Perleberg : Abschied vom Meisterschwimmer aus Mexiko

Oliver Eduardo Escudero Chagoyan (links) erhält von Ronny Schatt-Tiburtius seine Preise.
Oliver Eduardo Escudero Chagoyan (links) erhält von Ronny Schatt-Tiburtius seine Preise.

Der mexikanische Austauschschüler Oliver Eduardo Escudero Chagoyan kehrt in die Heimat zurück.

prignitzer.de von
27. Juli 2018, 12:00 Uhr

Fast ein Jahr war der 16-jährige Mexikaner Oliver Eduardo Escudero Chagoyan zu Gast in der Rolandstadt. Bevor er sich aufmacht, um noch Italien und die Niederlande zu bereisen, gibt es bei seiner Gastfamilie eine kleine Abschiedsfeier.

Dass Oliver nach Perleberg kam, ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass Sven, der Sohn von Reiner und Lore Matthias, im Jahr 2001 als Austauschschüler in Mexico war. Träger dieses Projektes war der CISV International, der 1951 als Children's International Summer Villages gegründet wurde und seitdem Kinder- und Jugendbegegnungen organisiert. Und in der Familie erinnerte man sich im vergangenen Jahr wieder an den Austausch. So kam Oliver im Oktober aus Mexico City nach Perleberg. Er besuchte die 10. Klasse des Gottfried-Arnold-Gymnasiums, die er mit 3,0 abschloss.

Schon frühzeitig nahmen ihn Matthias Tochter Ines und Enkeltochter Alexandra Welk mit zur Perleberger Wasserwacht, wo er fleißig mittrainierte. Aber erst kurz bevor diese zum 24-Stunden-Schwimmen nach Spremberg fuhren, verriet Oliver sein Geheimnis „Ich bin ein guter und erfolgreicher Schwimmer“, ließ er seine Sportkameraden wissen. Kein Wunder, dass er die Besten der Wasserwacht immer hinter sich ließ. „Die reagierten schon etwas sauer, wenn Oliver sie wieder einmal geschlagen hat“, gesteht Ines Welk. „Ich schwimme seit meiner Kindheit aktiv im Verein“, verrät der junge Mexikaner dem „Prignitzer“. „In meiner Heimat holte ich schon zahlreiche Pokale und Medaillen.“ Kein Wunder also, dass er in seiner Altersklasse den 1. Platz belegte. Für geschwommene 27 100 Meter bekam er den Siegerpokal und die Goldmedaille. Außerdem gab es für ihn auch noch den Pokal für die weiteste Anreise, denn hier zählte sein Hauptwohnsitz in Mexico City. Diese Preise und die dazugehörigen Urkunden bekommt der Austauschschüler vom Vorsitzenden Ronny Schatt-Tiburtius beim Abschiedsabend überreicht. „Wenn wir unser Fest mit der Wasserwacht haben, wo es die Pokale und Medaillen gibt, bist Du leider nicht mehr da. Deshalb noch einmal herzlichen Glückwunsch und für die Zukunft alles Gute“, so Schatt-Tiburtius bei der Übergabe.

Die Wasserwachtler verraten noch, dass Oliver etwas ganz Besonderes geschafft hat. „Er muss im August nur noch die theoretische Prüfung bestehen“, sagt Ines Welk. „Die praktische hat der Superschwimmer natürlich mit Bravour gemeistert. Wenn er also diese Prüfung erfolgreich absolviert, fährt er als Rettungsschwimmer zurück in seine Heimat.“

Zur Verabschiedung sind nicht nur die Familie und Vertreter der Wasserwacht gekommen, sondern auch sein 20-jähriger Bruder Oliver Armando Escudero Chagoyan, der zurzeit in Bielefeld Umwelttechnik studiert, im neuen Studienjahr aber auf Mediendesign umschwenkt. Auch er war im Schuljahr 2014/15 als Austauschschüler in der Prignitz und hat das Gottfried-Arnold-Gymnasium besucht.

Der Abschied fällt Oliver nicht leicht, nicht zuletzt auch deshalb, weil er ein Freund der deutschen Küche geworden ist, erzählen seine Gasteltern. „Ich habe mich wohl gefühlt“, betont der junge Mexikaner. Und wenn er sich an Perleberg in der Millionenmetropole erinnert, dann „an eine kleine, grüne Stadt, an die vielen netten Menschen und natürlich an meine Gastfamilie, bei der es einfach wunderschön war“.

Aber vielleicht kommt er ja eines Tages zurück nach Deutschland, um wie sein Bruder hier zu studieren.

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