Prignitz : Beim Breitband hat Rumänien die Nase vorn

Landkreis bereitet nächstes Treffen mit den Partnern aus Osteuropa vor / Konkrete Arbeitsthemen sind benannt

prignitzer.de von
14. August 2019, 05:00 Uhr

Die Zusammenarbeit mit dem rumänischen Kreis Alba soll nicht nur auf dem Papier stattfinden. „Wir haben mehrere konkrete Ziele vereinbart und arbeiten an deren Umsetzung“, sagt Landrat Torsten Uhe. Erst Anfang Juli hatte er zusammen mit seinem rumänischen Kollegen Ion Dumitrel eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit beider Kreise unterzeichnet.

Rumänische Vertreter haben mehrere Wünsche geäußert. So wollen sie Details über die zum Kreiskrankenhaus gehörende Schule für Gesundheitsberufe erfahren. Ein vergleichbares Model gebe es in Rumänien nicht. „Aber auch dort verlassen junge Erwachsene die Region, den Krankenhäusern fehlt der berufliche Nachwuchs“, sagt Uhe.

Gesundheitstourismus und Wellness sind ein zweites Thema. Die rumänische Region habe gute Angebote und Ideen, aber deren Vernetzung fehle. Am Beispiel von Wilsnack lasse sich das gut demonstrieren, meint Uhe. Gradierwerk, Elbtalklinik bis hin zum Caravanplatz machen den Kurort attraktiv für Gäste. Ausbildung und Arbeit in Werkstätten der Lebenshilfe seien ein weiterer Aspekt, der die rumänischen Partner interessiere.

Diese Themen werden beim nächsten Treffen eine Rolle spielen. Geplant ist das für Ende Januar. Ion Dumitrel werde dann Gast auf dem Neujahrsempfang des Landrates sein. Dieser steht unter dem Motto „Europa leben und erleben“. Ihm sei der europäische Gedanke wichtig, diesen wolle er fördern, sagt Uhe.

Zugleich macht Uhe deutlich, dass es ich um eine Partnerschaft auf Augenhöhe handelt. „Rumänien ist kein Entwicklungsland und auch wir können von ihnen lernen“, so Uhe. Im Kreis Alba liege die Arbeitslosigkeit mit rund 3,5 Prozent um die Hälfte niedriger als in der Prignitz. Drei nahe gelegene Flughäfen zeugen von einer gut ausgebauten Infrastruktur. Das Ergebnis sind mehrere große Unternehmen, auch aus Deutschland, die sich in dem rumänischen Kreis angesiedelt haben. Beim Thema Breitbandausbau sei die Region deutlich weiter als die Prignitz.

In den Gesprächen hätten sich weitere Interessen und Ideen abgezeichnet. Aber man wolle nicht mehr planen und versprechen, als realistisch ist, erklärt Uhe. Ihm sei es wichtig, die vereinbarten Punkte wirklich umzusetzen.

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