Prignitz : Digitalisierung hat Schulen erreicht

Jan Meyerhoff (r.) erläutert Staatssekretär Thomas Drescher (l.) das Elektrokabinett.
Jan Meyerhoff (r.) erläutert Staatssekretär Thomas Drescher (l.) das Elektrokabinett.

Bildungsstaatssekretär verspricht mehr Anstrengungen zur Ausbildung von Berufsschullehrern – Mehr in angehende Erzieher investieren.

prignitzer.de von
05. Dezember 2018, 21:00 Uhr

Brandenburg will eine eigene Ausbildung von Berufsschullehrern aufbauen. Damit solle langfristig der Bedarf an diesen Fachkräften gedeckt werden, kündigte Bildungsstaatsekretär Thomas Drescher gestern bei einem Besuch im Oberstufenzentrum Prignitz (OSZ) in Wittenberge an. Angehende Berufsschullehrer sollen frühzeitig Erfahrungen in Oberstufenzentren und anderen Ausbildungsstätten sammeln, um sie für einen Arbeitsplatz im ländlichen Raum zu gewinnen.

Die Ankündigung erfreute auch OSZ- Leiter Jan Meyerhoff. Er hatte zuvor berichtet, dass es stetig gelinge, neue Kollegen zu gewinnen und zu integrieren. In einigen Jahren scheiden aber Mitarbeiter in größerer Zahl aus, dafür werden neue Lösungen benötigt.

Bei einem Rundgang informierte sich Drescher über Ausbildungsbedingungen, darunter für Elektro- und Gastronomieberufe. Eine weitere Station war die Ausbildung von Pflegererinnen. Deren Lehre ist sehr fordernd, wer sie bestehe, habe Charakter bewiesen, so Meyerhoff.

In einer Geprächsrunde mit Vertretern aus Kreisverwaltung und Bildungsbereich standen Digitalisierung und Sicherung des Erzieherbedarfes im Vordergrund. Das Land werde weiter die Ausstattung der Schulen mit Endgeräten und anderer Digitaltechnik unterstützen, versicherte der Staatssekretär. Wünschenswert sei, Mädchen und Jungen schon in der Kita an diese Technik heranzuführen und dies in der Schule fortzusetzen, um den Kindern Medienkompetenz zu vermitteln. Dabei müssten die Eltern einbezogen und auch für Gefahren, so bei der Nutzung von Smartphones, sensibilisiert werden, so Drescher. Das Land entwickele eine Schulcloud, damit die Mädchen und Jungen keine Schulbücher zum Unterricht tragen müssten, sondern diese virtuell vorlägen.

Digitalisierung bedeute aber neben Technik und Befähigung der Lehrkräfte zu deren Anwendung auch leistungsfähiges WLAN in den Schulen und ihre Anbindung an schnelles Internet. Deshalb sei schnelles Internet auch im ländlichen Bereich so wichtig, betonte der Staatssekretär.

Beides hat der Landkreis Prignitz in den vergangenen Monaten bereits in den Schulen seiner Trägerschaft realisiert. Und Harald Pohle, Vorsitzender des Schulverbandes Lenzen wies darauf hin, dass die Grundschule Lanz seit Monatsbeginn an eine 100 MBit-Leitung angeschlossen sei. Für die Grundschule hatte der Staatssekretär einen Förderbescheid über 24 221 Euro mitgebracht. Mit diesem Geld wird das Modellprojekt „medienfit@Grundschule umgesetzt. Für 35 000 Euro werden Medientechnik, interaktive Tafeln und ein Computerkabiangeschafft.

Vertreter von Kita-Trägern forderten eine attraktivere Erzieherausbildung. In einigen Einrichtungen müsste Schulgeld bezahlt werden. Das sei beim OSZ nicht so, aber in der Ausbildung gebe es kein Entgeld im Gegensatz zur Qualifizierung der Quereinsteiger. Drescher plädierte für schulgeldfreie Ausbildung, sah abe r eher die Kita-Träger in der Pflicht, in die Zukunft zu investieren und ein kleines Entgeld für die Praxis-Zeiten in den Einrichtungen zu zahlen.

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