Landrat Rolf Christiansen : „Sieben Jahre packe ich nicht mehr“

<p>Landrat Rolf Christiansen verkündet seinen Rückzug aus der Politik.</p>
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Landrat Rolf Christiansen verkündet seinen Rückzug aus der Politik.

Angeschlagene Gesundheit: Landrat Rolf Christiansen tritt nicht mehr an, SPD will Stefan Sternberg aus Grabow als Nachfolger

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03. Januar 2018, 20:45 Uhr

Bedrückte Stimmung heute früh auf den Fluren der Parchimer Kreisverwaltung: Gerade hatte eine Mail an die Mitarbeiter die Runde gemacht, in der Rolf Christiansen das Ende seiner politischen Karriere erklärte. Ein Paukenschlag: Nach 24 Jahren auf dem Landratsposten sind es gesundheitliche Gründe, die den 60-Jährigen zum Verzicht auf eine erneute Kandidatur zwingen. Noch am Abend präsentierte die SPD Ludwigslust-Parchim den Nachfolgekandidaten. Der 33-jährige Stefan Sternberg, Bürgermeister der Stadt Grabow, soll das politische Schwergewicht Christiansen beerben.

„Jeder Mensch hat nur eine Gesundheit“

„Jeder Mensch hat nur eine Gesundheit“, sagte der auf einer Nordseeinsel geborene Christiansen am Mittwoch mit bedrückter Miene vor der Presse. „Ich habe es mir mit der Gesundheit lange überlegt. Ich sehe nicht, dass ich es noch sieben Jahre packen kann“, so der Landrat, der bis zum 12. Oktober im Amt bleibt. „In dieser Zeit werde ich aber mit voller Kraft für die Interessen der Menschen und für meine Überzeugungen eintreten.“

Christiansen schloss auch aus, jetzt anzutreten und den Posten in der Mitte der Amtszeit an einen Nachfolger zu übergeben: „Ich mache nicht Wahlkampf für eine Halbzeit. Das ist nicht mein Ding.“

Nach seiner schweren Erkrankung 2013 habe der Landrat nicht zu seiner alten Kraft und Konstitution zurückfinden können: „Wenn man aber erkennt, dass man die selbst gesetzten Ansprüche an das Amt nicht mehr vollen Umfanges über die gesamte Wahlzeit von sieben Jahren erfüllen können wird, muss man aus Respekt vor dem Amt des Landrates und aus Respekt vor den Menschen auch schweren Herzens auf eine erneute Kandidatur verzichten.“

„Man wird sich weiter über den Weg laufen.“

Die Entscheidung zum Verzicht sei allerdings leichter gefallen, weil der Landkreis „sehr gut aufgestellt“ sei. Christiansen nannte die niedrige Arbeitslosenquote, solide Kreisfinanzen und das Kreisentwicklungskonzept. Darauf könne er nach einer mehr als 24-jährigen Amtszeit mit Stolz zurückblicken.

Rolf Christiansen, der im Sommer erneut geheiratet hat, werde in der Region bleiben: „Der Landkreis ist mir wirklich ans Herz gewachsen. Ich werde mich ehrenamtlich engagieren, zum Beispiel im Theaterförderverein. Man wird sich immer wieder über den Weg laufen.“ Schwierige Abschnitte seiner Amtszeit seien die Extremhochwasser gewesen. Das schönste Erlebnis seien „die leuchtenden Kinderaugen und die Tränen einer Mutter“ gewesen, als es gelungen sei, eine Flüchtlingsfamilie vor der Abschiebung zu bewahren, die jetzt voll integriert hier lebt.

Vom möglichen Nachfolger Stefan Sternberg verspricht sich der Noch-Landrat „frische zukunftsorientierte Ideen und die nötige Durchsetzungskraft zum Gestalten.“ Im Kreis Ludwigslust-Parchim hat bislang nur die CDU mit Klaus-Michael Glaser aus der Landesgeschäftsstelle des Städte- und Gemeindetages einen Kandidaten aufgestellt. Die Linkspartei hat sich noch nicht entschieden.

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