Landratswahl: Interview Glaser (CDU) : Kümmerer für unsere Gemeinden

Mit kommunaler Selbstverwaltung  beschäftigt sich Klaus-Michael Glaser im Beruf und in der Freizeit – wie diese Sammlung historischer Schilder belegt.
Mit kommunaler Selbstverwaltung beschäftigt sich Klaus-Michael Glaser im Beruf und in der Freizeit – wie diese Sammlung historischer Schilder belegt.

Im Gespräch mit Klaus-Michael Glaser, der von der CDU zum Kandidaten für die Landratswahl im Mai nominiert wurde.

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22. Januar 2018, 05:00 Uhr

Frisch nominiert: Klaus-Michael Glaser geht ins Rennen um den Landratsposten. Das entschied die CDU-Vollversammlung am Freitagabend in Spornitz. Nach der Kandidatenwahl sprach Redaktionsleiter Udo Mitzlaff mit dem Kandidaten.

Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung. Welcher war Ihr erster Gedanke, als das Ergebnis feststand?
Glaser: Vielen Dank! Wir wissen ja, dass es zu allem im Leben auch immer etwas Glück braucht. Das Wahlergebnis ist für mich gleichermaßen Verpflichtung und Motivation. Mein erster Gedanke: Jetzt geht´s los! Nun liegt´s an mir, auch das breite Vertrauen der Menschen in unserem Landkreis zu gewinnen.

Wer hat zuerst gratuliert?
Natürlich unser Kreisvorsitzender Wolfgang Waldmüller, der das Stimmenergebnis als erster in den Händen hielt. Und auch gleich meine Freunde von der CDU Pinnow. Dann musste ich erst einmal meine Frau anrufen. Sie hatte in der Apotheke Dienst. Ich hatte ihr versprochen mich gleich zu melden. Mit großer Freude sagte sie: Wir schaffen das.“

Haben Sie Ihren Hut selbst in den Ring geworfen oder wie kam Ihre Kandidatur zustande?
Schon Mitte letzten Jahres hatte der CDU Kreisvorstand die Gemeindeverbände aufgefordert, geeignete Personen für dieses Spitzenamt zu benennen. Da hat man mich dann von verschiedenen Seiten ins Spiel gebracht.

Für Sie überraschend?
Ich will es mal so sagen: Seit 20 Jahren kenne ich den Landkreis und seine Städte und Gemeinden mit allen Schwächen und Stärken. Und man kennt natürlich auch mich. Ich habe mir das sehr gründlich überlegt. Nach einem sehr persönlichen Gespräch mit Wolfgang Waldmüller im Herbst 2017 war die Entscheidung dann nicht nur im Kopf, sondern auch im Herz klar und ich habe fest zugesagt, diese Herausforderung anzunehmen. Ich fühle mich nach so langer Zeit als Berater unserer Kommunen auch verpflichtet, noch mehr Verantwortung für sie zu übernehmen. Das kann ich als Landrat sehr gut.

Bis zur Landratswahl am 27. Mai wird die Zeit knapp werden. Wie wollen Sie sich bekannt machen?
Unter Bürgermeistern, Gemeinde- und Kreisvertretern bin ich ja kein Unbekannter mehr. Und nun bin ich schon dabei, alle Einladungen von Unternehmen, Verbänden, Parteien, Gemeinden und auch einzelnen Bürgern anzunehmen, die mich und mein Programm kennenlernen wollen. Ich hoffe, der Zuspruch hält so an und freue mich über das große Interesse. Ich lade alle ein, mit mir Kontakt aufzunehmen und auch ein persönliches Treffen zu vereinbaren! Und natürlich wird man dann in der heißen Phase, mein Gesicht auch auf dem ein oder anderen Wahlplakat im Landkreis sehen.

Wenn Sie gewählt werden, was wollen Sie tun, um als Landrat für den ganzen Kreis akzeptiert zu werden?
Mein bisheriger Wirkungskreis umfasst ganz Mecklenburg-Vorpommern, eine Kirchturmpolitik für nur eine Region ist mir daher fremd. Das werden auch die Menschen in unserem Landkreis schnell merken. Ich werde in alle Regionen rausfahren und hören, wo ich als Landrat helfen kann. Und verspreche, auch nichts und niemanden auszulassen. Meine künftige Arbeit soll von diesem Zusammenhalt profitieren.

Welche Projekte sind Ihnen besonders wichtig?
Da gibt es so einige. Zum Beispiel die Breitbandversorgung alleine genügt nicht. Unser Landkreis muss nun endlich die Chancen der Digitalisierung nutzen. Das betrifft vor allem unsere Schulen aber auch die Verwaltung. Unsere Kreisgesellschaft KSM sollte mit dem Zweckverband Elektronische Verwaltung, dem fast alle Amts- und Stadtverwaltungen angehören, den Bürgern ermöglichen, Verwaltungsvorgänge bequem von zu Hause aus zu erledigen. Den Zweckverband habe ich damals übrigens selbst gegründet.

Und außerhalb der Verwaltung?
Auch sonst steht die Mobilität unserer Bürger für mich oben an. Wir gehören mittlerweile zur Metropolregion Hamburg. Da muss es doch zu schaffen sein, dass die Verkehrsbetriebe des Landkreises gemeinsame Fahrpläne und Tarife mit dem Nahverkehr der Stadt Schwerin und dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV) schaffen.

Bisher sind Sie für den Städte- und Gemeindetag tätig, Anwalt der Dörfer und Städte. Wechseln Sie die Seite?
Städte und Dörfer sind die Heimat unserer Menschen. Hier haben wir Kindergärten und Schulen, Vereinsleben und soziale Gemeinschaft und Engagement. Der Landkreis hat die Gemeinden bei der Erledigung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Das bedeutet vor allem: moderate Kreisumlage und gute Infrastruktur für den ländlichen Raum. Aber auch beim Amt für Brandschutz, beim Jugendamt, in der Straßenverwaltung und Kommunalaufsicht ist der Landkreis als Dienstleister gefordert. Als Landrat werde ich der Kümmerer für unsere Heimatgemeinden und ihre Bürger bleiben. Ich bleibe ein Mitglied der kommunalen Familie - mit anderen, teilweise sogar besseren Einwirkungsmöglichkeiten.

Wir haben einen Zeitungsausschnitt gefunden, in dem Sie - aktueller denn je - schreiben: Gestalten statt verwaltet werden. Ein flammendes Plädoyer für die kommunale Selbstverwaltung in Gemeinden. Sehen Sie das noch aktuell so?
Meine Leidenschaft in dieser Sache ist ungebrochen. Die kommunale Selbstverwaltung bietet den Menschen Orientierung und Halt in Zeiten der Globalisierung, vergrößerter Kreisstrukturen und allgemeiner Unsicherheit. Hier können wir noch selbst gestalten und die Umsetzung erleben. Gemeinden mit überdurchschnittlichem Engagement der Bürger sind attraktiv, gerade auch für junge Familien. Es liegt an uns, vor Ort unsere Städte und Gemeinden lebenswert zu machen.

Was macht Klaus-Michael Glaser in seiner Freizeit?
Ich bin begeisterter Kinogänger. Gute Filme sehe ich gern gemeinsam mit anderen auf großer Leinwand. Außerdem spiele ich mit meinen Kollegen Fußball. Auf Wunsch meines Sohnes habe ich zudem vor einem Jahr angefangen Tennis zu lernen. Er sagt, ich bin auf einem guten Weg.

Montagabend tagt um 19:30 Uhr der Kulturausschuss der Gemeinde Obere Warnow im Gemeindezentrum Grebbin. Als Gast wird Landratskandidat Klaus Michael Glaser (CDU) teilmnehmen und im Anschluss Rede und Antwort stehen.


 

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