Wittenberge : Galerie hatte ihre Chancen

Diverse Ideen für die Innenstadt scheiterten: Abgeordneter reagiert auf Aussagen des Managements.

prignitzer.de von
04. August 2019, 05:00 Uhr

Das Thema Einkaufsmarkt in der Wittenberger Innenstadt und unterschiedliche Aussagen zur Prignitz-Galerie in unserer Berichterstattung veranlassen den SPD-Stadtverordneten Marcel Elverich zu einer Reaktion. Er ist der Meinung, dass die Galerie sehr wohl eine Chance hatte. Anders als es das Management für das Gebäude in unserer Freitagausgabe formulierte. Vertreter Michael Huck meinte: „Die Stadt hat alle Optionen verspielt, um die Prignitz Galerie wieder zu beleben.“ Es sei nicht hilfreich gewesen, Mietinteressenten alternativ die Fruchthalle als Option zu präsentieren.

Mit dem Auszug des Edeka-Marktes Ende 2015 begann die Suche nach einem Nachfolger. Grund für den Auszug seien „gescheiterte Mietverhandlungen mit dem Eigentümer“ gewesen, so Elverich. Die Stadt Wittenberge habe sogar noch einen Zuschuss angeboten. Eine Einigung hätten die Verhandlungspartner aber nicht erzielen können.

Gemeinsam mit dem Eigentümer sei dann die Ansiedlung eines Rewe-Marktes verfolgt worden. Um ein wettbewerbsfähiges Angebot etablieren zu können, standen diverse Anforderungen im Raum. So sollte die Verkaufsfläche mehr als 1500 Quadratmeter betragen, fast das Doppelte der Edeka-Fläche, sagt Elverich. Damit verbunden sei die Forderung nach einem Parkplatz mit mindestens 80 Stellflächen gewesen. Die Parkflächen auf dem Dach des Hauses seien als nicht geeignet eingeschätzt worden.

Die Stadt wollte den Bau der Parkplätze durch den Abriss des leerstehenden Hauses an der gegenüberliegenden Ecke Wilhelmstraße realisieren. „Diese Maßnahme ist und war städtebaulich nicht einfach“, sagt Elverich, der als damaliger Vorsitzender des Bau- und Wirtschaftsförderungsausschusses das Thema begleitet habe.

Zu dem Abriss kam es nicht. Die Pläne lösten eine öffentliche Diskussion aus, unsere Zeitung berichtete intensiv darüber. Nachdem, die Denkmalpflege involviert war, stellte sie das Haus unter Denkmalschutz, so Elverich. „Die Realisierung des Baus von Parkplätzen war somit nun nicht mehr möglich“, sagt er weiter. Damit sei die Ansiedlung eines größeren Lebensmittelmarktes in der Prignitz-Galerie gescheitert.

Alternativ habe die Stadt andere Ideen entwickelt. So sollte die Lebenshilfe einen Markt für regionale Produkte etablieren. Aber auch diese Gespräche hätten mit dem Eigentümer zu keinem Erfolg geführt. Zeitgleich wurden Forderungen in der Öffentlichkeit und der Politik lauter, eine andere Lösung zu finden. Daher wurde seit Anfang 2018 die Alternative am Standort der ehemaligen Fruchthalle verfolgt. Eine Interessenbekundung wurde durchgeführt, in der sich die Harms-Consulting & Co. KG durchgesetzt habe. „Sie ist tatsächlich auch nur in diesem Verfahren beteiligt gewesen, hat nicht mit der Prignitz-Galerie verhandelt“, sagt Elverich.

Der neue Plan geht über die Ansiedlung eines Marktes hinaus. So sollen sich zwei weiteren Fachmärkte ansiedeln. Elverich begrüße dies, die Innenstadt werde weiter belebt. Das könnte auch für die Prignitz-Galerie neue Impulse bringen.

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