Ludwigslust : Der Chef zahlt für die Kita mit

Götz Albrecht Lewens (l.) führte Sozialministerin Stefanie Drese und andere Gäste, darunter der SPD-Landtagsabgeordnete Dirk Friedriszik, durch die Produktion.  Fotos: Kathrin Neumann
Götz Albrecht Lewens (l.) führte Sozialministerin Stefanie Drese und andere Gäste, darunter der SPD-Landtagsabgeordnete Dirk Friedriszik, durch die Produktion. Fotos: Kathrin Neumann

Firma Lewens präsentiert bei Besuch der Sozialministerin Bausteine der Familienfreundlichkeit und die Markisenproduktion

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23. Januar 2018, 09:28 Uhr

Karsten Welkener kann sich freuen. Ab Februar hat seine Familie mehr Geld auf dem Konto. Sein Arbeitgeber, die Lewens Sonnenschutz Systeme GmbH & Co. KG in Ludwigslust, zahlt ihm und anderen Mitarbeitern mit Kindern künftig einen Zuschuss zu den Betreuungskosten in Kindergarten und Krippe. Das Unternehmen übernimmt bei Vollzeitkräften 50 Prozent des Elternbeitrages, maximal 100 Euro, und das für bis zu zwei Kinder. „Ich habe vier Kinder im Alter zwischen fünf und 18 Jahren, das Jüngste geht noch in den Kindergarten“, sagte Karsten Welkener. „Da ist so ein Zuschuss eine tolle Geschichte.“ Auch bei den anderen Mitarbeitern sei die Ankündigung sehr positiv aufgenommen worden, so der 47-jährige Betriebsleiter.

Der neue Kita-Zuschuss ist ein weiterer Baustein der Familienfreundlichkeit des Unternehmens, das im vergangenen Jahr von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestmecklenburg als „familienfreundlich“ zertifiziert worden war. Was der Hersteller von Markisen und Glasdächern dafür getan hat, ließ sich Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) gestern Nachmittag bei einem Besuch im Werk an der Bauernallee zeigen und erklären. Dazu gehören unter anderem eine Mitarbeiterkantine mit Dachterrasse im neuen Verwaltungsgebäude, ein Zuschuss zum Mittagessen, Sprachkurse für ausländische Mitarbeiter sowie Sonderzahlungen oder -urlaub, zum Beispiel bei der Geburt eines Kindes oder zur Hochzeit. „Außerdem sind wir gerade dabei, in Zusammenarbeit mit der Barmer ein betriebliches Gesundheitsmanagement umzusetzen“, erklärte Moritz Daigfuss, der im Unternehmen den Zertifizierungsprozess leitete. Dabei gehe es vornehmlich für die Beschäftigten in der Montage um Angebote für die Rückengesundheit. „Und wir setzen eine Reihe von Hilfsmitteln wie Saugheber oder Krananlagen ein, damit die Mitarbeiter nicht so schwer heben müssen.“ Karsten Welkener schätzt zudem die Möglichkeit, zumindest jetzt in der Nebensaison ein bisschen flexibler arbeiten zu können. „So kann ich auch in der Woche mal ein paar Stunden mit meinen Kindern verbringen“, sagte der 47-Jährige, der in Groß Warnow lebt. Was die Flexibilität der Arbeitszeit angeht, muss Firmengründer Götz Albrecht Lewens allerdings einschränken. „Im Büro haben wir einige Mitarbeiter, die zu anderen Zeiten beginnen, aber im gewerblichen Bereich ist das schwierig“, erklärte er. „Aber das, was machbar ist, versuchen wir.“

Ministerin Stefanie Drese lobte das Engagement der Firma Lewens: „Ich freue mich über jeden Betrieb, der die sozialen Aspekte der Belegschaft in den Mittelpunkt der Unternehmenskultur rückt.“ Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sollten Firmen in Mecklenburg-Vorpommern eine familienfreundliche Personalpolitik stärker fokussieren.

Der Fachkräftemangel macht sich auch bei Lewens bemerkbar. „Im vergangenen Jahr hatten wir aufgrund der personellen Probleme relativ lange Lieferzeiten“, so Götz Albrecht Lewens. Doch neue Leute zu finden, sei nicht einfach. „Wille und Engagement für ein Unternehmen sind in den vergangenen Jahren nicht größer geworden“, sagte er. Und so habe man die Mitarbeiter, die man hier nicht bekommen hat, in Polen gewinnen können. „Und wir sind sehr zufrieden.“ Wenn es darum geht, das hiesige Arbeitskräftepotenzial – aus der Gruppe der Langzeitarbeitslosen etwa – zu erschließen, sieht er die Politik in der Pflicht.

Knapp zwei Jahre nach dem Neubau eines Verwaltungsgebäudes und einer Halle plant das Unternehmen die nächste große Investition für rund 3,5 Millionen Euro. „Wir brauchen eine weitere Lagerhalle, weil wir noch sehr viel Material im Freien stehen haben“, erklärte Götz Albrecht Lewens. „Das bedeutet zusätzliche Arbeit und Kosten, weil es vor der Weiterverarbeitung gereinigt oder geschliffen werden muss.“ Derzeit prüfe man, ob das Gebäude größer werden kann, damit auch die Glasdachproduktion dort Platz findet.

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