Wöbbelin : Im Ehrenamt fühlt er sich wohl

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Wolfgang Hilgenböker aus Wöbbelin engagiert sich seit vielen Jahren in der Jugendarbeit, im Sport und in der Kreispolitik

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13. Januar 2018, 07:00 Uhr

Rentner haben niemals Zeit – sie nehmen sie sich einfach, um alles zu schaffen. So wie Wolfgang Hilgenböker, der in diesem Jahr im September seinen 70. Geburtstag feiert und immer noch auf vielen Gebieten des politischen und gesellschaftlichen Lebens aktiv ist. Geboren wurde er 1948 in Picher im Altkreis Hagenow. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Schmied in der PGH Fahrzeuginstandsetzung Picher. Nach dem Grundwehrdienst in der NVA machte er eine Ausbildung zum Meister für Landtechnische Instandhaltung, bildete dann in diesem Bereich jahrelang Jugendliche aus.

Nach der Wende war er als Ausbilder im JAW Jessenitzer Aus- und Weiterbildung e.V. tätig, und bis zum heutigen Tag nimmt er seine Aufgabe als Prüfer im Metallbereich bei der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer Schwerin wahr.

Auch ehrenamtlich ist er viel unterwegs – er leitet an der Grundschule Wöbbelin das Projekt Fußball, wirkt als ehrenamtlicher Richter am Landgericht Schwerin. Wolfgang Hilgenböker ist zudem Mitglied im Förderverein Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin. Als berufener Bürger gehört er der Kreistagsfraktion der Linken an, wo er die Partei in einer Gesellschaft und in zwei Ausschüssen vertritt.

Und wenn noch Zeit für Hobbys bleibt, dann beschäftigt er sich mit Holzarbeiten, dem Garten und den Kaninchen.

SVZ-Redakteur Michael Seifert stellte dem 69-Jährigen die Fragen zum Wochenende.

Was ist Ihr Lebensmotto?

Nach vorne schauen und immer für die Familie da sein, solange es die Kraft erlaubt.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

Heute fühle ich mich in meinem Garten und in der Werkstatt am wohlsten.

Als Kind eher mit Puppe oder mit Schaufel gespielt?

Als Kind hatte ich mit Puppen nichts am Hut. Ich suchte mir das Spielzeug, Reifen und Stock, irgendwo und lief damit durchs Dorf. Spielte Fußball, wo es sich ergab.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Mein erstes Geld habe ich als Junge mit dem Einholen der Kühe von der Weide verdient. Da gab es 50 Pfennig und einen Liter Milch die Woche. Und dann gab es noch Geld fürs Kartoffelnsammeln.

Und wofür haben Sie es ausgegeben?

Ich habe es gespart, bis es für ein Fahrrad gereicht hat.

Wo findet man Sie am ehesten?

Wenn ich nicht gerade meinen ehrenamtlichen Tätigkeiten nachgehe, natürlich bei mir zu Hause auf dem Grundstück. Da gibt es immer etwas zu tun.

Was stört Sie an anderen?

Großspurig etwas zu versprechen und das dann später bestreiten.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Meine Mutter, die als Vertriebene aus dem Sudetenland nach Mecklenburg kam. Die vom Neubeginn bis zu ihrem Tode eine anerkannte Frau in Picher und immer für uns fünf Kinder da war.

Was bedeutet für Sie persönliches Glück?

Glück bedeutet sicherlich für jeden etwas Anderes. Mein persönliches Glück ist meine Frau Käthe, unsere zwei Kinder sowie die Enkelkinder, die wir uns immer gewünscht haben.

Sind Sie eher ein Bauch- oder Kopfmensch?

Ab und zu entscheide ich aus dem Bauch heraus, aber ich sehe mich eher als Kopfmenschen.

Was findet man bei Ihnen im Kühlschrank?

Ab und zu sieht er leer aus. Aber Eier, Speck, Wurst und Käse sind immer da. Notfalls hilft die Gefriertruhe.

Welchen Wunsch möchten Sie sich noch erfüllen?

Zusammen mit meiner Frau gute Freunde in Polen treffen, die wir nach der Wende jährlich besucht haben.

Wen würden Sie gerne einmal treffen?

Uwe Seeler, ehemaliger HSV-Stürmer sowie der Nationalmannschaft, wo er heute noch Ehrenspielführer ist.

Wie würden Sie sich ganz kurz beschreiben?

Anspruchslos und aufrichtig.

Welche Küche bevorzugen Sie?

Die Mecklenburger Küche, Bratkartoffeln und Sauerfleisch, einfach rustikal.

Worauf können Sie niemals verzichten?

Da gibt es einiges. Aber wenn es irgendwie möglich ist, auf die Betreuung unserer Enkelkinder. Und auf die Sportergebnisse im Fußball von der 1. bis zur 3. Liga.

Was ist für Sie Heimat?

Ich bin in Mecklenburg geboren. Habe zwei Umzüge innerhalb des Kreises mitgemacht und fühle mich an jedem Ort wohl.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Buch, da muss ich passen. Die SVZ nimmt schon jeden Tag eine Stunde in Anspruch.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre erste Reise?

Meine erste große Reise führte mich nach Bulgarien, ans Schwarze Meer. Ich war noch jung und überrascht von diesem Land.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?

Gerlinde Zimmermann. Sie ist eine sehr engagierte Frau in unserer Gemeinde Wöbbelin.

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