Tor zur Stadt Perleberg : Im Bahnhof brennt wieder Licht

Die Fenster des alten Bahnhofsgebäudes sind wieder beleuchtet, das Haus ist zurück im Leben.
Die Fenster des alten Bahnhofsgebäudes sind wieder beleuchtet, das Haus ist zurück im Leben.

Mit Salo und Partner Erdgeschoss komplett an einen Bildungsträger vermietet, Wohnung im Obergeschoss längst bezogen.

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09. Oktober 2018, 20:00 Uhr

Vor fast zwei Jahren kauften Markus Summer und Klaus Reinhard Voss das denkmalgeschützte Perleberger Bahnhofsgebäude. Ihr Ansinnen: So schnell wie möglich soll hier wieder Leben einziehen, der Bahnhof wieder zum Tor zur Stadt werden. Gewerbe, Wohnen und Kultur gepaart mit touristischen Offerten, so sah der Plan der Käufer aus. Und?

Im Bahnhof brennt wieder Licht, das Gebäude lebt, bringt es Klaus Reinhard Voss auf einen kurzen Nenner. Im ersten Obergeschoss ist längst eine sanierte Wohnung bezogen. „Die zweite nutzen wir selbst“, ergänzt Markus Summer. Und wenn alles weiter so läuft wie gedacht, dann wird auch jene im kommenden Jahr komplett „runderneuert“. „Das Eigene steht immer erst hinten an“, gestehen die beiden schmunzelnd.

Bei der Arbeit und dem Aufwand angesichts der 700 Quadratmeter Bahnhof, die sie mit dem Kauf erworben haben, nur zu verständlich.

Das Erdgeschoss ist derweil komplett saniert und als Gewerbefläche vermietet. Wenn auch etwas anders als ursprünglich gedacht. Ins Auge gefasst hatte die beiden anfangs, hier Mieter für viele Teilflächen, u. a. auch für Gastronomie, anzusiedeln. „Es fanden sich aber keine Interessenten“, so Klaus Reinhard Voss. Dafür aber ein Bildungsträger, der sich räumlich verändern wollte.

Seit dem 24. September ist Salo und Partner hier Mieter. So wurden aus der ehemaligen Mitropa, dem Fahrdienstleiter-Stellwerk und den anderen Räumlichkeiten im Erdgeschoss jetzt Büros, eine kleine Werkstatt und ein großer Schulungsraum. Am 17. Oktober wird Salo, die für berufliche Rehabilitation, Qualifizierung und Integration steht, zu einem Tag der offenen Tür einladen. Übrigens, Salo ist bereits seit zehn Jahren am Standort Perleberg, ist von Niederlassungsleiter Remo Szarata zu erfahren. Menschen, die aufgrund einer psychischen oder physischen Beeinträchtigung ihren Beruf nicht mehr ausüben können, versucht man über betriebliche Lösungen wieder in die Arbeitswelt zu integrieren oder aber durch Umschulung ihnen eine neue berufliche Perspektive zu geben.

Im eigens für den Bildungsträger entsprechend hergerichteten Bahnhofsgebäude findet dieser auch logistisch optimale Bedingungen. „Der Zug hält vor der Tür, ebenso der Bus und auch Parkplätze gibt es hier“, listet Klaus Reinhard Voss auf. Von der Bahnhofsseite aus werde jetzt noch ein behindertengerechter Zugang entstehen. „Den Haupteingang so umzugestalten hätte bedeutet, dort eine zwölf Meter lange Rampe anzubauen“, erläutert er die Entscheidung.

20 neue Fenster nach dem Vorbild der alten, neue bzw. aufgearbeitete Türen – auch das verleiht dem ehrwürdigen Bahnhof wieder ein ansprechenderes Gesicht. Und bei allen Arbeiten stets mit im Boot – der Denkmalschutz.

Zu tun gibt es aber immer noch genug, gestehen die beiden Wahl-Perleberger. Die alten Bahnhofslaternen am Gebäude sollen noch aufgearbeitet werden, ebenso die große Bahnhofsuhr. Fürs Dachgeschoss steht die Option für eine Ferienwohnung oder aber Nutzung als Büro.

Nein, bereut haben sie ihre Entscheidung, den Perleberger Bahnhof zu kaufen und ins Leben zurück zu holen, nie, sagen die beiden. Auch wenn der Aufwand letztlich um vieles größer war, als gedacht. „Es hat aber auch viel Spaß gemacht. Das Gebäude hat sein eigenes Leben, ist eben nicht nur ein Haus. Und es hat eine lange Geschichte“, betont Klaus Reinhard Voss, die nun fortgeschrieben wird.

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