Anerkennung für einen Perleberger : „Danke Lothar“

Ehefrau Rosemarie Wedel, Tochter Angela und Enkel Joost Winkelmann bedanken sich für diese Geste der Anerkennung. Die Bank steht im Goethepark, eine Inschrift erinnert an Lothar Wedel und an sein Engagement. Fotos: hanno taufenbach 82)
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Ehefrau Rosemarie Wedel, Tochter Angela und Enkel Joost Winkelmann bedanken sich für diese Geste der Anerkennung. Die Bank steht im Goethepark, eine Inschrift erinnert an Lothar Wedel und an sein Engagement. Fotos: hanno taufenbach 82)

Freunde und Weggefährten erinnern mit einer Sitzbank und einem Baum an den verstorbenen Lothar Wedel.

prignitzer.de von
23. März 2019, 12:00 Uhr

Er war das Prignitzer Gesicht der Russlandhilfe, zitierte Perlebergs Bürgermeisterin Annett Jura aus unserer Zeitung. Ein treffendes, ein alles aussagendes Zitat, meinte sie am gestrigen Freitag im Goethepark. Dort wurde in Gedenken an den im vergangenen Jahr verstorbenen Perleberger ein Baum gepflanzt, eine Bank aufgestellt.

Es gibt einen Film über Lothar Wedel, ein dickes Buch ließe sich schreiben und doch wäre nicht alles erzählt über diesen außergewöhnlichen Menschen. „Ich habe mehr bekommen, als ich gegeben habe“, sagte er einmal. Worte, die seinen Charakter widerspiegeln: tief gläubig, sehr bescheiden, voller Demut. „Im Mittelpunkt wollte er nie stehen“, sagte Annett Jura.

Mit einem Auto und einem Anhänger startete Wedel in den 90er Jahren seine erste Fahrt in die Staaten der ehemaligen Sowjetunion. In rund 20 Jahren wurden es 60 Fahrten, manche davon im Konvoi mit mehreren großen Lastkraftwagen, beladen mit Tonnen von Hilfsgütern. Kinderheime, Kirchgemeinden und das einsam wohnende Mütterchen im Holzhaus an der Straße waren die Ziele. An Bord Kleidung, Lebensmittel, Süßigkeiten, Medikamente, medizinische Geräte, Computer, Spielzeug. Manches war öffentlich deklariert, anderes schmuggelte er gut versteckt und alles zusammen wurde dringend benötigt.

Enge Weggefährten und Freunde hatten die Idee zu dieser öffentlichen Anerkennung. Initiator war der frühere Förster Jürgen Teubner, der Lothar Wedel schon in Kindertagen als Tierarzt kennen gelernt hatte. Das CJD fertigte die Bank, die JKS Metallverarbeitung die Tafel mit der Inschrift. Gepflanzt wurde eine Esskastanie – der Baum des Jahres 2018. Das hätte Lothar gefallen, waren sich die Anwesenden einig. Uwe Schäffer, der für Wedel zehn Jahre lang hinter dem Lenkrad saß, erinnerte an die vielen anderen Fahrer und Begleiter. Jürgen Teubner griff zum Jagdhorn, blies das Signal „Danke Lothar“. Ein Blick in die Gesichter verriet, dass in diesem Moment jeder seine ganz persönliche Erinnerung an Lothar Wedel vor Augen hatte.

Ehefrau Rosemarie Wedel bedankte sich für diese Anerkennung. Auch ihre Tochter Angela Winkelmann und Lothars Bruder Herbert waren gekommen. Der Enkel Joost Winkelmann pflanzte den Baum zusammen mit Annett Jura. Er habe nur wenige Erinnerungen an die Russlandfahrten. „Ich war zu jung“, sagt der 19-Jährige. Aber dieser Platz im Goethepark sei eine gute Sache.

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