Jubiläum in Karstädt : Könnte nicht auf dem Sofa sitzen

Ein bisschen Spaß muss sein: Von ihrem Helferteam der Volkssolidarität bekam Inge Kern zu ihrem runden Geburtstag einen selbst dekorierten, witzigen Hut geschenkt.
Ein bisschen Spaß muss sein: Von ihrem Helferteam der Volkssolidarität bekam Inge Kern zu ihrem runden Geburtstag einen selbst dekorierten, witzigen Hut geschenkt.

Karstädterin Inge Kern feierte ihren 70. Geburtstag. Ehrenämter bei der Volkssolidarität und in politischen Gremien bestimmen ihren Alltag.

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10. Oktober 2018, 05:00 Uhr

Seit gut 35 Jahren Vorsitzende der Karstädter Ortsgruppe der Volkssolidarität, seit 2014 in der Gemeindevertretung und schon in der zweiten Legislaturperiode im Ortsbeirat Karstädt – Inge Kern, die gebürtige Perlebergerin, aufgewachsen in Karstädt, feierte am Sonnabend ihren 70. Geburtstag. Redakteurin Martina Kasprzak sprach mit der Jubilarin über ihre Ehrenämter, Familie, Hobbys und Vorlieben.

Erst einmal noch nachträglich alles Gute. Die Gratulantenschar nahm sicherlich kein Ende…
Inge Kern: Ich hatte 40 Gäste in den Landgasthof eingeladen, Familie und Freunde. Am Nachmittag kamen noch acht Leute so vorbei. Und ich habe so viele Karten, Glückwünsche erhalten. Ich habe mich riesig über alles gefreut. Das muss ich Ihnen erzählen: Ich habe von einem Ehepaar hier aus Karstädt eine Karte bekommen, es hat mir zum 60. gratuliert. Das finde ich einfach toll. Auch das, wenn viele sagen: 70 Jahre, das kann doch nicht sein. Und ich fühle mich auch gar nicht so wie 70, eher wie 50. Mir kann es gar nicht besser gehen. Ich bin gesund.

Wie halten Sie sich so fit?
Ich fahre täglich Rad, sonst fühle ich mich gar nicht wohl. Wir haben hier in und um Karstädt so schöne Radwege. Und meine Gymnastik mache ich auch jeden Tag. Es ist besser, wenn man eine Beschäftigung – egal welche – hat. Ich könnte nicht Zuhause auf dem Sofa sitzen.

Apropos Beschäftigung: Sie sind die gute Seele der Ortsgruppe Karstädt der Volkssolidarität, seit 35 Jahren die Vorsitzende. Denken Sie mal ans Aufhören?
Oh nein (lacht). So lange ich gesund bin, werde ich dabei bleiben. Ich bin ja auch ein Mensch, der auf Menschen zugeht. Es macht so viel Freude, wenn zu unseren vielen Veranstaltungen die Mitglieder und Gäste kommen und sagen: Toll, was ihr hier macht. Wir haben einen guten Zulauf, immer noch 136 Mitglieder, obwohl wir mal über 200 waren. Die Leute sind dankbar. Sehr wichtig sind dabei die Geselligkeit und die Gespräche. Das gelingt aber auch nur, weil wir ein tolles Team sind, das hilft, alles zu organisieren. Wir sind 13 Frauen und wir ziehen alle an einem Strang. Obwohl jeder seine Meinung sagt. Mein Mann Werner, wir haben 1980 in 2. Ehe geheiratet, hatte mich vor gut 35 Jahren dazu ermutigt, den Vorsitz zu übernehmen. Dank seiner Unterstützung bin ich heute noch dabei. Überhaupt hat mich meine Familie immer unterstützt. Ob meine Kinder Michael und Manuela, mein Stiefsohn Frank, mein Bruder Heinz-Dieter mit Familie.

Sie sind in Karstädt aufgewachsen, haben hier geheiratet, früher in den Fliesenwerken gearbeitet, sind nach der Wende hier in die Versicherungsbranche eingestiegen. Gab es einmal den Wunsch woanders hinzugehen?
Niemals (lacht). Wir haben hier doch alles. Arzt, Friseur, Einkaufsmöglichkeiten. Und eine Zugverbindung. Man kommt überall hin. Ich fahre auch mal mit meiner Enkelin mit dem Zug nach Berlin zum Shoppen. Und dann fahre ich ja auch noch gern Auto, ich bin total mobil.

Voller Elan sind Sie auch, was Ihr zweites Ehrenamt angeht. Als Mitglied der CDU sitzen Sie im Ortsbeirat und in der Gemeindevertretung Karstädt. Sehen Sie sich in diesen Gremien als Sprachrohr der älteren Generation?
Absolut. Mich kennen natürlich so viele Leute, sprechen mich auf der Straße oder bei den Treffen der Volkssolidarität an, so dass ich die Sorgen und Anregungen in diese Gremien tragen kann. Ich war schon zu DDR-Zeiten politisch engagiert und bin heute noch immer sehr interessiert. Es ist aber so: Man kann sich zur Wahl aufstellen lassen, aber man muss auch das Vertrauen der Bürger gewinnen.
Auch was die Nachrichten aus der Welt und der Prignitz angeht – „Der Prignitzer“ gehört jeden Morgen zum Frühstück dazu. Ich bin aber auch bei Facebook, so bin ich immer gleich ganz aktuell informiert.

Bleibt bei Ihrem großen ehrenamtlichen Engagement noch Zeit für was anderes?
Meine große Leidenschaft ist der Garten. Ich liebe Blumen. Und die Gartenarbeit brauche ich, sie ist der Ausgleich zu allem anderen, da kann ich entspannen.

Im nächsten Mai stehen die Kommunalwahlen an. Werden Sie wieder kandidieren?
Darüber habe ich mir noch keinen Kopf gemacht. Ich bin wirklich nicht mit allem einverstanden was die CDU macht, aber ich stehe zu der Partei.

Haben Sie noch einen Wunsch, den Sie sich erfüllen möchten?
Wenn man 70 ist, hat man das meiste gelebt. Da bleibt nicht mehr viel übrig. Ich reise sehr gerne, vielleicht mache ich noch mal eine schöne Reise nach Österreich. Das wichtigste ist, dass man gesund bleibt, das hört man überall.

      Danke für das Gespräch

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