Parchim : Bald Baustart am Pestalozziweg

Bei der Sanierung des mehr als 400 Jahre alten denkmalgeschützten Giebelhauses (Hintergrund) ziehen Wobau, Lewitz-Werkstätten und die Stadt an einem Strang. Dem Gebäude wird nach 20-jährigem Leerstand neues Leben eingehaucht. Fotos: Wolfried Pätzold
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Bei der Sanierung des mehr als 400 Jahre alten denkmalgeschützten Giebelhauses (Hintergrund) ziehen Wobau, Lewitz-Werkstätten und die Stadt an einem Strang. Dem Gebäude wird nach 20-jährigem Leerstand neues Leben eingehaucht. Fotos: Wolfried Pätzold

Neubau und Modernisierung: Wobau Wohnungsbau GmbH investiert 2018 weiter in gute Wohnbedingungen für ihre Mieter

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03. Januar 2018, 21:00 Uhr

Die Parchimer Wobau Wohnungsbau GmbH investiert in den kommenden zwölf Monaten erneut in gute Wohnbedingungen für ihre Mieter. In Fahrt kommt ein weiteres Neubauvorhaben: Am Pestalozziweg 20/21 sollen drei Reihenhäuser als Ein- und Zweigeschosser mit insgesamt zehn Drei- und vier Vierraumwohnungen entstehen. Schon in Kürze sollen die Abrissarbeiten für die beiden leerstehenden Baracken auf diesem Areal beginnen. Der Bauantrag wurde Anfang Dezember 2017 gestellt. Wobau-Geschäftsführerin Gerda Behrend gibt sich zuversichtlich, dass der Startschuss für die Bauarbeiten im März/April 2018 fällt und die Mieter zwölf Monate später ihre Wohnungsschlüssel in Besitz nehmen können. Die Wobau als Bauherr setzt auf eine moderne Quartierlösung: „Die neuen Gebäude sollen so angeordnet werden, dass für die Mieter zugleich ein ruhiger Innenhof entsteht“, kündigt Gerda Behrend an. Das Investitionsvolumen dürfte sich auf ca. 2,5 Millionen Euro belaufen.

Giebelhaus: Übergabe zum 1. Januar 2020

Auch in Sachen Giebelhaus soll es 2018 sichtbar vorangehen. Die Wobau hat vor etwa zwölf Monaten Grundstücke und zwei seit mehr als 20 Jahren leer stehende denkmalgeschützte Gebäude von der Stadt erworben (SVZ berichtete). Nach der Sanierung und der Errichtung eines Ergänzungsneubaus entsteht hier ein Ort der Begegnung mit Beratungs- und Betreuungsangeboten für Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen mit und ohne Handicap sowie eine Wohnstätte für Menschen mit Behinderungen. Als Übergabetermin an die künftigen Nutzer – die gemeinnützigen Lewitz-Werkstätten – ist der 1. Januar 2020 in Stein gemeißelt. Finanziell gestemmt werden soll das Projekt in einem Umfang von ca. vier Millionen Euro mit Eigenmitteln der Wobau, mit einem Darlehen sowie mit Zuschüssen aus der Städtebauförderung und von der Stadt Parchim. Zurzeit finden regelmäßige Planungsrunden mit den Architekten, den Lewitz-Werkstätten und der Stadt statt. Die Architekturleistungen mussten auf Grund der Wertgrenzen europaweit ausgeschrieben werden. „Das war eine enorme organisatorische und zeitaufwändige Herausforderung, für die man wirklich gewappnet sein muss“, erinnert sich Gerda Behrend. Umso dankbarer ist sie, dass das Unternehmen zu jeder Zeit fachlich versierte Ansprechpartner im städtischen Bauamt mit dem zuständigen Fachbereichsleiter Frank Schmidt hatte.

Gartenstraße: Noch am Anfang der Planung

Auf der Modernisierungsliste der Wobau stehen in näherer Zukunft die beiden Mehrgeschosser in der Gartenstraße 16 bis 30. Hier sollen die Balkone für jede Wohnung erneuert, Aufzüge errichtet und die Fassaden malermäßig aufgehübscht werden. Allerdings steht das Unternehmen hier noch ganz am Anfang. Derzeit befinde man sich in Verhandlungen mit Baufachleuten und der Baugenehmigungsbehörde über die Art und Weise der Umsetzung der geplanten Maßnahmen. „Zur Zeitschiene, den möglichen Kosten und zum Umfang der Arbeiten können wir zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nichts sagen“, so Gerda Behrend. Sie sei sich dessen bewusst, dass es auch Mieter gibt, die die Sorge umtreibt, ob sie sich die Wohnung im modernisierten Haus später noch leisten können. „Wir werden so früh wie möglich das Gespräch mit den Bewohnern suchen, wenn die Planung weiter vorangeschritten ist“, versichert die Wobau-Chefin. Was der Anbau von Balkonen, eine neue Dämmung und neue Farbe an der Fassade ausmachen, offenbart sich nur ein paar Meter Luftlinie weiter: Das Haus in der Gartenstraße 3 versprüht nach der 2015 durchgeführten Modernisierung einen völlig neuen Charme.

Ein berufliches Highlight im vergangenen Jahr war für die Wobau-Chefin und ihr Team die Schlüsselübergabe Am Exerzierplatz 20/21 (SVZ berichtete). „Von der Idee eines Neubaus in der Regimentsvorstadt bis zum Einzug unserer Mieter im Frühjahr 2017 in 20 nagelneue komfortable Wohnungen vergingen gerade mal zwei Jahre“, vergegenwärtigt Gerda Behrend. Stolz sei das Unternehmen darauf, dass es trotz Mehrleistungen sogar gelungen sei, die geplanten Kosten von 3,35 Millionen Euro um 15 000 Euro zu unterbieten. Kleinere Restarbeiten sollten eigentlich längst vom Tisch sein. Doch weil es 2017 keine drei Tage am Stück trocken war, konnten z. B. die Fugen auf den Balkonen noch nicht vollendet werden. Ebenfalls aus Witterungsgründen fehlt noch das Wobau-Logo auf der Fassade. Und auch in Sachen Smart home-Steuerung gilt es, kleine Tücken zu beheben. Die Wobau setzte zum ersten Mal bei einem Neubauprojekt auf diese intelligente Lösung zur Vernetzung der Haustechnik.

Was lange währt, wird endlich gut: Der Anbau eines Aufzuges in der Cordesiusstraße 37 bereitete der Wobau arge Kopfschmerzen. Letztendlich wurde die Maßnahme doppelt so teuer wie geplant, da aus statischen Gründen Stahleinbauten vorgenommen werden mussten. „Jetzt ist alles fertig und das Haus sieht gut aus“, ist die Geschäftsführerin froh, dass dieses Kapitel endlich der Vergangenheit angehört.

Brook-Quartier als Zukunftsprojekt

Noch Zukunftsmusik ist das Quartier auf dem Brook am Rande der westlichen Altstadt, das derzeit von vielen Industriebrachen geprägt wird. Auf lange Sicht soll hier ein neuer attraktiver Wohnstandort für Jung und Alt entstehen. Im November informierte die Stadt in einer ersten öffentlichen Anhörung über das derzeit laufende B-Planverfahren und gab Bürgern die Möglichkeit, auch ihre Sorgen und Bedenken vorzutragen.

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