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Ludwigslust-Parchim : Grünes Licht für Gelbe Tonnen?

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Richtungsentscheidung im Kreistag in der kommenden Woche erwartet: Endgültiger Abschied von Gelben Säcken.

von
erstellt am 06.Dez.2017 | 20:45 Uhr

Der Kreistag soll am kommenden Dienstag die seit Monaten vorbereitete Richtungsentscheidung über die Einführung der Gelben Tonnen im gesamten Landkreis fällen. Die neuen Abfallgefäße sollen ab 2019 kommen und damit die seit vielen Jahren üblichen aber auch problematischen Gelben Säcke ablösen. Allgemein wird mit großer Zustimmung zu dem Beschluss gerechnet, schließlich kam der Anstoß für die Tonnen aus der Kreispolitik. Bisher hat auch keine Fraktion sich öffentlich gegen die Pläne gestellt. Der Grund liegt auf der Hand. Im Gegensatz zur orangenen Wertstofftonne, die viele eigentlich einführen wollten, kostetet die Gelbe Tonne die Bürger nichts. Denn die Kosten werden vom so genannten Dualen System getragen. Dieses eine System gibt es inzwischen gar nicht mehr, aktuell sind es zehn duale Systeme.

Nach Schätzungen des kreislichen Abfallwirtschaftsbetriebes wird die Einführung der Tonne eine logistische Mammutaufgabe. Geschäftsführer Steffen Grünwaldt rechnet nach ersten Schätzung mit 80 000 kleineren Tonnen auf zwei Rädern und noch einmal gut 5 000 großen Tonnen für die Wohngebiete. Die müssen aufgestellt und entsprechend verteilt werden.

Ob das alles auch so klappt, ist derzeit nicht sicher. Denn der Kreistag kann im besten Fall den Landrat ermächtigen, mit den entsprechenden Verhandlungen zu beginnen. Aktuell haben die Dualen Systeme aber andere Sorgen als mit einem Landkreis über neue Tonnen zu sprechen. Ab Januar tritt eine neue Verpackungsordnung in Kraft, das ist derzeit wichtiger. Zudem muss erst ein Verhandlungsführer benannt werden. Erst dann kann der Kreis über die Tonnen reden und vor allem über die Entsorgungsrhythmen. Generell will Grünwaldt einen 14-tägigen Turnus behalten, in großen Wohngebieten soll es sogar mehrmals pro Woche Entleerungen geben. Generell sind die Tonnen ein lupenreiner Ersatz für die Gelben Säcke. Die werden dann ab 2019 nicht mehr entsorgt.

Bis zuletzt war darüber gestritten worden, ob denn nun die Werstofftonnen (orange) oder die Gelbe Tonne eingeführt werden sollen. Angesichts geschätzter Kosten von bis zu 700 000 Euro fiel dann im Fachausschuss die Entscheidung für die Farbe Gelb. Nachteil: In die Gelbe Tonne dürfen keine Wertstoffe wandern. Der anstehende Abschied von den Gelben Säcken wird vielen noch aus anderen Gründen schwer fallen. Pro Jahr wurden bisher pro Kopf im Kreis 32 Säcke verteilt. Nur die wenigsten standen später gefüllt zur Abholung bereit.

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