Vision : Große Pläne für Markower Mühle

In die in den Dornröschenschlaf gefallene Markower Mühle soll nun wieder Leben einziehen.
In die in den Dornröschenschlaf gefallene Markower Mühle soll nun wieder Leben einziehen.

Junge Familie will ganzheitliches Projekt mit medizinischer Dienstleistung, ökologischer Landwirtschaft und Sozialpädagogik etablieren

23-11367994_23-66110653_1416398816.JPG von
01. April 2015, 13:46 Uhr

Vor fast drei Jahren ist die geschichtsträchtige Markower Mühle am Rande der Kreisstadt in den Dornröschenschlaf gefallen. Die Betreiber des einstigen  Kinderkurheimes  mussten 2012 aufgeben. Die Stadt kündigte daraufhin den  Erbbauvertrag und ging bundesweit auf Investorensuche für das  Areal mit Reet gedecktem Haus am romantischen Mühlenteich. Nach einer zweiten Ausschreibungsrunde bekam im Herbst 2014 ein junges Paar den Zuschlag. Monique und Stefan Pribbernow (beide 30) haben die Stadtvertreter mit einem Konzept überzeugt, das aufhorchen lässt. „Wir möchten hier eine allgemeinmedizinische Praxis mit naturheilkundlicher Ausrichtung und  sozialpädagogischen Angeboten  etablieren und gleichzeitig ein landwirtschaftliches Selbstversorgungskonzept inklusive der Nutzung der angrenzenden Teiche für Fisch- und Krebszucht aufbauen“, sagt Stefan Pribbernow und ergänzt: „Uns ist wichtig, mit diesen multistrukturellen Ansätzen eine Entwicklung zur autarken Stabilisierung der Lebenssituation von Menschen in der Parchimer Region zu erreichen“. Monique und Stefan Pribbernow, die derzeit in Rostock zusammen mit ihren beiden Kindern arbeiten, studieren und leben, möchten sich damit ihren Lebenstraum erfüllen. Stefan Pribbernow ist Arzt im Universitätsklinikum und hat sich zum Allgemeinmediziner/Hausarzt weiter gebildet. Seine Frau, die aus Parchim stammt, hat Biologie studiert und wird bald ihren Masterabschluss im Fachbereich Aquakultur, der sich mit nachhaltigen Wasserorganismen wie Fischen, Muscheln und Krebsen beschäftigt, ablegen.

Als beide vor Jahren auf dem Weg zum Garten der Großeltern das fröhliche Kindertreiben im Kinderkurheim Markower Mühle sahen, hätten sie nicht im Traum daran gedacht, hier eine Lebensaufgabe zu verwirklichen. „Uns ist natürlich klar, dass nicht alles auf einmal und auch nicht ohne Unterstützung umgesetzt werden kann. Aber wir sind uns sicher, dass  es für ganzheitliche Gesundheitsprojekte immer mehr Interessenten gibt. Darauf bauen wir in unserer neuen Heimatstadt Parchim“, gibt sich Stefan Pribbernow selbstbewusst.

Bevor sie ihr Nutzungskonzept  erstellt haben, waren sie Klinkenputzen. „Wir haben Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung, den Krankenkassen, der Rentenversicherung, dem Gesundheitsamt und der Ärztekammer geführt. Dabei wurde uns klar, dass es hier keine Kinderkuren mehr geben kann. Andererseits besteht akuter Bedarf für hausärztliche Dienstleistungen“ weiß Stefan Pribbernow. Im Bereich Parchim würden derzeit  sechs Allgemeinmediziner gesucht. In den kommenden fünf Jahren erreichen acht Ärzte das Rentenalter. „Und wie wir gehört haben, gibt es in Parchim auch große Probleme bei der medizinischen Versorgung von Kindern. Da könnten wir unseren Beitrag leisten“, meint er. Es sei ihnen ohnehin wichtig, Kinder und Ältere gleichermaßen zu berücksichtigen. Die Mühle sei ein idealer Ort für Weiterbildungsangebote zur gesunden Lebensführung in Verbindung mit einer solidarisch-ökonomischen und nachhaltigen Landwirtschaft.

Der diesjährigen Osterspaziergang  wird Familie Pribbernow  natürlich zur Markower Mühle führen. „Der reizvolle Anblick des einst vom Schriftsteller Friedrich Griese erbauten Hauses kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bausubstanz eher problematisch ist. Wir müssen nun  erst einmal die Situation genau analysieren und  Sanierungsmaßnahmen in Angriff nehmen“, so der neue Eigentümer. Wenn alles gut läuft, würde die junge Familie bereits in den Sommerferien in ihr neues Heim einziehen. „Wann wir unsere Praxis eröffnen und die Fischzucht starten, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Aber wir freuen uns schon drauf.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen