Eldena/Grabow : Für Sport gibt es keine Grenzen

Da Turnmatten und Volleyballnetz noch nicht in der neuen Turnhalle sind, steht Krafttraining auf dem Programm.  Fotos: Wollenschläger
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Da Turnmatten und Volleyballnetz noch nicht in der neuen Turnhalle sind, steht Krafttraining auf dem Programm. Fotos: Wollenschläger

Egal bei welchem Wetter: Seit Jahren steht bei den Damen des LSV Eldena immer mittwochs Bewegung auf dem Programm

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25. Januar 2020, 16:00 Uhr

„Au, meine Knie“, stöhnt Dagmar Klüver leise, als sie  in die  selbigen  geht. Dann beugt sie sich nach unten, um den Medizinball weiterzuschieben.  Eine Frage der Beweglichkeit und eine ganz schöne  Kraftanstrengung, denn der Ball wiegt fünf Kilogramm.  „Aber genau so   wollen wir es ja“, sagt Dagmar Klüver, die im  ganzen Dorf nur als Dagi bekannt ist. Jeden Mittwoch trainiert sie die Gymnastikfrauen vom Sportverein LSV Eldena. An und für sich nichts Besonderes, möchte man meinen, doch der Clou: Das Durchschnittsalter der Damen liegt bei 70 Jahren und gefühlt machen alle auch schon ebenso lange Sport.

Nicht auspowern

„So Kinder, antreten“, sagt Dagi, dann geht es los. Aufstellen an der blauen Linie und durchzählen. Bis 16. „Eigentlich sind  wir 30 Teilnehmer“, erklärt Dagmar Klüver,  es komme aber meist nur der harte Kern. Das Sportangebot richtet sich eigentlich  an alle Eldenaerinnen, auch die jungen.  „Wir haben da ein kleines Nachwuchsproblem. „Junge Frauen wollen sich eben auspowern“, sagt die Trainerin. Dafür eigne sich der Mittwochabend nicht, obwohl  er den anwesenden  Frauen schon einiges abverlangt.

Am liebsten ist den Damen der Ball: „Ihr Volleyball“.
Am liebsten ist den Damen der Ball: „Ihr Volleyball“.

Jede Sportstunde beginnt mit einem lauten „Sport frei!“, wie schon damals zu DDR-Zeiten.  Denn schon damals  machte Dagmar Klüver den  Übungsleiterschein.  Jedes  Jahr lässt sie sich beim Landesfrauensporttag in Ludwigslust zu neuen Übungen inspirieren.  Ideen holt sich die 61-Jährige auch  im Internet.

Wichtig sei im Alter, dass die Übungen nicht nur den Körper, sondern auch den Geist fordern. „Das Tüddelige merke ich auch schon bei mir. Schließlich werde ich auch schon 62“, sagt sie und grinst. Meist folgt auf eine halbe Stunde Kraft- und Koordinationstraining, bei der auch die Bauchmuskeln dran kommen – Frau achtet eben auf ihren Bauch, egal in welchem Alter – etwas Ruhigeres, der Puls muss runter. Doch egal, ob Gymnastik, Volleyball oder Rückenschule – „alles mit Bedacht und jeder, so schnell wie er kann“, sagt Dagmar Klüver.

„Der Termin ist heilig“

Das sagt Dagi. Mittwochs wird sich in Eldena bewegt, egal ob die Turnhalle  saniert wird, geöffnet oder unbeheizt ist. „Wir walken dann eben  durch das Dorf oder fahren mit dem  Fahrrad“, sagt  Edith Witt. Die 63-Jährige geht sogar noch zweimal die Woche nach Techentin ins Fitness-Studio, verrät sie. „Ich hab viel mit meinen Knochen zu tun, wenn ich keinen Sport mache, merke ich das sofort.“ 

Sport tut gut, auch den anderen Damen.  Das stelle auch der Hausarzt immer wieder respektvoll fest, wie gut in Form die Damen doch seien, so Dagmar Klüver.

Fast so lange wie die Frauen in Eldena Sport machen, scheinen sie sich auch gefühlt zu kennen. „Wir sind eine richtig schöne Gemeinschaft hier, wenn ich mal nicht kann, fehlt mir das richtig“, sagt die Edith Witt.

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