Ludwigslust : Elf Posten mehr für Ludwigslust

Neuer Hort: Unter dem Dach der Fritz-Reuter-Schule werden künftig die Kinder betreut.
Neuer Hort: Unter dem Dach der Fritz-Reuter-Schule werden künftig die Kinder betreut.

Stadt schafft Stellen für Innenstadtmarketing, elektronische Verwaltung und Welcome-Lotsen sowie in der Kinderbetreuung

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10. Januar 2020, 05:00 Uhr

Den Ludwigsluster Wochenmarkt nimmt die Stadtverwaltung wieder in die eigenen Hände. Dafür ist eine neue Stelle geschaffen worden, die das Innenstadtmarketing und die Märkte beinhaltet. Es ist nicht der einzige Posten, den der Arbeitgeber Stadt neu schafft.

Der Stellenplan für 2020 weist unter dem Strich ein Plus von elf Posten auf. „Wir haben große Probleme im Personalbereich“, begründete Bürgermeister Reinhard Mach jüngst in der Haushaltsdebatte. „Die Arbeitsaufgaben für die Verwaltung sind gewachsen, und auch die Stellenbesetzung ist schwierig.“ Im SVZ-Gespräch verwies der Verwaltungschef jedoch auch darauf, dass ein Teil der zusätzlichen Stellen im Prinzip ohne Zutun der Stadt entstanden sind bzw. entstehen – und zwar im Bereich der Kindertagesbetreuung. „Da schreibt der Gesetzgeber vor, wie viele Erzieher bei einer bestimmten Kinderzahl mindestens eingesetzt werden müssen“, so Mach. Zusätzliche Stellen würden unter anderem durch den neuen Hort an der Fritz-Reuter-Schule entstehen, dessen Ausbau noch läuft und zum kommenden Schuljahr vollendet sein soll. „Die Erfahrungen zeigen, dass Eltern das Betreuungsangebot in einem Hort stärker wahrnehmen, wenn er sich direkt an der Schule befindet.“ Zudem sei auch die Hortbetreuung für die Eltern ab diesem Jahr kostenfrei.

Vier neue Stellen sind direkt in der Verwaltung vorgesehen. So soll es eine Verstärkung im Büro des Bürgermeisters für Sitzungsdienst, Betreuung der Ortsteile und der Partnerschaften geben. „Wir haben Partnerschaften mit drei Städten und mit einem Versorgungsbataillon der Bundeswehr“, erklärt Reinhard Mach. Zudem gebe es inzwischen sieben Fraktionen in der Stadtvertretung, die informiert werden wollen. Eingestellt werden soll außerdem ein Welcome-Lotse. Den hätten Stadtvertreter nach den Dialogforen in Ludwigsluster Unternehmen gefordert. Er solle Arbeitskräften und anderen Bürgern aus dem Ausland helfen, sich in Ludwigslust zurechtzufinden.

Ein weiterer Posten betrifft den Bereich Informationstechnik (IT) und Organisation. Die Notwendigkeit dafür ergebe sich unter anderem aus gesetzlichen Vorgaben für die elektronische Verwaltung und dem größer werdenden Anspruch an digitale Verwaltungsdienstleistungen, so Mach. Während beim Dienstleister KSM die technische Seite abgesichert sei, müsse es auch innerhalb der Verwaltung jemanden geben, der das in die konkrete Verwaltungsarbeit übersetzen und andere Kollegen unterstützen kann. Zunächst soll unter anderem der Rechnungseingang zentralisiert und digitalisiert werden. Ziel sei es, in einigen Jahren das papierlose Büro zu haben, so der Bürgermeister.

Melitta Roock (Die Linke) hatte in Stadtvertretung betont, dass ihre Fraktion dem Stellenzuwachs und der Erhöhung der Personalkosten um rund 630 000 Euro zustimmt. „In der Vergangenheit ist sehr oft gesagt worden, dass dieses und jenes nicht umgesetzt werden könne, weil das Personal nicht da ist.“ Die Arbeitsverdichtung habe zu einem erhöhten Dauer-Krankenstand beigetragen. „Dem müssen wir entgegenwirken.“ Bernd Warnke (Bürger-Forum) sagte: „Wir erhoffen uns, dass sich die Außenwirkung der Stadt verändert und Anträge der Bürger schneller bearbeitet werden.“ Für 2020 ist mit Personalaufwendungen von rund 8,7 Millionen Euro geplant.

Es gab aber auch Bedenken. „Ja, es sind mehr Aufgaben, die auf die Stadt zukommen“, sagte Heiko Böhringer (Aufbruch). „Aber wir sind im technisierten Zeitalter. Da gibt es Wege, die Arbeit zu vereinfachen.“ Das werde zu wenig genutzt, die EDV sei noch immer ein Stiefkind. Und sein Fraktionskollege Holger Friel blickte weiter in die Zukunft. „Niemand beschäftigt sich hier mit der Demografie. Alle wissen, was auf uns zukommt, und wir machen Stellenpläne, die steil nach oben zeigen.“

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