Deutschlandweites Ereignis : „Velo Classico“: Radsportevent nicht mehr in Ludwigslust

Die „Velo Classico Germany“ macht künftig nicht mehr in Ludwigslust Station.
Die „Velo Classico Germany“ macht künftig nicht mehr in Ludwigslust Station.

Veranstalter erteilen Ludwigslust nach fünfter Auflage eine Absage – wegen des Organisationsaufwandes. Stadt bedauert den Abschied.

23-11367782_23-66107803_1416392139.JPG von
13. Januar 2020, 17:37 Uhr

Die „beste Velo Classico Germany aller Zeiten“. So urteilen die Veranstalter in einem Brief an den Landrat und den Ludwigsluster Bürgermeister über die 2019er-Auflage. Doch wenige Zeilen später die Hiobsbotschaft für alle Fahrradliebhaber und für Ludwigslust: Die Velo Classico radelt in diesem Jahr an der Lindenstadt vorbei. Der Veranstalter hat das Event für Ludwigslust abgesagt.

Ziel deutlich verfehlt

„Unser Team hat diese Entscheidung getroffen, weil die Velo Classico in Ludwigslust uns zu viel Energie und Kraft gekostet hat“, erklärte Chef-Organisator Detlef Koepke auf SVZ-Anfrage. Wenn die Mecklenburger Seen-Runde vorbei gewesen sei, hätten er und seine Mitstreiter den Hebel umlegen müssen, um bis in den September alles für die Velo Classico vorzubereiten.

Und ab 1. Oktober beginne dann wieder die Anmeldung für die Seenrunde. „Das kriegen wir nicht mehr hin. Es geht leider nicht mehr“, so Detlef Koepke. Zudem hat man das eigene Ziel, die Teilnehmerzahl auf über 1000 zu bringen, verfehlt.

Keine leichte Entscheidung

Möglichen Mutmaßungen, dass es zur Absage kam, weil die Veranstalter nicht genügend Unterstützung von der Stadt bekamen, erteilte Detlef Koepke eine Absage. „Das ist nicht der Fall.“ Und die Entscheidung sei ihm und seinem Team auch nicht leicht gefallen. Eher im Gegenteil. „Ich bin schon traurig, und es sind auch ein paar Tränen geflossen“, erzählte der Tour-Chef. „Wir haben hier außergewöhnliche Menschen, auch in den Behörden, kennengelernt.“

Ludwigslusts Wirtschaftsförderer Henrik Wegner zum Beispiel, die Mitstreiter vom HGV oder Familie Leithold. Mit den hiesigen Weggefährten habe man persönlich gesprochen, Landrat und Bürgermeister erhielten Briefe, in denen er sich bedankte.

Das Bedauern in der Stadt ist groß

„Wir haben eine Veranstaltung verloren, die uns sehr ans Herz gewachsen war“, sagte Henrik Wegner gegenüber SVZ. „Eine wertvolle Veranstaltung, die für den Radtourismus und die Strahlkraft der Tourismusregion sehr wichtig gewesen sei.“  Viele Teilnehmer seien zum ersten Mal in Ludwigslust gewesen und wollten wiederkommen. Hinzu kam das überregionale mediale Interesse. „So etwas wäre finanziell anders gar nicht darstellbar gewesen.“ Die logistischen Gründe, die zur Absage führten, könnte er durchaus nachvollziehen.

Auch Bürgermeister Reinhard Mach bedauert nach eigener Aussage den Weggang der Velo Classico, kann die Absage aber nicht ganz verstehen. „Weil uns die Veranstalter nie signalisiert hatten, dass sie von der Stadt mehr Unterstützung haben wollen“, so der Bürgermeister. Einige Mitarbeiter hätten ehrenamtlich geholfen und „man hätte darüber sprechen können, ob noch mehr Unterstützung möglich wäre.“

Eines steht für den Bürgermeister fest

Mit der Velo Classico verliert die Stadt ein Event, das nicht nur Werbung für die Region war, sondern auch Wirkung auf die Menschen in der Region hatte, die es als Teilnehmer oder Mitwirkende an den Stationen erleben durften.

Ich hätte lieber auf das Lob verzichtet, wenn dafür die Velo Classico geblieben wäre Reinhard Mach, Bürgermeister von Ludwigslust
 

Nach Aussage von Henrik Wegner überlegen nun Radfreunde aus der Region, ob man ein anderes Fahrradevent im Stil der Velo Classico organisieren könnte.

Die Alternative: Zwei Velo Classico an zwei Orten

Die Velo Classico Germany wird es weiterhin geben  – in diesem Jahr wahrscheinlich sogar zweimal. Auf Schloss Rumpshagen bei Torgelow im August und auf Schloss Bergedorf in Hamburg als Ein-Tages-Veranstaltung im September.

Zwei Events an zwei Orten bedeuten weniger Arbeit? Davon geht Detlef Koepke aus. In der Region Rumpshagen leben er und seine Frau. „Dort haben wir ein wahnsinnig gutes Netzwerk“, erklärt der Rad-Enthusiast. „Innerhalb einer Viertelstunde können wir alle Leute erreichen.“ Nach Ludwigslust hätte er immer erst fahren und hier dann übernachten müssen.

Und wenn es in Rumpshagen etwas kleiner wird, macht uns das auch nichts. Detlef Koepke, Rad-Enthusiast
 

In Hamburg setzt das Organisationsteam der Firma Koepke auf ortsansässige Radfahrvereine. Einer davon – der Altonaer Bicycle Club (ABC) – war auch bei der Velo Classico in Ludwigslust dabei. Zuletzt mit einer Ausstellung. „Mit dem ABC haben wir in Hamburg einen Kooperationspartner, der über ein eigenes großes Netzwerk verfügt“, so Koepke. „Und Fahrradfahren scheint in Hamburg en vogue.“

Unterm Strich hofft er, sich aus Vorbereitung und Durchführung der Velo Classico Hamburg  etwas  herausziehen zu können. Für eines will er aber in der Hansestadt sorgen: Dass sich die Region Ludwigslust-Schwerin, die ja zur Metropolregion Hamburg gehört, dort mit den Themen Radfahren und Kurzurlaub präsentieren kann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen