Ludwigslust : Tagesklinik startet neu durch

Umzug fast komplett: Das Team der Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie sitzt jetzt in der Schlossstraße 16 in Ludwigslust.
Umzug fast komplett: Das Team der Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie sitzt jetzt in der Schlossstraße 16 in Ludwigslust.

Ludwigsluster Außenstelle der Carl-Flemming-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie ist in die Schlossstraße 16 gezogen

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07. Juni 2018, 05:00 Uhr

Das Team bleibt, nur die Räumlichkeiten ändern sich. Hier und da gibt es noch einiges zu tun, der Tagesbetrieb läuft langsam wieder an. Das Ludwigsluster Team der Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie findet sich jetzt in der Schlossstraße 16 in Ludwigslust ein. Die medizinische Außenstelle der zu Helios Schwerin gehörenden Carl-Friedrich-Flemming-Klinik existiert seit zwölf Jahren. „Wir haben jahrelang im Stift gesessen“, sagt Dr. Jörg Flachsmeyer, leitender Arzt. Gern seien sie dort Gast gewesen, doch die Außenstelle der Tagesklinik wollte sich erweitern. „Wir haben damals schon gemerkt, dass wir mit unseren Plätzen nicht auskommen würden, es mehr Bedarf gibt“, erklärt der leitende Arzt weiter.

Nahezu ausgelastet sei die Tagesklinik – derzeit verfügen sie über 16 Tagesplätze. Die sollen erweitert werden auf gut 20 Plätze. „Ich bin mit dem neuen Standort sehr zufrieden. Er liegt zentral, gut erreichbar“, sagt Jörg Flachsmeyer. Behandelt werden hier Patienten mit Psychosen wie Schizophrenie oder affektiven Störungen wie Depressionen. „Wir haben Patienten mit Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen“, sagt Dr. Manuela Reichardt. Psychotheratpeuten, Sozialarbeiter, Ergotherapeuten, Schwestern... komplettieren das Team der Außenstelle, zu der auch Manuela Reichardt gehört. Ein Team, das sich individuell auf alle Patienten einstellt. Mit den neuen Räumlichkeiten und den neuen Kapazitäten werde ein weiteres Problem gelöst – die Wartezeiten verkürzen sich. Sechs Monate warte hier niemand. Die Therapien werden von den Krankenkassen bezahlt. Zwischen sechs bis acht Wochen dauert ein Aufenthalt in der Tagesklinik, so zeigt es die Erfahrung. Gruppen- und Einzeltherapie bietet das Team an. Entspannungsübungen runden das Angebot ab.

Zur Tagesklinik kommen die Patienten entweder über ihren Hausarzt oder den niedergelassenen Facharzt wie Psychiater oder Psychotherapeut. Etablieren wolle der leitende Arzt Jörg Flachsmeyer auch die Psychiatrische Institutsambulanz am neuen Standort. Dabei handelt es sich um ein multiprofessionales ambulantes Behandlungsangebot. „Durch eine enge Verzahnung von ambulanter und tagesklinischer Therapie können wir künftig noch besser jedem Patienten ein den individuellen Erfordernissen entsprechendes Behandlungsangebot machen. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung psychisch kranker Menschen in der Region Ludwigslust“, erklärt Jörg Flachsmeyer. Er hofft, dass auch weiterhin ein gutes Miteinander besteht. „Im Stift haben wir gut miteinander kooperiert. Zwischen den Patienten und den psychisch Kranken gab es nie Probleme. Wir wollen auch weiterhin zur Entstigmatisierung psychisch Kranker beitragen“, sagt der leitende Arzt Jörg Flachsmeyer.

Hintergrund

Die Ludwigsluster Außenstelle des Psychiatrischen Facharztzentrums Carl-Friedrich-Flemming-Klinik richtet sich an Erwachsene zwischen 18 und 67 Jahren mit Psychosen, Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen... Zwischen Montag und Freitag werden die Patienten individuell oder in Gruppen von 9 bis 16 Uhr betreut. Die Behandlung in der Tagesklinik ist dabei mehrdimensional. Das heißt, dass die Therapie überwiegend in Gruppen erfolgt. Psychotherapeutische, pharmakologische und soziotherapeutische Elemente werden angewendet. Ziel ist, den psychisch Kranken wieder zu reintegrieren, die psychischen Symptome zu lindern, den Patienten zu stabilisieren. Namensgeber des Facharztzentrums in Schwerin ist Carl-Friedrich Flemming, ein deutscher Psychiater aus dem 19. Jahrhundert, der 1823 den Sachsenberg bei Medewege nördlich von Schwerin als Standort für die  „Großherzogliche Irrenanstalt“ auswählte.
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