Sükow : Gastgeber richten Adebars Bett

Gordon Lüdemann (l.) mit seinem Kollegen modernisieren das Nest in luftiger Höhe. Bruno Schmidt und Madeleine Gerloff gehen ihnen zur Hand .
Gordon Lüdemann (l.) mit seinem Kollegen modernisieren das Nest in luftiger Höhe. Bruno Schmidt und Madeleine Gerloff gehen ihnen zur Hand .

Sükower Bruno Schmidt sorgt für Baumaterial und Firma hilft mit Hebebühne und Manpower: Jetzt kann Nachwuchs kommen.

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12. April 2019, 20:00 Uhr

Sükow | In luftiger Höhe kreist Meister Adebar über dem Anwesen von Madeleine und Gordon Gerloff in Sükow als beobachte er das Baugeschehen auf dem Lichtmast. Hier werkeln Gordon Lüdemann von der Firma Gordons Homeservice und sein Kollege Ronny Alt am einstigen Horst. „Wir modernisieren“, sorgt Bruno Schmidt, der Vorbesitzer des Anwesens, für Aufklärung und deutet dabei in Richtung Storchenbehausung. Denn offensichtlich war die alte nicht ganz nach dem Geschmack der Weltenbummlerfamilie. Obwohl, die Lage schien es ihnen schon angetan zu haben, fügt Bruno Schmidt an.

Als er 2001 nach Sükow kam, da kreiste ein Storch immer wieder über dem Areal, ließ sich auf der Feuerwehrsirene nieder und übernachtete dort auch. Ein anderes Mal hatte er sich ein Hausdach ausgesucht, um dort eine kurze Rast einzulegen oder aber zumindest eine Nacht zu verbringen, denn als Sommerresidenz eignete sich nichts so recht. Und schon gar nicht, um Nachwuchs aufzuziehen. „Wir hatten noch einen alten Lichtmast auf dem Hof“, erinnert sich der 80-jährige Sükower. So entstand die Idee, eine Storchenwohnung einzurichten. Mit Hilfe seines Sohnes wurde der Mast aufgestellt und darauf die Grundplatte für das tierische „Luftschloss“ errichtet. „Denn sein eigentliches Haus baut sich der Storch selbst und richtete es sich auch entsprechend ein“, erzählt Bruno Schmidt, der fortan das Geschehen im Horst von seinem Zuhause aus stets im Blick hatte.

Kaum stand das Storchenambiente wurde auch schon Einzug gefeiert. Der neue Horst schien dem Rotschnabel zu gefallen und auch seiner Partnerin, die sich als bald einstellte. Hochzeit wurde gefeiert. „Das war es dann. Nachwuchs wollte sich einfach nie einstellen“, erzählt Bruno Schmidt.

Das Warum ließ den Sükower einfach nicht los. „Wenn nicht wir Landwirte uns mit der Natur arrangieren, was für die Umwelt tun, wer soll das dann übernehmen. Wir reden nicht, wir machen“, so der Sükower. Und er berichtet, dass sein Sohn, Inhaber der Hähnchen-Mast GmbH, beim Bau eines neuen Stalles auch gleich Nisthilfen für Eulen geschaffen habe. „Und die wurden gut angenommen.“ Dass die Natur hier noch in Ordnung ist, dafür sei auch der Milan ein Beleg, der gerade wieder seine Runden über den Feldern des kleines Dorfes dreht.

Auch die jungen Gerloffs, die gerade dabei sind sich das historische Fachwerkhaus auszubauen, schauten immer wieder erwartungsvoll Richtung Horst. „Doch munteres Geklappere von Nachwuchs blieb aus“, erzählt die junge Frau. In Absprache mit ihnen erkundigte sich derweil Bruno Schmidt im Nabu-Besucherzentrum Rühstädt bei den Storchenfachleuten, was man hinsichtlich Horst anders machen sollte. Hier besorgte er sich dann auf eigene Rechnung auch eine entsprechende Vorrichtung.

Am gestrigen Freitag rückte Gordon Lüdemann samt Kollege und Hebebühne an. „Man hat mich gefragt und da bin ich“, so der junge Firmeninhaber. Von Hause aus sei er gelernter Forstwirt, habe auch schon mit dem Nabu zusammengearbeitet. Der Naturschutz, kurzum alles was mit Natur zusammen hänge, sei sein Metier. Jetzt helfe er einfach.

Auf einer Palette, so kann Feuchtigkeit abgeleitet werden, wird die radähnliche Vorrichtung befestigt und mit Grassoden, die man mit der Erde nach oben einbaut, versehen. Zwei Ringe aus Weidengeflecht, dazu Stroh und der Rohbau für Meister Adebar ist fertig.

„Seit wir 2016 das Anwesen gekauft haben, beobachten wir uns gegenseitig beim Bauen“, erzählt lachend Madeleine Gerloff. „Jetzt hoffen wir natürlich auf Nachwuchs in jeglicher Hinsicht“, ergänzt mit einem Augenzwinkern zur jungen Frau blickend Bruno Schmidt.

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