Kantholzsteg über der Stepenitz

Brückenersatz: Kantholz über die Stepenitz.
Brückenersatz: Kantholz über die Stepenitz.

Beginn der Brückensanierung im Herbst, Fertigstellung zum Jahresende / Die Zwischenzeit überbrücken Bürger recht erfinderisch

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31. August 2015, 12:08 Uhr

Der Termin steht: Im September erfolgt die Ausschreibung für die neue Hagenbrücke. Das bestätigt auf Nachfrage Bauamtsleiter Hagen Boddin. Derweil geben sich einige Perleberger recht erfinderisch, um sich den kleinen Umweg über den Eichenweg hin zur Brücke am Wallgebäude zu sparen. Da kein Weg über die Brücke führt haben sie kurzerhand ein Kantholz von einem Ufer zum anderen gelegt und fertig war der provisorische Übergang. Bei dem jetzigen Niedrigwasser sicher kein Problem, vorausgesetzt, man kann recht gut balancieren, sonst bekommt unter Umständen nasse Füße. Aber, und darum auch der Aufwand mit der zu erneuernden Brücke, die Stepenitz ist in den Hochwasserschutz eingebunden. Bei entsprechendem Hochwasser könnte so ein kleines Hindernis große Auswirkungen haben. Der Grund auch, warum das Ordnungsamt der Stadt dafür sorgt, dass der Kantholzsteg wieder entfernt wird, erläutert Robert Kazmierczak, zuständiger Mitarbeiter.

Zurück zur geplanten Sanierung. Noch im Herbst ist Baubeginn vorgesehen und möglichst noch zum Jahresende soll der neue Überweg für Fußgänger und Radfahrer im Hagen fertiggestellt sein. Geplant ist, so Tino Teichert vom Ingenieurbüro Pöyry, der das Projekt in einem der Stadtentwicklungsausschüsse vorstellte, eine sogenannte Aluminium-Fachwerktrog-Brücke zu errichten, analog der am Wallgebäude. Diese wird auf die vorhandene Gründung aufgebaut. Die Brücke ist für eine Sonderlast von maximal zehn Tonnen bemessen, vorausgesetzt die Gründung lasse das zu. Sonderlast stehe für die Fahrzeuge des Stadtbetriebshofes, die zur Bewirtschaftung des Hagens eingesetzt werden und die Brücke queren. Die jetzige Querung, die bis zur Sperrung auch der Stadtbetriebshof mit seinen Fahrzeugen nutzte, sei für fünf Tonnen ausgelegt.

Rückblick: Seit Ende November vergangenen Jahres führt kein Weg mehr über die Brücke in Verlängerung der Hagenstraße, was auf massive Kritik bei den Anliegern stieß, die an die 400 Unterschriften sammelten.

Dass diese Wegebeziehung über die Brücke erhalten bleibt, zum einen für die Anlieger, aber auch als Zuwegung zum Hagen, der grünen Lunge der Stadt, daran ließ die Stadt keinen Zweifel. Doch unter den gegebenen Umständen musste sie diese sperren. Denn eine Brückenprüfung belegte, dass Sicherheit und Tragfähigkeit nicht mehr gewährleistet seien. Damit stand ein Ersatzneubau im Raum. Zuvor musste sich die Stadt mit dem Landesumweltamt (LUGV) aber über die Besitzverhältnisse einigen. Bis dato war strittig, wem die Brücke eigentlich gehört. Nach dem großen Hochwasser 1993 hatte das LUGV diese errichten lassen, als der Hagengraben geöffnet wurde. Bis dahin war die Stepenitz hier, wie noch heute im unteren Teil des Hagens in Höhe des Spielplatzes, verrohrt.

Schließlich wurde eine Vereinbarung zum Neubau der Hagenbrücke abgeschlossen. Diese sieht vor, dass sich nun beide an den Kosten des gemeinsamen Vorhabens beteiligen, das LUGV zu 75 Prozent, die Stadt zu 25 Prozent. Die derzeitige Kostenermittlung für die Brücke im Hagen beläuft sich auf 162 100 Euro. Der Eigenanteil für die Stadt, die Vorhabenträger des Projektes ist, beträgt damit 40 600 Euro. Nach Fertigstellung geht die Baulast, sprich die Brücke, in die Hoheit der Stadt über.

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