Ludwigslust : Er sorgte für Wärme in Ludwigslust

Günther Arend (l.) im Gespräch mit seinem Nachfolger Daniel Günther. Fotos: münchow/archiv
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Günther Arend (l.) im Gespräch mit seinem Nachfolger Daniel Günther. Fotos: münchow/archiv

Günther Arend war fast drei Jahrzehnte lang Verantwortlicher für das Heizwerk in der Lindenstadt / Jetzt geht er in den Ruhestand

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13. Januar 2018, 12:00 Uhr

Günther Arend steht vor dem Aggregat, liest die aktuellen Werte von der Schalttafel ab und ist zufrieden: „Alles im Lot“, lächelt er. So wie auch in all den Jahren zuvor – 28 sind es jetzt. Günther Arend ist für das Ludwigsluster Heizwerk der Stadtwerke Ludwigslust-Grabow verantwortlich, begann im Januar 1990 hier zunächst als Kesselwärter, war seit April des gleichen Jahres Mitarbeiter der Aufbauleitung. In wenigen Tagen nun geht der 65-Jährige in den verdienten Ruhestand. Mit einer Portion Wehmut, aber auch der Freude darauf, was nun kommt. „Wenn man so lange dabei war, dann fällt der Abschied schon ziemlich schwer“, sagt Günther Arend, der eigentlich Diplom-Ingenieur für Landtechnik ist. „Doch ich hatte mich schon immer für Heiztechnik interessiert. Und als sich dann die Gelegenheit ergab, hab’ ich sie genutzt.“

Eigentlich war das Heizwerk noch zu DDR-Zeiten auf Kohlebasis konzipiert worden, um den nahe gelegenen Schlachthof, der zunächst Eigentümer des Heizwerks war, mit Dampf zu versorgen. Doch Kohle kam hier nicht mehr zum Einsatz, das Werk wurde mit der Wende auf Erdgas und Öl umgestellt. Günther Arend absolvierte entsprechende Fortbildungen, erlebte technische Modernisierungen und ist heute stolz darauf, dass es in all den Jahren zu keinen größeren Havarien kam.

Den Schlachthof gibt es schon längst nicht mehr. „Heute versorgt das Heizwerk knapp 1200 Wohnungen und damit rund 2000 Einwohner mit Wärme, dazu Gewerbebetriebe, Büros und Verwaltungen“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Wulf-Peter Bosecke und betont: „Günther Arend hat eine tolle Arbeit geleistet und großen Anteil daran, dass alles stets reibungslos funktioniert hat.“ Und wenn es mal nicht so lief, dann lag das Problem nicht im Heizwerk. Beispielsweise, als ein Laster mit seinem Kranausleger damals noch über die Straße verlaufende Versorgungsleitungen im wahrsten Sinne des Wortes heruntergeholt hat.

Kaum zu glauben, dass das Werk einst mit Kohle betrieben werden sollte: Heute liegt der Brennstoffeinsatz von Biogas im Heizwerk bereits bei knapp 48 Prozent gegenüber beispielsweise 23 Prozent im Jahre 2012.

Stolz ist Günther Arend auch, dass er noch die jüngste Investition in Höhe von 80 000 Euro begleiten konnte: Ein modernes Notstromaggregat hat vor wenigen Wochen ein noch aus DDR-Zeiten stammendes Aggregat abgelöst. Günther Arend arbeitet derzeit seinen Nachfolger, den 45-jährigen Daniel Günther, ein. „Ich habe von Günther schon so manches Update bekommen“, sagt Daniel Günther, der seine Diplomarbeit 1997 bei den Stadtwerken geschrieben hat und Experte für Energiedatenmanagement ist.

Wie eingangs erwähnt, freut sich Günther Arend aber auch auf die Zeit ab 1. Februar. „Als Rentner habe ich dann natürlich mehr Zeit für meine drei Enkel, die zehn und drei Jahre sowie ein Jahr alt sind. Und ich werde bestimmt noch mehr Fahrrad fahren als bisher.“ Dann ist da ja auch noch der „Warlower Plattdeutschclub Richard Giese e.V.“, dessen Vorsitzender Günther Arend seit 2010 ist. Schon am 2. Februar wird er sich der Wiederwahl stellen. „Besonders freue ich mich, dass ich nun endlich all die Bücher lesen kann, die ich in vielen Jahren bekommen habe, natürlich auf Plattdeutsch.“

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