehr hing maßgeblich von Jan-Peter Reimers Ortskenntnis auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz ab.

Jan-Peter Reimer und Petra Nehring kümmerten sich in Lübtheen um die Einsatzkräfte und führten sie sicher zu den Brandherden

23-13255134_23-66107381_1416391921.JPG von
22. August 2019, 20:00 Uhr

„Wir sind alle Helden.“ So lautet das Motto der riesigen Dankesfeier am 7. September in Lübtheen. Anlass ist die erfolgreiche Bekämpfung des größten Waldbrandes in der Geschichte des Landes. Die Intention hinter dem Motto ist die Gewissheit, dass einer alleine diese Katastrophe nie hätte bewältigen können.

 

Auch Jan-Peter Reimer und Petra Nehring wissen das. Gehörten die zwei Feuerwehrleute doch zu den vielen Tausenden, die durch ihren rastlosen Einsatz zum Erfolg beigetragen haben.

„Ihr Einsatz war ganz wichtig“

Sie – Gemeindewehrführerin in Lübtheen – und er – ihr Stellvertreter – bildeten dabei sogar ein sehr großes Glied in der Kette der Brandbekämpfung. Davon ist auch Kreiswehrführer Uwe Pulss überzeugt. „Ihr Einsatz war wirklich ganz wichtig. Ohne diese Leute wäre das Löschen des Brands fast gar nicht machbar gewesen“, ist sich der Feuerwehrmann sicher. Er meint damit die große Ortskenntnis, die vor allem Jan-Peter Reimer auszeichnet. Seit seinem 16. Lebensjahr ist der 50-Jährge bei der Feuerwehr und von 1998 bis zum Jahr 2009 war er – jetzt Berufsfeuerwehrmann bei der Bundeswehr im niedersächsischen Bergen – bei der Standortwehr auf dem Truppenübungsplatz Lübtheen tätig.

Überzeugte durch seine Ortskenntnis: Jan-Peter Reimer kannte sich bestens auf dem munitionsbelasteten Gelände aus.
Reimer/Nehring
Überzeugte durch seine Ortskenntnis: Jan-Peter Reimer kannte sich bestens auf dem munitionsbelasteten Gelände aus.
 

Deswegen hat er während des Brandes nicht nur die vielen Kameraden aus nah und fern sicher zu ihren Bereitstellungsräumen gebracht. Jan-Peter Reimer hat auch dafür gesorgt, dass die seit dem 3. Juni rund 60 im Einsatz befindlichen Kameraden der Bundeswehrfeuerwehr mit ihren Waldbrand-Tank-Lösch-Fahrzeugen zielgerichtet gegen das Feuer vorgehen konnten. „Außerdem war ich ständig für Lageerkundungen im Einsatz“, erzählt der Mann weiter.

Immer wieder Detonationen gehört

„Das wird dann einfach gemacht“, kommentiert er sein Leistungspensum knapp, wobei er hinzufügt: „Die Angst kam dann erst im Nachhinein.“

Denn auch Jan-Peter Reimer hat immer wieder Detonationen während der Löscharbeiten gehört. Petra Nehring kann dem nur zustimmen. „Dafür sind wir Feuerwehrleute doch da. Wir helfen und löschen, so lange es brennt und Not am Mann ist“, lautet ihre Devise.

Auch sie hätte sich zusammen mit Jan-Peter Reimer im Zuge ihrer Arbeit in der „Technischen Einsatzleitung“ einmal ein Bild vor Ort am Brandgeschehen machen können. Sie sah ihr Einsatzgebiet jedoch in Lübtheen bei der Versorgung und Koordinierung der Kameraden, die gerade vom Einsatz kamen oder sich für einen solchen vorbereiteten. „Jeder macht das, was er kann“, sind sich die zwei Feuerwehrleute dahingehend einig. Und der Löscherfolg gibt ihnen Recht.

Ein Kuchen, der rührte und motivierte

Als Helden sehen sie sich dennoch nicht. „Es waren doch alle, die dazu beigetragen haben“, fügt Petra Nehring hinzu. Sie meint damit von der Einsatzleitung über den Feuerwehrmann im Wald bis hin zur Reinigungskraft, die die Einsatzleitung immer in Schuss hielt, jeden, der seinen Beitrag geleistet hat. Auch die Bevölkerung sei da ganz wichtig gewesen. So denkt Petra Nehring noch immer an einen Kuchen – von Kindern gebacken, von der Mutter überreicht. Danke stand auf ihm und hat die Kameradin nicht nur zu Tränen gerührt, sondern sie auch für ihre weiteren Aufgaben motiviert.

Als Dank gab es von Lübtheener Kindern diesen Kuchen.
Reimer/Nehring
Als Dank gab es von Lübtheener Kindern diesen Kuchen.
 

Auch Jan-Peter Reimer erinnert sich an die Begebenheit. „Petra und ich wollen diesen Dank deswegen noch einmal allen Beteiligten zurückgeben“, erklären die zwei Lübtheener Feuerwehrleute bescheiden. So haben sie – trotz ihrer langjährigen Erfahrung vor Ort – zwar noch nie ein solch großes Brandgeschehen erlebt. Die Anerkennung und Herzlichkeit für das Geleistete war – nach ihrer Meinung – in der Region aber auch selten so hoch gewesen.

Ein Landkreis sagt danke: Alle Einsatzkräfte, Helfer und Anwohner sind am 7. September auf den Festplatz nach Lübtheen eingeladen.

>> Eine große Feier für die Retter

 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen