Pampin : Das verborgene Abstrakte im Bild

Das verborgene Abstrakte wird anschaulich, werden Ingeborg Rubbert und Prof. Dr. Wolfgang Vogt mit der neuen Ausstellung zeigen.
Das verborgene Abstrakte wird anschaulich, werden Ingeborg Rubbert und Prof. Dr. Wolfgang Vogt mit der neuen Ausstellung zeigen.

Hamburgerin Ingeborg Rubbert bereichert mit „schön entgrenzt“ die Pampinale mit Fotografiken und löst Ausstellung von Jutta Schwöbel ab

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28. Juli 2018, 05:00 Uhr

Die stilvolle Teekanne mit ihren schwungvollen farbigen Linien lässt Ingeborg Rubbert an diesem Morgen nicht mehr los. Das Frühstück wird zur Nebensache. Die Hamburgerin holt ihre digitale Kamera, geht mit ihren Augen auf Entdeckungsreise und fotografiert bis ins kleinste Detail das keramische Zufalls-Modell. „In diesem Moment habe ich mein Zielobjekt vor Augen“, sagt sie und räumt ein: „es muss perfekt sein, geometrisch klar und mit höchstem Anspruch an die Ästhetik“. Was daraus mit künstlerischem Feingefühl und Computerunterstützung entsteht, setzt Akzente. Die promovierte Soziologin, die Unternehmen als Organisationsberaterin unterstützt, hat als ambitionierte Freizeit-Fotografin das in den zurückliegenden Jahren eher selten gepflegte Genre „FotoGrafik“ für sich entdeckt und zu einer beachtenswerten Meisterschaft weiterentwickelt. „Dieser eigenwillige und vor allem zeitgemäße Ansatz in der digitalen Fotokunst passt haargenau ins Konzept unserer Pampinale, bei der sich in diesem Sommer Künstler mit dem brennenden Thema ,EntGrenzungen’ beschäftigen. Da ist es ein Glücksfall, dass wir erstmals fast 50 Arbeiten von Ingeborg Rubbert im Kulturforum Pampin zeigen können“, freut sich Prof. Dr. Wolfgang Vogt. Am Sonntag, 29. Juli, wird ab 11 Uhr zur Vernissage für Rubberts Foto-Ausstellung „schön entgrenzt“ eingeladen. Im Geist der Pampinale, bei der „Kunst in Dialog“ tritt, werden die Hamburgerin und Prof. Vogt zur Eröffnung ein Zwiegespräch führen, um Besuchern den Zugang zur FotoGrafik zu erleichtern. „Wir leben in einer Zeit, wo komplexe Themen und Entwicklungen den Einzelnen verunsichern. Globalisierung, Informationsfülle, Fake News, Digitalisierung und Roboterisierung sind Herausforderungen, denen sich auch Künstler stellen müssen. Mit figürlichen und abstrakten Elementen hat Ingeborg Rubbert versucht, das verunsicherte Selbstgefühl der Menschen widerzuspiegeln. Der Umbruch der Gesellschaft soll dabei zwar als Problem, aber durchaus als Chance zu neuen Entwicklungen gesehen werden“, meint Prof. Vogt.

Um 11.30 und 15 Uhr wird am Sonntag zu Führungen eingeladen. Dabei geht es auch in die „Black Box“ der Kulturhalle, wo die Schau „BlickPunkte“ von Dezernat5 zu sehen ist.

Ingeborg Rubbert war als Zehnjährige vom Fotoapparat fasziniert. Zunächst hatte sie ein Kunststudium ins Auge gefasst, entdeckte dann aber die Soziologie für sich. Schon bald standen nicht Bilder, die direkt abbilden, sondern aus Linien, Symbolen, geometrischen Formen und abstrakten Elementen bestehen, im Fokus. Fotos, wie die von der Teekanne, sind vielfach „nur“ das Material und werden erst durch die komplexe digitale Bearbeitung zu „FotoGrafiken“.

Bis zum 2. September kann „schön entgrenzt“ an den Wochenenden und wochentags nach Vorabsprache, Telefon 038785/90333, ebenso wie die gesamte Kunstschau der Pampinale und der Skulpturenpark besucht werden.

Nachdem bereits die Fotoausstellung „Rabentanz“ der Schweriner Fotokünstlerin Jutta Schwöbel in den zurückliegenden sechs Wochen für viel Aufmerksamkeit in Pampin gesorgt hat, setzt Prof. Vogt erneut auf ausdrucksstarke Fotokunst. „Wir stehen erst am Anfang der digitalen Epoche. Da ist es auch für die Kunst Auftrag und Chance zugleich, die Menschen auf diesem Weg mitzunehmen. Das Kulturforum versteht sich als Ort des offenen Dialogs“, betont Prof. Vogt. Das hat sich längst weit über die Region herumgesprochen und zieht längst Besucher aus ganz Deutschland an.

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