Platschow : Kleine Stars in der großen Manege

Keine Angst vor großen Tieren: Die kleinen Zirkusfreunde haben ihren Spaß in Platschow. Fotos: Wolfried Pätzold
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Keine Angst vor großen Tieren: Die kleinen Zirkusfreunde haben ihren Spaß in Platschow. Fotos: Wolfried Pätzold

Beim Kinderzirkus aus dem Elefantenhof in Platschow gehen Sommerträume in Erfüllung

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15. Juli 2018, 05:00 Uhr

Annelie, Hanna, Lukas, Pascal, Lisa und zehn weitere Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren können es kaum noch erwarten. Wenige Minuten nachdem im großen Chapiteau des Elefantenhofes in Platschow die erste Show des Tages mit viel Beifall für den international geschätzten Tierlehrer Sonni Frankello zu Ende war, öffnet sich der Vorhang des riesigen Zeltes für die kleinen Fans. Darauf haben sie sich lange gefreut: Im Elefantendorf steht an diesem Tag Kinderzirkus auf dem Programm.

Bereits seit 13 Jahren stehen in den Sommerferien jeweils am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag die kleinen Zirkusfreunde im Mittelpunkt. So wie Jaha, die aus Kyritz ins wohl bekannteste Elefantendorf Deutschlands nach Platschow gekommen ist, freuen sich die Mädchen und Jungen auf ein ganz besonderes Ferienerlebnis. „Ich kann schon ein bisschen jonglieren und möchte noch mehr lernen“, sagt die Neunjährige, nimmt einen Stab in die Hand und lässt eine Scheibe gekonnt kreisen.

„Ich kann gut nachempfinden, wie sich die Kinder auf diesen Tag freuen“, meint der 19-jährige Jonny, der seit zwei Jahren auf dem Elefantenhof seinen Traumjob von der Pike auf erlernt und als Trainer für den Kinderzirkus sein Talent unter Beweis stellt. „Ich war vier Jahre alt, als ich zum ersten Mal eine Vorstellung im Zirkus in meiner Heimatstadt Pritzwalk erlebt habe. Da ist der Funke übergesprungen. Seitdem lässt mich der Zirkus nicht mehr los“, erzählt der junge Mann, der sich nicht nur für die großen Tiere begeistert, sondern auch als Hula-Hoop-Champion für Aufsehen sorgt. „Wichtig ist uns, dass die Kinder ihren Talenten freien Lauf lassen, sich ausprobieren und dabei das Zirkus-Abc spielend lernen. Sie gewinnen Selbstvertrauen, haben Spaß und genießen den Beifall von Geschwistern, Eltern und Großeltern“, weiß Jonny aus Erfahrung.

Im Chapiteau geht es nun rund. Die Jungen und Mädchen balancieren, jonglieren und greifen zum Hula-Hoop-Reifen. Jonny staunt nicht schlecht: „Sie haben wirklich viel drauf und jede Menge Talent“, meint er. Nach rund 30 Minuten Eingewöhnung können die Kinder entscheiden, welche von sechs Übungen sie bis zur ersten eigenen Vorstellung erlernen möchten. Zur Wahl stehen das Balancieren auf dem Drahtseil, der Stelzenlauf, Hula-Hoop, Akrobatik, die Jonglage und das nicht ganz einfache Balancieren auf einer Kugel.

Kandidaten gibt es für jede Übung genug. Für Annelie, Emmelie und Hanna ist das Drahtseil keine große Hürde. Lengla, Pascal und Fenja bringen Teller, Ringe und Bänder zum Schwingen. Elsa und Lukas zeigen, was sie als Nachwuchsakrobaten beim Radschlagen schon drauf haben. Jaha hat ihren Spaß beim Jonglieren. Nach gut einer Stunde hat die quirlige Zirkustruppe in bunten Kostümen ein Programm für die Zuschauer in petto. Da staunen die Erwachsenen und Kinder nicht schlecht und belohnen Mut und Leistung mit viel Beifall.

Doch bevor am 25. August zum 14. Kinderzirkusfestival auf den Platschower Elefantenhof eingeladen wird, gilt es noch viel zu üben. Dann wird eine hochkarätige Jury die einzelnen Leistungen bewerten und acht Preise vergeben. Im Vorjahr hatten sich 30 Kinder und Jugendliche dafür beworben. Die neunjährige Marie wurde zum dritten Mal Siegerin des „Kinderzirkusfestivals von Monte Platschow“. Finn (9) begeisterte als Dschungel-Held und einer Laufenten-Dressur. Josh (11) zeigte eine selbst einstudierte Akrobaten-Show und bekam dafür den 2. Preis. Ob der eine oder andere Vorjahressieger erneut antritt, steht noch nicht fest.
 

Was aus Kindertalenten einmal werden kann, stellen Frankellos unter Beweis. Sonni, der im Vorjahr sein 50. Jubiläum in der Manege gefeiert hat, war im Alter von acht Jahren bereits als Clown und Kunstreiter zu erleben. Schon als kleines Kind lernte er die Elefanten seines Großvaters hautnah kennen. Mit 13 Jahren arbeitete er erstmals selbst mit einem grauen Riesen. Vor wenigen Jahren wurde er als einer der weltbesten Tierlehrer auf dem Internationalen Zirkusfestival in Monte Carlo ausgezeichnet.

Auch Schwägerin Nadja, als Tierlehrerin in den Shows in Platschow zu erleben, wuchs im Zirkus auf und war nach Unterrichtsschluss in der Zirkusschule am liebsten bei den kleinen und großen Tieren. Mit 13 Jahren ging ihr Traum in Erfüllung und sie durfte ganz offiziell in der Show auftreten. Bis heute fühlt sie sich bei den Elefanten wohl. Auch Frankellos Kinder – Erwin, Jeniffer und Marlon – sind längst in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten, sind in den Shows und bei Veranstaltungen auf dem Elefantenhof zu erleben. Mehr als 300 000 Besucher haben den Elefantenhof im 33-Seelen-Dorf Platschow an der Landesgrenze zu Brandenburg, der in der Hauptsaison täglich außer Montag ab 10.30 Uhr geöffnet ist, inzwischen besucht. Mehrere Shows mit großen und kleinen Tieren, darunter auch Seelöwen, sind der Besuchermagnet für zirkusbegeisterte Fans aus nah und fern.

 

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