Corona: Prignitz informiert die Menschen : Corona: Kreis schaltet eine Hotline

In Perleberg wird eine mobile Teststation für Verdachtsfälle vorbereitet.
In Perleberg wird eine mobile Teststation für Verdachtsfälle vorbereitet.

Verwaltungen informieren Bürger am Telefon und im Internet. Einzelhändler und Spielplätze müssen schließen.

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17. März 2020, 17:35 Uhr

Kommunen und Landkreis reagieren in der Corona-Krise auf die Sorgen und Ängste der Menschen. So hat der Kreis seit Dienstag eine Hotline geschaltet. Unter 03876/713-313 können Bürger von 7 bis 20 Uhr anrufen, ihre Fragen stellen, informiert Landrat Torsten Uhe im Pressegespräch am Abend. Erstmals ist der Kreis mit einer Seite auf Facebook aktiv. „Wir informieren aktuell über die Entwicklung, werden kursierende Fakenews korrigieren“, kündigt Uhe an. Auch Wittenberge setzt neben Homepage und Bürgertelefon auf Facebook und hat binnen weniger Stunden bereits 1000 Abonnenten gewonnen, sagt Bürgermeister Oliver Hermann.

Die Zahl der Fragen dürfte heute nicht weniger werden, denn die nächsten drastischen Schritte im Kampf gegen das Virus haben Land und Kreis beschlossen. So werden ab Mittwoch eine Vielzahl an Geschäften schließen müssen. Ausnahmen gelten im Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser.

Ebenfalls für Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Bau-, Garten- und Tierbedarfsmärkte. Geschlossen für das Publikum werden Diskotheken, Ausstellungen, Spielhallen sowie Kinos, Spielplätze, Anbieter von Freizeitaktivitäten und ähnliche Einrichtungen. Gaststätten dürfen von 6 bis 18 Uhr öffnen. Veranstaltungen mit mehr als 50 Menschen sind verboten.
Für die Umsetzung sind die Ordnungsämter zuständig. „Wir werden gemeinsam mit der Polizei die Umsetzung kontrollieren“, kündigte Hermann an. Auch eine gemeinsame Patrouille sei geplant. Man setze auf der Verständnis und das Mitwirken der Händler, wolle nicht mit Strafen drohen, aber letztlich muss die Anweisung befolgt werden.

Die Prignitzer Polizei befindet sich seit Montag im „Krisenmodus“, formuliert es ihr Chef Dieter Umlauf. Der Dienst wurde auf ein Zweischicht-System umgestellt, so dass mehr Funkwagen zur Verfügung stehen. Zeitgleich seien mindestens vier im Einsatz. Die Präventionsarbeit wurde eingestellt, ebenfalls die Sprechstunden der Revierpolizei. Die sei aber weiter geöffnet.

Der Landkreis will die niedergelassenen Ärzte entlasten und bereitet eine mobile Corona-Teststation vor. Auf Anweisung des Hausarztes können sich dort Verdachtsfälle melden, es wird ein Abstrich gemacht. Die Station wird in Perleberg errichtet, Details seien noch in der Vorbereitung. Unterdessen gibt es Stand Dienstag 18 Uhr weiter keinen Corona-Fall oder Verdacht im Landkreis, bestätigt das Gesundheitsamt.

Landrat Torsten Uhe könne die Entwicklung nicht vorhersehen. „Das Ausrufen des Katastrophenfalls kann, muss aber nicht notwendig werden“, sagte er. Bei allen Schritten und Maßnahmen orientiere man sich an den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts. Besonnenheit sei angeraten. „Die Mitwirkung der Prignitz ist unerlässlich. Achtet aufeinander“, appelliert Torsten Uhe an die Menschen in der Prignitz.

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