Faulbrut in der Prignitz aufgetreten : Faulbrut hat Bienen befallen

Amerikanische Faulbrut.
Amerikanische Faulbrut.

Erreger der amerikanischen Variante in der Gemeinde Karstädt nachgewiesen. Honig kann bedenkenlos gegessen werden.

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12. Juni 2019, 21:00 Uhr

In der Prignitz ist die Amerikanische Faulbrut ausgebrochen. Eine Tierseuche. Betroffen ist ein Bienenstamm in Streesow, Gemeinde Karstädt. Das bestätigt Amtsärztin Sabine Kramer. Der Landkreis hat bereits eine Amtliche Bekanntmachung in unserer Zeitung veröffentlicht.

Die von der Krankheit befallenen Bienen wurden im Rahmen einer Routineuntersuchung festgestellt. Wie bei anderen Tierarten gilt auch bei Bienen, dass sie bei einem Verkauf oder bei einem Umsetzen tierärztlich untersucht werden. „Dabei wurden Sporen des Erregers festgestellt. Wir untersuchten weitere Völker in der Umgebung und konnten einen Befall nachweisen“, sagt Kramer. Bei den betroffenen Bienen wurden Erreger und Veränderungen bei der Brut nachgewiesen.

Als erste Konsequenz hat der Landkreis einen Sperrbezirk erlassen. Dieser umfasst die Ortslagen Reckenzin, Pröttlin, Garlin, Groß Warnow sowie angehörige Gemeindeteile und die zur Stadt Lenzen gehörenden Orte Mellen sowie Rambow. Der Sperrbezirk sei ungewöhnlich groß. „Das ist der Tatsache geschuldet, dass mehrfach Erreger der Krankheit nachgewiesen wurden“, erklärt Kramer.

Über weitere Maßnahmen werde in den kommenden Tagen entschieden. Dazu soll sich ein Fachmann den kranken Bienenstamm anschauen. Dieser müsse nicht automatisch getötet werden. Je nach Stärke des Befalls und der Verfassung der Bienen, können unter Umständen die erwachsenen Tiere gerettet werden. Die Krankheit selbst befällt nur die Jungtiere, sie sterben.

Für den Menschen ist die Amerikanische Faulbrut ungefährlich. „Der Honig von diesen Bienen kann weiter bedenkenlos gegessen werden“, sagt Kramer. Im Sperrbezirk aufgestellte Völker bleiben dort. Imker dürften weiter Honig produzieren. Der Sperrbezirk legt lediglich fest, dass in dieses Gebiet keine neuen Völker gebracht oder daraus entfernt werden dürfen. Aufgehoben werde er erst wieder, wenn zwei Untersuchungen im Abstand von mindestens zwei Monaten ohne Befund bleiben.

Die Amerikanische Faulbrut trete in der Prignitz r selten auf. Den letzten Befall gab es im Jahr 2014. Gefährdeter seien frühere Truppenübungsplätze, die Heide oder südliche Regionen in Brandenburg. Diese Flächen seien bei Imkern beliebt, dort bringen viele ihre Völker hin. Das erhöhe das Risiko der Einschleppung dieser bakteriellen Krankheit.

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