Großbrand Lübtheen unter Kontrolle : Regen rettet Häuser vor Flammen: Feuer war 150 Meter vor Dörfern

<p>Der Hubschrauber kurz vor dem Start.</p>
1 von 38

Der Hubschrauber kurz vor dem Start.

Die Feuerwehr konnte einen Großbrand in Lübbendorf unter Kontrolle bringen.

prignitzer.de von
09. August 2018, 16:26 Uhr

Es war wohl das Worst-Case-Szenario, der denkbar schlimmste Fall, der auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen eintreten konnte. Am frühen Nachmittag, um 13.25 Uhr, gingen gestern die Sirenen los. Am Rand des Truppenübungsplatzes hatte sich ein Wald- und Heidebrand entfacht.

Schon am Vormittag hatte es nach Feuer gerochen, war von Einwohnern aus dem nahe gelegenen Lübbendorf zu erfahren. Die Gewissheit, dass es sich um einen Brand im Sperrgebiet handelt, kam dann mit den Sirenen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Feuer bereits auf einen Hektar ausgedehnt. Kurze Zeit später hieß es, zwei Hektar stehen in Flammen. Am späten Nachmittag folgte dann die Meldung von Kreiswehrführer Uwe Pulss: „Der Brand hat sich auf zehn Hektar ausgebreitet und ist noch außer Kontrolle. Wir sind mit 100 Einsatzkräften vor Ort.“

Das Problem dabei war, dass das Gebiet munitionsbelastet sein könnte. „Es ist nicht auszuschließen, dass dort etwas liegt. Der Landkreis hat deshalb die Bundeswehr und das Technische Hilfswerk angefordert“, so Andreas Bonin, Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim. „Es ist ein ähnliches Szenario, wie Anfang Juli in Groß Laasch. Es wird keiner in den Wald gehen, wenn man nicht weiß, was sich darin befindet. Die Feuerwehrkameraden versuchen nun einen Löschwasserring zu legen.“

Wie ernst und unübersichtlich die Lage war, zeigte sich auch in den Gesichtern der Einsatzleitung. „Es ist heißes Gelände“, meinte Uwe Pulss. Absolutes Sperrgebiet! „Wir wollen einen 1000 Meter Radius um den Brand freihalten.“

Nachdem schon am Nachmittag überlegt wurde, das Dorf Ramm mit 19 Einwohnern zu evakuieren, folgte am frühen Abend die Gewissheit, dass neben dem kleinen Ort auch Lübbendorf mit 117 Einwohnern evakuiert wird. Dabei handelte es sich laut Uwe Pulss um eine vorbeugende Maßnahme. Es gehe darum, Menschen in Ruhe und planvoll in Sicherheit zu bringen. Der Landkreis hält speziell dafür bestimmte Räumlichkeiten frei. Eine mögliche Unterkunft, für alle, die keine private Bleibe finden, wäre zum Beispiel die Mehrzweckhalle in Redefin.

Die Einwohner der kleinen Dörfer Lübbendorf und Ramm in der Lübtheener Heide sind am Donnerstagabend nur ganz knapp an einer Brandkatastrophe „vorbeigeschrammt.“ „Das Feuer war schon bis auf 150 Meter an die Häuser herangekommen“, sagte der Sprecher des Kreises Ludwigslust-Parchim Andreas Bonin.

In der Nacht konnte die Feuerwehr den Brand dann unter Kontrolle bringen. Für die Einsatzkräfte bestehe allerdings immer noch Gefahr, da sich das Feuer auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz ausgebreitet habe, sagte ein Behördensprecher. Munitionsreste im Boden könnten immer noch explodieren. Mit Löschpanzern wurden in der Nacht Schneisen in den Wald gezogen, damit das Feuer sich nicht mehr ausbreiten konnte.

Glücklicherweise regnete es auch noch, so dass der Brand weiter eingedämmt wurde, meinte der Sprecher. „Der Regen hat auch hier geholfen, aber es hätte noch mehr sein müssen“, sagte der Sprecher des Landkreises Andreas Bonin. Derzeit seien etwa 40 Einsatzkräfte dabei, per Löschpanzer Glutnester in dem munitionsbelasteten Gebiet zu löschen. Das gehe wegen der Explosionsgefahr aber nur langsam.

Insgesamt zog Bonin aber ein positives Einsatzresümee. Alle etwa 130 Bewohner von zwei kleinen Dörfern, die nahe des Brandgebietes lagen, konnten nach dem Regen und wenigen Stunden wieder in ihre geräumten Wohnungen und Häuser zurück. „Wir wollen aber auch die letzten Glutnester löschen, damit auch nichts wieder anfachen kann.“ Die Brandursache sei noch unklar, hieß es von der Polizei. Die Schadenshöhe ist noch unklar.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen