Parchim : Zwei positive Coronafälle und 170 in Quarantäne nach muslimischer Trauerfeier

Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test- Einrichtung gehalten.
Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test- Einrichtung gehalten.

Nach einer zweitägigen Trauerfeier mit bis zu 200 Teilnehmern sind vorerst zwei Menschen positiv auf Covid-19 getestet worden. Der Landkreis erwartet weitere positive Fälle.

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05. August 2020, 17:05 Uhr

Parchim | Nach einer muslimischen Trauerfeier in Parchim wurden zwei Personen positiv auf das Virus Covid-19 getestet. Die Zahl wird laut Landkreis weiter steigen, da in dieser Woche weitere Coronatests folgen. Wie nun auf SVZ-Nachfrage bekannt wurde, hatte die Veranstaltung eine enorme Dimension: bis zu 200 Personen kamen in Parchim zusammen, die aus mehreren Bundesländern und dem Ausland anreisten. Die Feierlichkeiten sollen zwei Tage angedauert haben. Das Gesundheitsamt hat für 170 Personen Quarantäne angeordnet und arbeitet eng mit dem islamischen Kulturverein zusammen. Am Donnerstag wird erneut ein mobiles Team in Parchim weitere Tests durchführen.
 

Verstoß gegen Infektionsschutzgesetz wird geprüft

In mindestens einem Fall prüft das Gesundheitsamt des Landkreises, ob ein Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz und die Quarantäneverordnung vorliegt. Mindestens eine Person soll laut Teilnehmerkreisen wissentlich an der Trauerfeier teilgenommen haben, obwohl ein Corona-Verdacht vorlag.

Einschulungen im gleichen Zeitraum

Die Trauerfeier fand über das gesamte Wochenende an zwei Tagen statt, auch Kinder waren anwesend. Gleichzeitig fanden in Parchim am Sonnabend Einschulungen an vier Schulen statt. Knapp 200 Schüler feierten unter strengen Hygienemaßnahmen den Schulstart oder den Wechsel in eine weiterführende Schule. Wie viele Kinder von der Trauerfeier auch in den Schulen anwesend waren, dürfte nun viele Parchimer Familien interessieren. Der Landkreis wird sich in den kommenden Tagen zu diesem Risiko äußern.

Quarantäne per Verfügung angeordnet

Die Quarantäne für 170 Personen erlässt der Landkreis Ludwigslust-Parchim per Allgemeinverfügung.Diese gilt für alle Teilnehmenden der Trauerkundgebung des islamischen Kulturvereins in Parchim sowie deren Familienangehörigen. Zu allen in Quarantäne befindlichen Personen hält das Team des Gesundheitsamtes des Landkreises Kontakt.

Die Lage im Landkreis

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim bestehen aktuell 26 aktive Corona-Fälle. Damit steigt die Zahl der aktiv Infizierten um drei weitere positiv getestete Personen. Zwei davon stehen im epidemiologischen Zusammenhang mit der Parchimer Trauerkundgebung vom Wochenende. Seit Auftreten des ersten Coronafalls am 14. März steigt die Gesamtzahl auf 121 Infizierte. Mittlerweile sind 93 Menschen bereits genesen, zwei Personen sind an den Folgen einer Coronavirusinfektion gestorben.

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